Sechzigs Neustart: Eicher zurück, Niederlechner fit – blaue Invasion in Schweinfurt

Im Gegensatz zur Konkurrenz startet der TSV 1860 nach einem freien ersten Spieltag nun erst am Samstag in Schweinfurt in die Saison 2026/27. Coach Kayabunar: "Ich sehe uns nicht als Favorit."
von  Matthias Eicher
Hunderte TSV-1860-Anhänger feuern die Mannschaft beim Training an – der lautstarke Vorgeschmack auf die 3.200 mitreisenden Fans zum Saisonauftakt in Schweinfurt.
Hunderte TSV-1860-Anhänger feuern die Mannschaft beim Training an – der lautstarke Vorgeschmack auf die 3.200 mitreisenden Fans zum Saisonauftakt in Schweinfurt. © IMAGO/Ulrich Wagner

Drei, zwei, eins – "Schnüdel"! Nach einer Vorbereitung voller Bangen um Sechzigs Existenz, voller Hoffnungen auf einen Neustart ohne Schuldenberge bei Investor Hasan Ismaik und fieberhafter Arbeit, um die neue Fußballfirma der Sechzger überhaupt erst aus dem Boden zu stampfen, steht schließlich Sechzigs Saisonpremiere nach dem (für 1860 spielfreien Auftakt) unmittelbar bevor.

Saisonstart in Schweinfurt

Samstag, 14 Uhr, Riedel-Bau-Arena im Sachs-Stadion: Der TSV 1860 muss nach dem Zwangsabstieg aus der Dritten Liga beim sportlichen Absteiger 1. FC Schweinfurt 05 antreten. "Wir freuen uns natürlich extrem. Es war eine lange Vorbereitungsphase mit ein paar Schwierigkeiten, dementsprechend freuen wir uns auf den Start, dass es endlich um Punkte geht in Schweinfurt vor einer guten Kulisse", sagte Sechzigs neuer Chefcoach Alper Kayabunar vor dem Startschuss in die Saison 2026/27 für die Sechzger.

Man konnte förmlich spüren, wie der 40-Jährige die Stunden herunterzählt, bis in Schweinfurt endlich, endlich wieder der Ball rollt bei den Blauen. Sechzigs Schnüdel-Countdown.

Kayabunar kontert Favoritenrolle

Wie es bei Sechzig mit dem Favoritenstempel ausschaut, hat das Gros der Regionalliga-Trainer bereits klargestellt: Natürlich kommt 1860 – wie hätte es auch anders sein können – angesichts der Größe und Wucht des Traditionsvereins sowie einiger namhafter Neu- und Wiederverpflichtungen als Aufstiegsaspirant daher.

Kayabunar lässt dies kalt. "Ich sehe uns nicht als Favorit in der Regionalliga. Wir schauen von Spiel zu Spiel", lautete sein nachvollziehbarer Konter, nachdem diese Last schon hochkarätigere 1860-Teams erdrückt hat. Der 1860-Kader 2025/26 um Kevin Volland lässt grüßen.

"Bei Flo merkt man, dass es von Tag zu Tag besser wird", urteilte Trainer Alper Kayabunar über Torjäger Niederlechner, der wieder mit seiner Nummer sieben auflaufen wird.
"Bei Flo merkt man, dass es von Tag zu Tag besser wird", urteilte Trainer Alper Kayabunar über Torjäger Niederlechner, der wieder mit seiner Nummer sieben auflaufen wird. © IMAGO/Ulrich Wagner

Routiniers im Fokus

Und in welchem Zustand befinden sich die 1860-Routiniers Vitus Eicher (35), Tunay Deniz (32) und Florian Niederlechner (35)? "Bei Flo merkt man, dass es von Tag zu Tag besser wird", urteilte Kayabunar über Torjäger Niederlechner, der wieder mit seiner Nummer sieben auflaufen wird. "Bei Vitus muss ich sagen, dass es viel, viel besser ist, als wir erwartet haben", so der 40-Jährige über den Mann, der seine Karriere eigentlich im vergangenen Sommer beendet hatte.

Nun wird Eicher (mit Rückennummer 30) als Nummer eins ins Rennen gehen und nebenbei mithelfen, seinen Kollegen und Konkurrenten Paul Bachmann (21) weiter aufzubauen.

Und Deniz, der es nach seinem überstandenen Kreuzbandriss wagt, künftig die Last der Nummer zehn zu tragen? "Tunay wird nächste Woche mit dem Mannschaftstraining starten. Wir versuchen, ihn zu bremsen."

Fans als zusätzlicher Antrieb

Auf die (Euphorie-)Bremse treten muss Kayabunar auch, wenn er an die über 3200 mitreisenden Sechzger-Anhänger denkt. Die aktive Fanszene war bekanntlich am Mittwoch in mittlerer dreistelliger Mannschaftsstärke beim Training und hat den rundum erneuerten TSV-Tross angefeuert. "Das war unglaublich. So etwas haben ich und die Spieler noch nie erlebt", so Kayabunar fasziniert: "Wir haben das natürlich intern angesprochen, dass wir stolz darauf sein können, solche Fans zu haben. Wir sind extrem motiviert und wollen das Vertrauen der Fans zurückzahlen."

TSV-1860-Trainer Alper Kayabunar gibt im Training die Richtung vor – in Schweinfurt startet für die Löwen nach dem Zwangsabstieg der Neustart in die Saison 2026/27.
TSV-1860-Trainer Alper Kayabunar gibt im Training die Richtung vor – in Schweinfurt startet für die Löwen nach dem Zwangsabstieg der Neustart in die Saison 2026/27. © IMAGO/Ulrich Wagner

Angesichts dieser enormen Vorfreude, der ungebrochenen Fan-Unterstützung und nicht zuletzt der hochsommerlichen Temperaturen: Aufheizen muss Kayabunar niemanden mehr beim Schnüdel-Countdown in die neue Liga.

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