Stöger: "Sechzig war damals ein echt geiler Klub"

Peter Stöger, Erfolgstrainer des 1. FC Köln, hat sich über den Niedergang des TSV 1860 geäußert - und erklärt, warum er als Spieler mit Löwen-Trainer Werner Lorant verhandelt hatte, ein Wechsel letztlich aber zu riskant war.
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Schwimmt mit dem FC Köln derzeit auf einer Erfolgswelle: Peter Stöger
dpa Schwimmt mit dem FC Köln derzeit auf einer Erfolgswelle: Peter Stöger

München - Platz fünf in der abgelaufenen Saison, Einzug in die Europa League: Bei Peter Stöger und dem 1. FC Köln läuft es derzeit so gut wie schon lange nicht mehr. Etwas, das man vom TSV 1860 nach dem Absturz in die Regionalliga nicht behaupten kann. Jetzt hat sich der Erfolgstrainer der Geißböcke über die Löwen geäußert - und erklärt, dass er unter Kult-Trainer Werner Lorant fast einmal auf Giesing Höhen gelandet wäre.

"Werner Lorant war Trainer, Peter Pacult Assistent, Edgar Geenen Sportdirektor. Ich bin mit Karl-Heinz Wildmoser zusammengesessen", so Stöger im Interview mit dem Münchner Merkur. Letzten Endes habe sich Stöger gegen die Sechzger entschieden: "Irgendwie hat sich das gezogen und gezogen. Mir waren die Konzepte nicht ganz klar. Ich wollte nichts riskieren, vor der WM in 1998 nicht meinen Platz in der Nationalmannschaft aufs Spiel setzen, darum bin ich dann nach Linz gegangen. Mir war das mit 1860 zu gefährlich – sechs Monate vor der WM. Ich wollte mit 32 Jahren diesen Höhepunkt erleben."

Stöger: "Ich wäre ganz sicher zu Sechzig gegangen"

Stöger habe durchaus bereut, dass das Angebot des TSV nicht eher gekommen sei - sonst wäre er womöglich ein Blauer geworden: "Wir haben damals mit Rapid Wien gegen 1860 im Europacup gespielt – Sechzig war für mich damals ein echt geiler Klub und hatte auch in Österreich einen richtigen guten Namen. Wäre das Angebot fünf Jahre früher gekommen – ich wäre ganz sicher zu Sechzig gegangen."

Den aktuellen Absturz in die Regionalliga Bayern verfolgte der 51-Jährige so: "Leider Gottes hat man sich dem auch in Köln nicht entziehen können. Das hat Wellen geschlagen bis zu uns, vielleicht sogar bis nach Hamburg. Das ist keine reine Münchner Geschichte, bei so einem Traditionsklub. Sechzig ist einfach ein großer Klub, das ist gefühlt schon einer dieser schlafenden Riesen, offenbar ist da in der Struktur einiges falsch gelaufen."

Stichwort Struktur: Auf die Frage, ob sich Stöger einen Investor wie Sechzigs Hasan Ismaik wünsche, antwortete er: "Das ist die Schwierigkeit: Tradition alleine wird auf Dauer auch schwer funktionieren. Jeder liebt Strukturen eines Fußballvereins so wie in Köln. Wenn der 1. FC Köln mit seinen Strukturen, mit seinen Möglichkeiten und ohne irgendwelche Investoren-Geschichten auf Platz fünf der Tabelle landet, dann sagen alle: So ist es genau richtig! Wird der 1. FC Köln aber Letzter, sieht die Sache anders aus."

Beim FC sei im Gegnsatz zu 1860 "von der Struktur vieles richtig gelaufen, deshalb ist der Verein auf einem gesunden Weg." Ein Weg, den auch die Giesinger nur zu gerne beschritten hätten.

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