SF Lotte gegen TSV 1860 München im DFB-Pokal: Wer hier hier Favorit?

Die Löwen treffen am Mittwoch im Pokal auf Drittligist Lotte. "Wir sind momentan kein großer Klub", sagt Pereira. Es geht um über eine Million Euro an Einnahmen.
| Matthias Eicher
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Steht heute erstmals im DFB-Pokal an der Seitenlinie: Löwen-Trainer Vitor Pereira.
Foto: Rauchensteiner/Augenklick Steht heute erstmals im DFB-Pokal an der Seitenlinie: Löwen-Trainer Vitor Pereira.

München - Franck Ribéry war es, der den Sechzgern alle Hoffnungen raubte. Mit einem frechen Strafstoß in die Tormitte lupfte der Star seinen FC Bayern in der Saison 2007/08 ins Halbfinale des DFB-Pokals – und das auch noch in der Schlussminute der Verlängerung, als sich aufopfernd kämpfende Löwen schon im Elfmeterschießen wähnten.

Jetzt könnte der TSV 1860 erstmals wieder in die Runde der letzten Acht einziehen. Mittwochabend (18.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) müssen Trainer Vitor Pereira und seine Mannschaft zu Pokalschreck Sportfreunde Lotte. "Das ist ein Gegner, der schon zwei Bundesligisten eliminiert hat. Das wird ein harter Fight, den müssen wir annehmen. Es ist auch eine sehr gute Mannschaft", sagte Pereira am Dienstag vor dem Pokalduell zweitklassiger Sechzger gegen drittklassige Sportfreunde.

Premiere im Profifußball

Ein Duell, das im Profifußball Premiere feiert. Ein ungleiches Duell? Pereira: "Wir sind momentan kein großer Klub und treten nicht gegen einen totalen Außenseiter an. Der Gegner wird um sein Leben kämpfen, das wird ein sehr schweres Spiel." Trotz aller Vorsicht ließ sich der Portugiese dennoch einen Satz entlocken, der auf größere Ambitionen hindeutet: "Wir wollen weiterkommen und unseren Klub gut präsentieren, vielleicht auch danach im Duell mit einem Erstligisten." Hat sich schon öfter gerächt, zu früh an kommende Aufgaben zu denken. Trotzdem stellt sich bei unfertigen Sechzgern gegen sensationelle Sportfreunde die Frage: Wer ist hier der Favorit?

Peter Cassalette versichert der AZ aber: "Unterschätzt wird hier keiner, so dumm sind wir nicht!" Zumal, so der Präsident, "der Leistungsunterschied zwischen der unteren Region der Zweiten Liga und der oberen der Dritten ist marginal. Wir können mit den vielen Neuzugängen noch nicht alles in Grund und Boden spielen."

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Apropos Grund und Boden. Der ist im beschaulichen "Frimo Stadion", wohin die Löwen von 1260 Fans begleiten werden, mehr schlecht als recht. "Der Ball wird hoppeln", blickte Pereira voraus, "der Rasen ist nicht besonders gut." Ein Nachteil sei dies für die technisch bessere Mannschaft allerdings nicht, sagt zumindest Pereira: "Ich denke da anders: Wenn ein Spieler eine bessere Technik hat, kommt er mit den widrigen Umständen besser zurecht." Fragt sich nur, ob das seine Löwen sind, denn der Coach habe beim Gegner "technisch sehr guten Spieler" ausgemacht – das habe ihn bei der Videoanalyse "überrascht".

Aigner ist verfügbar

Ob der zurückgetretene Kapitän Stefan Aigner, der im Kader steht, wieder spielt, ließ Pereira übrigens offen: "Er hat gut trainiert und ist verfügbar." Ansonsten stehen dem 48-Jährigen außer Florian Neuhaus (Syndesmoseband) und den Langzeitverletzten alle Akteure zur Verfügung.

Bleibt zu klären, wie lukrativ der Einzug ins Viertelfinale wäre. Stolze 1 256 000 Euro Prämien aus TV-Übertragung und Vermarktung schüttet der DFB dafür aus – ein schönes Sümmchen für Sechzig, das außerdem die Aussicht auf einen hochkarätigen Gegner und weitere Zuschauereinnahmen hätte.

Doch das sei ohnehin zweitrangig, so Pereira: "Geld ist nicht unsere Hauptverantwortung. Für uns zählt erstmal nur das Sportliche." Der erste Viertelfinal-Einzug seit dem bitteren Aus gegen die Bayern.

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