Spieler verweigern Interviews: Eklat wegen Leitner bei TSV-1860-Konkurrent Wacker Burghausen
Turbulent. So können die vergangenen Wochen des TSV 1860 durchaus zusammengefasst werden. Aber nicht nur beim Löwen kommt es gelegentlich zu Unruhe. Bei Wacker Burghausen kam es nun sogar zum Spieler-Eklat.
Burghausen-Bosse streichen Leitner aus dem Kader
Im Zentrum: Moritz Leitner, Namensvetter des ehemaligen Löwen Moritz Leitner. Der 19-jährige Mittelfeldspieler machte in den vergangenen Monaten mit starken Leistungen auf sich aufmerksam und weckte damit das Interesse zahlreicher höherklassiger Vereine. Doch vor dem Spiel gegen Schwaben Augsburg, Wacker verlor es mit 1:2, wurde Leitner für Außenstehende überraschend aus dem Kader gestrichen.
Nicht etwa von Trainer Matthias Ostrzolek. Die Vereinsführung des Regionalligisten steckte dahinter. Man ließ damit eine Drohung Realität werden, die man in den vergangenen Tagen hinter den Kulissen ausgesprochen hatte. Sollte Leitner seinen 2027 auslaufenden Vertrag nicht vorzeitig zu den angebotenen Konditionen verlängern, werde er suspendiert. Eine knallharte Vorgehensweise der Burghauser.

Spieler machten sich Gedanken über Spielboykott
Eine, die im Vorfeld des Spiels teamintern für mächtig Wirbel sorgte. Die Mitspieler solidarisierten sich mit dem Talent. Es gab nach AZ-Informationen sogar Gedanken über einen Boykott der Partie. Zwar wurde sich bekanntlich dagegen entschieden, dennoch wollen sich die Spieler in den nächsten Tagen Gedanken machen, wie sie mit dem Fall weiter umgehen. Am Freitagabend verweigerten sie zunächst Interviews nach Spielende und gingen nicht in den VIP-Bereich.
Wie genau es zur Eskalation von Burghausen kam? In den vergangenen Tagen gab es, ausgehend vom Verein, Gespräche mit der Spielerseite über die Ausdehnung des Vertrages. Das belegt sein Berater Laurent Burkhart, als ihn die AZ am Samstagabend mit dem Vorfall konfrontiert. "Wir können bestätigen, dass Moritz heute aus dem Kader genommen wurde, weil bislang keine Einigung über eine Vertragsverlängerung erzielt werden konnte", so der CEO der Agentur B360.
Relativ schnell wurde uns allerdings deutlich, dass die Situation mit Wacker Burghausen schwierig ist.
Leitner kann sich grundsätzlich Verlängerung vorstellen
Burkhart hatte das Mandat des Youngsters erst vor wenigen Tagen übernommen: "Relativ schnell wurde uns allerdings deutlich, dass die Situation mit Wacker Burghausen schwierig ist." Und das, obwohl Leitner grundsätzlich nicht abgeneigt ist, seinen Kontrakt vorzeitig zu verlängern. Der Knackpunkt: die Konditionen.
"Entscheidend ist, dass am Ende eine Lösung gefunden wird, die für alle Beteiligten vernünftig und fair ist", meint Burkhart im Gespräch mit der AZ. Das ist sie aktuell aus Spielersicht nicht. So möchten die Burghauser die Konditionen, aktuell verdient Leitner lediglich ein dreistelliges Grundgehalt, nur minimal anpassen.

Burkhart schließt Verlängerung noch nicht komplett aus
Auch eine Ausstiegsklausel soll nicht Teil des neuen Vertrages sein. "Wir sind von einer Lösung aktuell noch ein gutes Stück entfernt", teilt der Berater mit. Trotz der Eskalation will Burkhart aber noch nicht von einem endgültigen Zerwürfnis sprechen: "Ich glaube nicht, dass es unmöglich ist, eine Lösung über den kommenden Sommer hinaus zu finden."
Ob also bis zum Aufeinandertreffen mit dem TSV 1860 (26. September) wieder Ruhe in Burghausen herrscht?
- Themen:
- Moritz Leitner

