Stevic und Neururer: Erstklassige Träume

1860 in Duisburg, Stevic gegen Neururer – und der MSV-Coach sagt: „Das riecht nach Bundesliga“
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Der Sprücheklopfer und das Zebra: Peter Neururer, der neue trainer des Zweitligisten MSV Duisburg.
dpa Der Sprücheklopfer und das Zebra: Peter Neururer, der neue trainer des Zweitligisten MSV Duisburg.

1860 in Duisburg, Stevic gegen Neururer – und der MSV-Coach sagt: „Das riecht nach Bundesliga“

MÜNCHEN Es ist das Duell des Elften gegen den Sechsten in der Zweiten Liga, das Spiel der Löwen in Duisburg (Sonntag, 14 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) ist das Duell zweier Mannschaften, die mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet waren und nun nach einer miserablen Hinrunde zwanghaft versuchen, wieder Anschluss nach oben zu finden. Und doch sagt Duisburgs Trainer Peter Neururer vor dem Spiel freudig der AZ: „Endlich wieder ein reizvoller Gegner in der MSV-Arena. Das wird ein tolles Spiel für die Fans beider Mannschaften. 1860 gegen Duisburg, das ist kein Zweitliga-Duell, 1860 gegen Duisburg, das riecht nach Bundesliga!“

Dass beide Klubs momentan nur im Mittelfeld des Unterhauses stecken, ficht Neururer gar nicht an. „Duisburg und Sechzig haben in der Hinrunde weit unter ihren Möglichkeiten gespielt und stehen dort, wo sie nicht hingehören. Aber jetzt orientieren sich beide Klubs wieder nach oben. Wenn wir gewinnen, sind wir oben wieder mit dabei. Und wenn die Löwen siegen, dann hätten sie genauso viele Punkte wie wir. Das wird eine ganz heiße Kiste am Sonntag.“

Vor allem aber steigt am Niederrhein das Duell der Möchtegern-Bundesligisten. Erstklassige Träume haben sie beide. Auch die Löwen wähnen sich nach den Wechseln in der Führung wieder auf dem Weg ins Oberhaus. Und so gleichen sich die Argumente von Neururer und dessen Ex-Spieler Miki Stevic, der jetzt bei 1860 als Sportdirektor das Sagen hat, frappierend. „Alles andere als die Bundesliga wäre Betrug an unseren Fans“, sagt Stevic. „Die Duisburger verdienen die Bundesliga“, sagt Neururer. „Ich lasse mich nur am Aufstieg messen“, sagt Stevic. „Meine Mission ist der Aufstieg“, tönt Neururer.

Die besseren Chancen, diese Mission schnell zu erfüllen, scheint momentan freilich Duisburg zu haben. Weniger, weil sie mit 29 Zählern drei mehr haben als die Löwen, sondern weil die Mannschaft, seit Neururer das Zepter übernommen hat, nicht mehr verloren hat. Drei Siege und vier Unentschieden hat Duisburg geholt, seit der 53-Jährige das Amt vom Ex-Löwen-Coach Rudi Bommer übernommen hat. Auch am Sonntag ist Duisburg leicht favorisiert. „Duisburg zu schlagen wird schwer, sehr schwer“, sagt Neururer.

Sollten aber doch die Löwen gewinnen, dürfte das an Neururers Sympathie für die Sechzger wenig ändern. Denn er mag die Löwen. Der bekennende Schalke-Fan zählt 1860 gar zu seinen Lieblingsklubs. „Das ist ein unglaublich toller, sympathischer und absolut liebenswerter Verein“, sagt er, das Kind des Ruhrpotts. Neururer, der sich in seiner Karriere als Trainer den Ruf des Wandervogels erarbeitet hat – Duisburg ist schon seine 13. Station als Profi-Trainer – bedauert es sogar, nie an der Grünwalder Straße gearbeitet zu haben. „Leider hat sich das nie ergeben. Ich galt immer wieder als Kandidat“, sagt er, „das ging schon zu Bayernliga-Zeiten los, als der Willi Bierofka noch Trainer war. Später wollte der alte Wildmoser mich immer wieder holen. Im Endeffekt hat es aber nie geklappt. Entweder die Löwen hatten, als ich arbeitslos war, aktuell keinen Bedarf oder ich stand gerade bei einem anderen Klub unter Vertrag.“

Wenn sich aber irgendwann doch die Gelegenheit ergeben sollte, „würde ich sofort nach München kommen“, meint Neururer – und schränkt aber sofort ein: „Ich spekuliere aber auf keinen Fall auf einen Rausschmiss von Marco Kurz bei 1860. Er ist ein guter Trainerkollege und leistet sehr gute Arbeit bei den Sechzgern.“ Tatsächlich scheint Kurz’ Job bei 1860 kurzfristig nicht mehr in Gefahr zu sein. „Ich freue mich, dass Marco nach den Spielen gegen Mainz und Ahlen wieder in Ruhe arbeiten kann“, sagt auch Stevic.

Wahrscheinlich wird sich das Verhältnis zwischen Neururer und 1860 in absehbarer Zeit somit nicht ändern. Ein wenig bedauern kann man dies aber auf jeden Fall. Denn amüsant wäre eine Zusammenarbeit des Sprücheklopfers Neururer und der Schönwetter-Rhetoriker Miki Stevic und Manfred Stoffers bei 1860 wohl auf jeden Fall. Andererseits geht es im Aufstiegskampf ja nicht um gute Laune.

Filippo Cataldo

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