Sportchef Kreuzer lockt Markus Kauczinski

Nach der Beförderung von Daniel Bierofka zum Cheftrainer der Löwen ist klar, dass nach der Saison ein neuer Trainer her muss. Nach AZ-Informationen favorisiert Oliver Kreuzer dabei einen alten Bekannten.
| Patrick Mayer
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Einst gemeinsam beim KSC: Kauczinski (m.) und Kreuzer (l.) - bald auch an der Grünwalder Straße?
dpa Einst gemeinsam beim KSC: Kauczinski (m.) und Kreuzer (l.) - bald auch an der Grünwalder Straße?

München -  Ob er mit dem TSV 1860 nun die Klasse hält oder nicht: Nach der Saison ist für Daniel Bierofka schon wieder Schluss. Der neue Cheftrainer des TSV 1860 wird definitiv wieder zur U21 zurückkehren, die er vor seiner Beförderung trainiert hatte.

Am Dienstag hatte Sportchef Oliver Kreuzer den 37-Jährigen als Nachfolger von Benno Möhlmann vorgestellt, am Mittwoch erklärte Bierofka dann selbst: „Ich habe weder die Lizenz für die 3. Liga noch für die 2. Liga, werde wieder zur U21 gehen.“ Die wird bis zu Bierofkas Rückkehr vom ehemaligen Bundesligaprofi Marijan Kovacevic betreut, das gaben die Löwen gestern Nachmittag bekannt.

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Laut Statuten des DFB darf Bierofka ohne Trainer-Lizenz 15 Werktage eine Bundesligamannschaft trainieren – also auch in der 2. Liga. Danach braucht er eine Sondergenehmigung, sprich für den letzten Spieltag beim FSV Frankfurt samt möglicher Abstiegsrelegation. Nach Informationen der AZ trainiert er anschließend sicher wieder die Regionalligamannschaft. Egal, ob er mit den Profis den Abstieg aus der 2. Liga verhindert oder nicht.

 

Kreuzer plant den Coup

 

Demnach plant Kreuzer im Hintergrund bereits die große Lösung in der Trainerfrage für die Saison 2016/17 – und zwar zweigleisig. Denn: Ein geeigneter Trainer müsste wegen des drohenden Abstieges zum Neuaufbau in der 3. Liga bereit sein. Erster Kandidat ist nach Informationen der AZ: Markus Kauczinski vom Karlsruher SC.

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Vieles spricht für den 46-Jährigen. Frühzeitig gab er bekannt, den KSC nach der Saison zu verlassen. Die Badener führte er nach dem Abstieg 2012 nach nur einer Saison zurück in die 2. Liga, verpasste zwei Jahre später knapp den Aufstieg in die Bundesliga in der Relegation gegen den Hamburger SV.

 

Zwei alte Bekannte

 

Beim Wiederaufstieg in die 2. Liga 2013 arbeitete er eng mit Kreuzer zusammen, der seinerzeit Sportlicher Leiter des KSC war. Vom Typ her würde Kauczinski in die Grünwalder Straße passen. Er gilt in der Trainerszene als Malocher, wuchs in Gelsenkirchen auf. Die Arbeiterstadt prägte seine Einstellung zum Job. Auch in Giesing ist das Selbstverständnis als Arbeiterklub wichtig, die Fans wären wohl weniger skeptisch.

Dem Vernehmen nach scheut Kauczinski nicht den Gang in die Drittklassigkeit – Karlsruhe ist das beste Beispiel. Seine erste Priorität ist es vielmehr, eine Mannschaft neu aufbauen zu dürfen, ihr seinen Stil zu vermitteln. Ein weiteres Argument für ihn: Er ist unterhalb der Bundesliga bestens vernetzt, weil er in Karlsruhe lange die U19 trainierte. Heute sind viele der Spieler, die er damals auch bei den Gegnern kennenlernte, im besten Fußballeralter. Mancher spielt mit höheren Ambitionen in der 3. Liga. Genau solche Spieler bräuchte Sechzig im Falle eines Abstieges.

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Aber: Nach AZ-Informationen hat sich der begehrte Trainer noch nicht zu seiner Zukunft entschieden. Jüngst hieß es, RB Leipzig sei an ihm interessiert. Und auch Hannover 96 wird immer wieder genannt. Der enge Kontakt zu Kreuzer könnte aber den Ausschlag für den TSV 1860 geben.

 

Schreckt das Löwen-Chaos Kauczinski ab?

 

Die AZ fragte beim Löwen-Chef nach. „Kein Kommentar“, lautete seine Antwort. Ein Dementi gab es nicht. Der 50-Jährige meinte einzig: „Jetzt ist Bierofka.“ Im Hintergrund dürften die Verhandlungen zu einer langfristigen Trainerlösung aber längst laufen.

Es soll endlich Kontinuität an der Grünwalder Straße einkehren. Torsten Fröhling, Benno Möhlmann, jetzt Bierofka – die Sechzger stehen allein schon in dieser Saison bei drei Trainern, in den vergangenen 15 Jahren verschlissen sie sogar ganze 18. Und genau das könnte Kauczinski letztlich abschrecken. Aus Karlsruhe heißt es, er brauche langfristige Planungssicherheit und Ruhe zum Arbeiten. Die hätte er bei den Sechzgern wohl kaum.

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