Steiner: "Haben ein paar Kandidaten im Auge"

Die außerordentliche Aufsichtsratssitzung war mal wieder ein Marathon - bis 1.10 Uhr in der Nacht wurde getagt. Personelle Entscheidungen gab es jedoch noch keine.
| Dominik Hechler
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Verwaltungsratschef Otto Steiner.
sampics/Augenklick Verwaltungsratschef Otto Steiner.

München Es war gegen 1.10 Uhr, als der Aufsichtsrat seine außerordentliche Sitzung in der Löwen-Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße nach stundenlangen Diskussionen beendet hatte. "Wir haben zunächst einmal die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen analysiert und uns dann vor allem der Frage nach einem neuen Präsidentschaftskandidaten gewidmet", sagte Aufsichtsratschef Otto Steiner der AZ.

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Jedoch hat sich das Gremium noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt. "Wir haben den einen oder anderen Kandidaten im Auge und während der Sitzung jetzt zunächst einmal einen zeitlichen Fahrplan festgelegt", erklärte Steiner. "Wir werden nun mit diesen Kandidaten weitere Gespräche führen und wollen bis Mitte Mai ein Ergebnis präsentieren - bevor wir unter anderem die DFL-Auflagen erfüllt haben müssen." Und die müssen bis zum 23. Mai erfüllt sein.

Doch wer wird denn nun Präsident? Wer sind die Kandidaten, von denen Steiner spricht? Christian Waggershauser? Oder doch wieder Ex-Präsident Dieter Schneider? Waggershauser wollte dazu am Tag nach der Aufsichtsratssitzung keinen Kommentar abgeben. Schneider hält sich ja schon seit Tagen bedeckt. Das Schweigen in Giesing. Es deutet im Augenblick sowieso vieles darauf hin, dass es keiner der Beiden werden wird. Also wird es dann am Ende doch vielleicht Erich Meidert? "Nein", sagte Steiner. "Es bleibt dabei, dass Herr Meidert für uns keine Option ist. Er hat sich vor einigen Wochen im Aufsichtsrat vorgestellt, als er Vizepräsident unter Hep Monatzeder werden wollte, und uns dabei nicht überzeugt."

In der "Bild" wurde Steiner in Sachen Meidert sogar noch etwas drastischer: "Sein Auftreten ärgert mich maßlos. Es ist völlig utopisch, einen neuen Trainer und einen neuen Sportdirektor zu fordern. So etwas ist einfach nur realitätsfremd." Und weiter: "Das ist reine Blendung der Fans, was da betrieben wird. Wer den finanziellen Rahmen nicht kennt, sollte solche Dinge nicht fordern. Das ist einfach kontraproduktiv und nicht ehrlich." Das hat gesessen.

Der Aufsichtsratschef stellte nebenbei klar, dass "wir uns bei unserem Handeln übrigens an die neue, gerade auf der Delegiertenversammlung erst beschlossene Satzung halten werden. Auch wenn sie jetzt aktuell noch nicht gültig ist. Aber wir wissen, auch anhand der überwältigenden Mehrheit mit der sie verabschiedet wurde, wie wichtig sie ist."

Es könnte somit sein, dass der Aufsichtsrat - der nach der neuen Satzung dann Verwaltungsrat heisst - der Mitgliederversammlung, die den Präsident dann wählen wird, mehrere Kandidaten zur Wahl stellt. "Also optimal wäre es aus meiner Sicht, wenn wir den Mitgliedern nur einen absoluten Top-Kandidaten präsentieren könnten. Sollten wir aber der Überzeugung sein, dass es zwei Top-Kandidaten gibt, wäre es sicherlich möglich, dass wir die Mitgliederversammlung dann über diese Beiden abstimmen lassen würden."

Bei den Gesprächen mit den möglichen Kandidaten ist Steiner und Co. wichtig, welches Programm sie haben und mit welchem Team sie antreten wollen. "Wenn es nach uns geht, sollen die beiden aktuellen Vizepräsidenten, Christian Holzer und Heinz Schmidt, gerne bleiben und weitermachen. Sie haben ja auch von der Delegiertenversammlung einen positive Rückmeldung erhalten", sagte Steiner. Und er fügte weiter an, dass "das aktuelle Präsidium definitiv bis zur Mitgliederversammlung im Juni im Amt bleiben wird. Mit schwebt vor, dass der neue Präsidentschaftskandidat  - sobald er denn feststeht - vielleicht eine Art Einarbeitungsphase bekommt. So dass er sich schon mal die Amtsgeschäfte anschauen kann und nicht wie zuletzt immer wieder geschehen, sofort ins kalte Wasser geworfen wird."

Auch was seine eigene Person betrifft, nahm Steiner Stellung. "Ein Rücktritt ist derzeit kein Thema. Wir fühlen uns alle als Aufsichtsrat verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen und ab sofort einen neuen Präsidentschaftskandidaten zu suchen. Wir wollen bis zur Mitgliederversammlung kein Machtvakuum entstehen lassen." Und weiter der Aufsichtsratschef: "Es stehen in nächster Zeit auf Vereins- und auch KGaA-Seite viele Entscheidungen an - unter anderem ja auch weitere Gespräche mit dem Investor Hasan Insmaik - und da müssen wir eine starke Vereinsseite zeigen."

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