Sechzigs Tafelsilber: Dieses Junglöwen-Trio soll 1860 in die Zukunft führen

1860 hat die Verträge der Junglöwen Fiedler, Erdogan und Calderon verlängert. "Wichtige Spieler für die Zukunft", sagt Coach Kayabunar.
von  Matthias Eicher
Trainer des TSV 1860: Alper Kayabunar.
Trainer des TSV 1860: Alper Kayabunar. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul

Was haben Lance Fiedler, Emre Erdogan und Arian Ortivero Calderon gemeinsam? Richtig, sie sind alle drei Freiheitskämpfer der neuen Regionalliga-Elf der Löwen. Was noch? Sie zählen alle zur Gattung der "Junglöwen". Und was noch? Richtig! Sie haben alle kürzlich ihre Verträge bis 2028 verlängert.

"Es ist für uns sehr wichtig, dass diese Spieler verlängert haben, gerade für mich", sagte Cheftrainer Alper Kayabunar auf AZ-Nachfrage zur Vertragsverlängerung des Linksverteidigers, des Flügelflitzers und den Sturm-Tanks: "Ich kenne sie alle aus der U21." Das Bekenntnis pro 1860 zeige, "dass sich die Jungs hier sehr wohlfühlen".

Nach Ismaik-Aus: 1860 muss noch stärker auf die Jugend setzen

Es ist gut für die Giesinger, dass der Wohlfühlfaktor für die drei Youngster stimmt. Es geht allerdings um mehr: Gerade nach der forcierten Trennung des ungeliebten Geldgebers Hasan Ismaik und der Abkehr des Investorenmodells der letzten 15 Jahre wird es noch wichtiger, auf den Nachwuchs zu setzen, die vorhandenen Rohdiamanten zu schleifen und ohne finanzielle Unterstützung von Anteilseignern auch einige davon zu verkaufen. Drei Junglöwen, dreimal Tafelsilber.

Kayabunar weiß, was er an Fiedler, Erdogan und Calderon hat, denn der 40-Jährige hat eine weitere Gemeinsamkeit des Trios erkannt: "Sie haben alle drei von Anfang an sehr gute Leistungen gebracht und viel Aufmerksamkeit erlebt." Deshalb seien die drei Akteure aus den drei verschiedenen Mannschaftsteilen "sehr wichtige Spieler für den Kader, für den Verein und für die Zukunft." Ihr Werdegang bestätige "die gute Arbeit, die wir hier in den letzten Wochen, Monaten und Jahren geleistet haben". Die AZ wirft einen Blick auf das Wirken des Trios:

Lance Fiedler (19): "Dass ich bisher in jedem Spiel von Anfang an dabei war und über 90 Minuten spielen durfte, bedeutet mir viel", sagte der junge Linksverteidiger. Seine Stärken: Kampfgeist, Unbekümmertheit, Offensivdrang: Beim 3:0-Auswärtssieg in Memmingen traf der gebürtige Berliner, beim 2:2 in Vilzing legte er ein Tor vor.

Linksverteidiger Lance Fiedler.
Linksverteidiger Lance Fiedler. © Stefan Matzke / sampics

Erdogan besticht durch drei "T"s

Emre Erdogan (19): An guten Tagen kann der beidfüßige Flügelflitzer, der auf beiden Seiten und Einsatz kommen kann und bei 1860 bisher als Linksaußen aufgelaufen ist, ein absoluter Unterschiedsspieler sein: Mit einer guten Mischung aus den drei "T"s Technik, Tempo und Torgefahr gelang dem Deutsch-Türken bereits ein Treffer und drei Assists: Seine präzise Außenrist-Flanke beim 2:2 gegen den FC Augsburg II am zweiten Spieltag auf den Kopf von Torschütze Florian Niederlechner ist gewiss vielen Löwenfans in Erinnerung geblieben. "Ich spüre, dass ich der Mannschaft mit meinen Qualitäten helfen kann", so Erdogan selbstbewusst. Nach AZ-Informationen sollen auch türkische Vereine aufmerksam geworden sein.

Flügelflitzer Emre Erdogan.
Flügelflitzer Emre Erdogan. © Christina Pahnke / sampics

AZ-Info: Zweitligist hatte Junglöwe Calderon auf dem Zettel

Arian Ortivero Calderon (18): Der wuchtige Torjäger mit brasilianischen Wurzeln konnte als Joker schon zwei Treffer erzielen. "Genau dafür bin ich als Stürmer da", so Calderon. Der Angreifer, der vor kurzem noch als Innenverteidiger aufgelaufen ist, muss sich zweifellos noch entwickeln.

Sturmtank Arian Ortivero Calderon.
Sturmtank Arian Ortivero Calderon. © IMAGO/Sven Simon

Seine Fähigkeiten als brachialer wie schneller Angreifer mit eingebautem Torinstinkt findet nicht nur sein Berater und Ex-Löwe Quirin Moll gut: Ein Zweitligist soll schon die Fühler nach Calderon ausgestreckt haben. Umso besser, dass die Verlängerung durch ist.

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