Trainingslager des TSV 1860: Das sind die Aufgaben von Vitor Pereira

Der neue Löwen-Coach will den TSV 1860 aus der Mittelmäßigkeit führen. Damit das gelingt muss er im Trainingslager die Weichen stellen. Die AZ zeigt, welche Maßnahmen jetzt nötig sind.
| Matthias Eicher
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Der neue Trainer der Löwen, Vitor Pereira, kommt im Hotel in Portugal an.
sampics/Augenklick Der neue Trainer der Löwen, Vitor Pereira, kommt im Hotel in Portugal an.

Troia - Traut ihr euch, das wahre Spiel kennenzulernen, Löwen? Zumindest traut sich der TSV 1860 ins Trainingscamp von José Mourinho, in das der Starcoach mit dem entsprechenden englischen Leitspruch („Dare to know the real game“) lockt.

Um kurz vor 13 Uhr kamen Mourinhos Landsmann Vitor Pereira und seine Sechzger im Flieger an. Mit 90-minütiger Verspätung. Dann ging’s ab ins „One Troia Trainings Center“ an die Atlantik-Küste Portugals.

16 Tage haben die Löwen dort Zeit, um sich nach einer vermurksten Halbserie auf die Rückrunde vorzubereiten und ein bisschen vom Sieger-Gen vom „Special One“ Mourinho (zu Deutsch: der Besondere) einzuatmen. „Das ist lang genug, und schön warm ist es auch. Ich hoffe, dass Pereira uns dort in die Erfolgsspur bringt“, erklärte Präsident Peter Cassalette der AZ.

AZ-Newsblog zum Löwen-Trainingslager

Dabei ist der Neu-Coach nicht nur in vielfältiger Hinsicht mit seinem Team gefordert, sondern auch mit sich selbst: Die AZ zeigt, wie der Pereira-Plan aussehen muss.

Kennenlernen: Vor seiner offiziellen Vorstellung hat Pereira bereits mehrere Spiele auf der Tribüne verfolgt, beim Trainingsauftakt am Dienstag bot sich erstmals die Gelegenheit, sein „Spielermaterial“ direkt zu begutachten. In Troia kann Pereira 30 Spieler (inklusive Nachwuchs-Torhüter Max Engl, aber ohne den verletzten Victor Andrade) unter die Lupe nehmen. Trainer und Team müssen sich auf dem Weg zu einer Einheit selbstredend noch kennenlernen.

Kommunikation fördern: Am Dienstag wurde Englisch gesprochen auf dem Platz, was für Kapitän Stefan Aigner und Vize Jan Mauersberger „kein Problem“ darstellt. Einspielen muss sich die neue Amtssprache dennoch. Zudem muss Pereira zusehen – wie angekündigt –, schnell Deutsch zu lernen, denn auch der Plausch mit dem ein oder anderen Fan an der Grünwalder gehört dazu für einen Löwen-Dompteur.

Kader-Baustellen klären

Kaderfragen klären: Besagte 30 Akteure werden nicht in dieser Form zusammen bleiben. Das steht fest. Ur-Löwe Vitus Eicher gilt erst recht nach Engls Nominierung als Wechselkandidat, der Brasilianer Ismaily bisher als heißester Neuzugang einer Reihe von internationaler Kandidaten. Mitgeflogen ist kein Neulöwe – aber was nicht ist, kann und soll bald werden.

Löwen schwitzen lassen: Unter Interimstrainer Daniel Bierofka taten sich gegen Ende der Hinrunde Abgründe auf. Die Löwen brachen regelmäßig ab der 60. Minute ein. Eine Statistik machte 1860 unter Ex-Coach Kosta Runjaic als eines der lauffaulsten Zweitliga-Teams aus. Pereira muss den wenig fiten Löwen unter der portugiesischen Sonne also erstmal Beine machen. Kein Problem für Aigner: „Wir sind ja nicht hier, um Urlaub zu machen oder an irgendeinem Strand zu liegen.“

Vergleiche mit Lorant

Eigene Handschrift vermitteln: Womit wir wieder bei Bierofka wären. „Er hat es verstanden, in kürzester Zeit eine ganz andere Mannschaft auf den Platz zu bringen und seine Handschrift zu vermitteln“, erklärte Meisterlöwe Peter Grosser, Trainings-Kiebitz vom Dienstag.

Dasselbe müsse auch Pereira tun, wobei es laut Grosser, der von einem einstelligen Tabellenplatz überzeugt ist, „viel schlimmer“ als anfangs unter Runjaic „nicht mehr werden“ könne. Abwehrspieler Mauersberger erkannte, dass Pereiras Stil „schnelle Vorstöße aus einer kompakten Defensive heraus“ verheiße. Nicht sehr konkret, aber ein Anfang auf dem vielzitierten Pereira-Weg an die Spitze („on the top“).

Das Sechzger-Gen inhalieren: Investor Hasan Ismaik hatte kürzlich im AZ-Interview erklärt, dass die Fans Pereira schon mit Aufstiegs- und Kulttrainer Werner Lorant vergleichen. Harte Hunde sind sie beide, so viel steht fest. Nun muss Pereira zusehen, den Traditionsklub Sechzig zu verstehen – eine Voraussetzung dafür, dass Sechzig wieder top wird. Wie unter Lorant eben.

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