"Schönredner gab es in der Vergangenheit zu viele"

Im AZ-Fan-Interview kommt diese Woche die Freisingerin Nicole Höfler zu Wort. Die 25-jährige Speditionskauffrau ist Löwen-Fan mit Leib und Seele - trotzdem äußert sie auch Kritik an ihrem Verein.
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Seit sechs Jahren ist Nicole Höfler eine "Blaue".
privat Seit sechs Jahren ist Nicole Höfler eine "Blaue".

Im AZ-Fan-Interview kommt diese Woche die Freisingerin Nicole Höfler zu Wort. Die 25-jährige Speditionskauffrau ist Löwen-Fan mit Leib und Seele - trotzdem äußert sie auch Kritik an ihrem Verein.

AZ: Frau Höfler, die erste Frage gleich mal aus aktuellem Anlass: 1860 plant erstmals ernsthaft die Rückkehr nach Giesing ins Grünwalder Stadion und der FC Bayern will die Blauen in fünf Jahren tatsächlich aus der Allianz Arena ausziehen lassen. Wie denken Sie darüber?

Lieber ein volles Grünwalder Stadion als eine halbleere Allianz Arena, denn das wahre Zuhause der Löwen ist und bleibt nun mal das Grünwalder. Die Allianz Arena ist eine Nummer zu groß für die Löwen und einer der größten Fehler des Vereins war sich überhaupt auf dieses Projekt einzulassen. Je schneller uns der FC Bayern aus der Allianz Arena lässt umso besser.

Kommen wir zum Abschneiden der Löwen in der Liga: Erst drei Siege gab es heuer unter Ewald Lienen und letzten Mittwoch auch noch das Pokal-Aus gegen Schalke. Wie enttäuscht sind Sie vom bisherigen Saisonverlauf bei Ihrem Verein?

Enttäuscht ist man als Fan schon, wenn es nicht so recht läuft (leider wie fast jede Saison). Es könnte definitiv besser ausschauen, wenn mal alle Spieler ihr Können auf dem Platz zeigen würden. Manchmal hat man das Gefühl von Arbeitsverweigerung.

Ewald Lienen war als der neue Hoffnungsträger auf den Aufstieg gekommen. Ist er noch der richtige Mann für 1860 München? Noch ist keine große Trainerdiskussion entbrannt, was aber bei einer weiteren Niederlage gegen Kaiserslautern schnell passieren könnte...

Meiner Meinung nach sollte nicht immer gleich der Trainer in Frage gestellt werden, schließlich stehen ja die Spieler auf dem Platz, die das Geforderte nicht umsetzten können. Wenn ein Trainer aber die Mannschaft nicht erreicht, sollte er durch einen neuen Mann ersetzt werden.

Die Löwen haben auch im Pokal verloren mit einem Abwehrverhalten wie in der Oberliga. Nervös wirken sie deshalb nicht eher zufrieden. Und Ewald Lienen will lieber Ruhe als Diskussionen. Die richtige Philosophie?

Nein, man kann sich ja nicht immer alles schön reden oder ausdiskutieren. Es ist endlich Zeit, dass die Mannschaft Taten folgen lässt.

Nach dem trostlosen 0:3 gegen Schalke gab es im Team das große Schönreden und die Spieler wirkten seltsam zufrieden. Allesamt sagten sie, dass man auf der Leistung aufbauen könne. Leiden die Spieler an Realitätsverlust?

Anscheinend schon. Wie kann man nach einer Niederlage zufrieden sein. Kein Wunder, dass die zahlenden Fans auf die Barrikaden gehen.

Am Sonntag kommt der 1. FC Kaiserslautern als Tabellenzweiter mit Ex-Löwen-Trainer Marco Kurz in die Arena. Wie überrascht sind Sie vom Abschneiden der Pfälzer und wie überrascht sind Sie von Kurz' Leistung als Trainer der Pfälzer. Bei den Löwen wurde er mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt.

Jeder Trainer wird es bei 1860 schwer haben solange mehrere Leute im Hintergrund mitmischen. Ich gönne Kurz den Erfolg mit Kaiserslautern. Sie stehen zu recht da oben, aber leider werden wir sie mit einer Niederlage am Sonntag nach Hause schicken…

Einer, der bisher voll überzeugt hat und dreimal in drei Spielen für die Löwen getroffen hat, ist Peniel Mlapa. Wie sehen Sie den Jungen?

Er ist jung und ist einfach heiß Fußball zu spielen - leider einer der wenigen, die Ihre Chance sofort bei Sechzig nutzen.

Der Kapitän dagegen bekam beim letzten Ligaspiel in Frankfurt von Trainer Lienen den ganzen Groll zu spüren und wurde in Frankfurt in der 43. Minute ausgewechselt. Es kam zum Zoff zwischen beiden. Macht Lauth zu wenig?

Ja, Benny Lauth kann mehr, als er diese Saison bisher gezeigt hat. Als erfahrener Spieler kann man von Ihm erwarten, dass er die Mannschaft mitreißt und führt.

Wer ist bisher trotz einer mageren Saison Ihr Löwenspieler der Saison und warum?

Gabor Kiraly - 100 % Einsatz in jedem Spiel sprechen für sich.

Wieviel Tore machen diese Saison Benny Lauth, wieviel Kenny Cooper und wieviel Peniel Mlapa?

Mir ist eigentlich egal, wer die Tore bei den Löwen schießt. Hauptsache drei Punkte werden dadurch eingefahren. Meine Stürmer-Prognose (okay, etwas mutig und optimistisch): Lauth macht 13 Tore, Cooper 15 Tore, Mlapa 14 Tore

Ein Drittel der Saison ist bald vorbei. Wo landen die Löwen heuer?

Wenn’s so weiter geht, spielen sie gegen den Abstieg! Aber sie werden und müssen sich steigern, um einen guten Mittelfeldplatz zu erreichen.

Welcher Neu-Löwe hat Sie bisher am meisten überzeugt?

Das werden einige nicht verstehen, aber meine Antwort lautet Kenny Cooper.

Wie sehen Sie das Trio Lienen, Stevic, Stoffers?

Lienen, Stevic und Stoffers müssen sich erst beweisen. „Schönredner“ gab es leider in der Vergangenheit schon zu viele bei 1860. Nur der Erfolg zählt...

Werden die Drei den Verein wieder in die erste Liga führen? Und wann?

Nein!!!

Warum sind Sie eigentlich Fan von 1860 und nicht von Bayern?

Rot war noch nie meine Lieblingsfarbe. Einmal Löwe, immer Löwe!!!

Bei welchem 1860-Spiel wären Sie gerne dabei gewesen?

Beim letzten Sieg in der Saison 93/94, der uns zum Aufstieg in die 1. Bundesliga geführt hat.

Wenn Sie einen Tag lang Präsident Ihres Vereins wären - was würden Sie tun?

An einem Tag kann man nicht wirklich viel bewegen. Ich würde gern als Präsident bei einer Pressekonferenz bekannt geben, dass wir Didier Drogba verpflichtet haben.

Ihre Wunschschlagzeile in der AZ über Ihren Verein?

1860 München steigt wieder in die 1. Liga auf!!!

Ihr Tipp für Sonntag gegen den FCK und wer schießt eventuell die Tore?

Ein Sieg und somit drei Punkte müssen eingefahren werden, um nicht weiter in der Tabelle abzurutschen. Wer die Tore dabei schießt ist nebensächlich. Hauptsache wir gewinnen. Auf geht’s Löwen!

Interview: Reinhard Franke

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