Spielanalyse: Das war gut, das war schlecht

Der TSV 1860 München geht mit einem versöhnlichen Ergebnis in die Winterpause, die "Katastophe" ist abgewendet. Das 1:1 bei RB Leipzig in der AZ-Spielanalyse.
| Marc Merten
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Gary Kagelmacher (re.) überzeugte und sah doch beim 0:1 unglücklich aus.
dpa Gary Kagelmacher (re.) überzeugte und sah doch beim 0:1 unglücklich aus.

Der TSV 1860 geht mit einem versöhnlichen Ergebnis in die Winterpause. Das 1:1 bei RB Leipzig in der AZ-Spielanalyse.

Leipzig – Die „Katastrophe“ ist abgewendet. Sechzig muss nicht auf dem Relegations- oder gar Abstiegsplatz überwintern. Platz 15 nach 19 Spieltagen ist zwar noch immer weit weg von dem, was man sich an der Grünwalder Straße erhofft hatte. Doch die beiden letzten Spiele zum Jahresende ließen erahnen, dass mehr in den Löwen steckt als purer Abstiegskampf.

Das Spiel: Den Gegner kommen lassen, zweikampfstark bleiben und Nadelstiche setzen – das hatte Trainer Markus von Ahlen seinen Spielern aufgetragen. Und die Löwen-Profis hielten sich an die Vorgaben ihres Coaches. Yussuf Poulsen blieb zwar das ganze Spiel über gefährlich, doch auch die geschwächte Löwen-Offensive (Rama war ausgefallen, Wolf verletzte sich früh und musste ausgewechselt werden) blieb 90 Minuten lang aktiv und hätte weit mehr als nur das eine Tor durch Rubin Okotie erzielen können – wenn nicht gar müssen.

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Die Tore: Das 1:0 durch Poulsen gehört wohl zur Kategorie „Tor des Monats“. Martin Angha hatte sich bei einem Pass in die Gasse verschätzt, Poulsen stand frei vor Gary Kagelmacher. Der Uru konnte den Fehler seines Nebenmannes aber nicht mehr ausgleichen, weil Poulsen den Ball wunderschön an ihm vorbei in den rechten Winkel schlenzte. Stefan Ortega war machtlos. Als keiner mehr im Stadion an den Ausgleich glaubte, bugsierte der eingewechselte Fejsal Mulic kurz vor Schluss den Ball zu Rubin Okotie. Der stand frei vor Fabio Coltorti. Der Österreicher behielt vor dem Schweizer die Nerven und erzielte das so wichtige 1:1.

Szene des Spiels: Die Minute 49, als zunächst Korbinian Vollmann auf rechs durchstartete, in den Leipziger Strafraum eindrang und das Leder an den Pfosten nagelte. Im Gegenzug unterliefen Kagelmacher und Vallori einen langen Ball, Poulsen kochte Wittek ab und bugsierte den Ball ebenfalls an den Pfosten. Die zwei Pfostentreffer innerhalb einer Minute standen sinnbildlich für die vielen Offensivaktionen, die das Spiel bereit hielt.

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Das war gut: Die Balance zwischen Defensive und Offensive, die das Team von Markus von Ahlen gegen einen schwer zu bespielenden Gegner an den Tag legte. Leipzig, die beste Defensive der zweiten Liga, hatte mehr Probleme als ihr lieb gewesen sein dürfte. Okotie, Adlung, Vollmann und der agile Claasen bereiteten Leipzig immer wieder Probleme. Und hinten ließ die von Kagelmacher umsichtig dirigierte Abwehr wenig zu. Der Uruguayer sah beim 1:1 zwar unglücklich aus, hat sich aber in den letzten drei Spielen vor der Winterpause zurückgemeldet.

Das war schlecht: Die Chancenverwertung der Löwen. Rubin Okotie konnte nichts dafür, dass sein regulärer Treffer in der 12. Minute zurückgepfiffen wurde. Er hätte aber ebenso aus 16 Metern frei vor Coltorti treffen müssen wie Daniel Adlung nur Sekunden später. Diese Chancen kurz vor dem Pausenpfiff waren nur zwei Hochkaräter, die Sechzig liegen ließ. Gegen dieses Leipzig war am Montagabend sogar mehr drin gewesen.

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Das sagte 1860-Trainer Markus von Ahlen: „Unser Ziel war gegen einen Aufstiegsaspiranten aus einer kompakten und aggressiven Defensive heraus zu agieren. Unsere Mannschaft hat das hervorragend umgesetzt. Wir haben sehr wenig zugelassen und sind davon ausgegangen, dass wir nicht so viele Torchancen bekommen würden. Meine Mannschaft hat sich den Punkt mehr als redlich verdient.“

Das sagte Leipzig-Coach Alexander Zorniger: „Es war über 90 Minuten ein verdientes Unentschieden. Uns hat die absolute Geilheit gefehlt, das zweite Tor zu machen. Was mich aber ärgert, ist das Verhalten vor dem Ausgleich. Da war eigentlich der Druck von Sechzig nicht mehr da. Der Ausgleich war zwar verdient, aber zu diesem Zeitpunkt eigentlich unnötig.“

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