Schneider über Iraki: "Befremdlich!"

1860-Präsident Dieter Schneider findet die Provokationen des Investors Hasan Ismaik „irritierend”. Schaltet sich die DFL ein? Schneider: "Thema muss aus der Öffentlichkeit"
| Marco Plein
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Dieter Schneider, der Präsident des TSV 1860 München.
Rauchensteiner/Augenklick Dieter Schneider, der Präsident des TSV 1860 München.

1860-Präsident Dieter Schneider findet die Provokationen des Investors Hasan Ismaik „irritierend”. Schaltet sich die DFL ein?

MÜNCHEN - Bis zum Spiel in Ingolstadt will Löwen-Boss Dieter Schneider seine schmerzhafte Halsentzündung endlich wieder los sein. Und diese gesundheitlichen Probleme kommen nicht von ungefähr. Denn die letzten Tage haben dem 64-Jährigen ziemlich zugesetzt. Erst hatte er selbst bei der Delegiertenversammlung scharf gegen Investor Hasan Ismaik und dessen Vertreter Hamada Iraki sowie Geschäftsführer Robert Schäfer geschossen und seine Worte als „reinigendes Gewitter” bezeichnet. Dann musste er die Antwort der Gegenseite vernehmen – und die setzte ihm mächtig zu.

In einer öffentlichen Erklärung hatte Iraki, der sowohl im KGaA-Aufsichtsrat als auch im Geschäftsführungsbeirat sitzt, Schneider als Vertreter des e.V. heftig angegriffen und ihm unterstellt, „hausgemachte Probleme vor der Öffentlichkeit verstecken zu wollen, indem man auf den Investor und die Geschäftsführung losgeht”. Zudem unterstellte er dem Präsidenten, „die Wahrheit zu verdrehen” und die brisante Thematik, die sich vor allem darum dreht, in welcher Form Ismaik den Löwen Geld für neue Spieler zur Verfügung stellen könnte, „falsch darzustellen”. 

Schneider hat für das Schriftstück seines Beiratskollegen keinerlei Verständnis. Der AZ sagt er: „Ich halte die Erklärung von Herrn Iraki für sehr befremdlich. Zum einen wird der Eindruck erweckt, wir würden den Investor in seinen Rechten beschneiden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, wir sollen beschnitten werden. Außerdem wird der Eindruck erweckt, wir wollen nur das Geld des Investors nehmen und ihn nicht mitreden lassen. Aber auch das ist ein befremdlicher Umgang mit den Fakten und der Wahrheit, denn wir achten lediglich auf unsere Rechte im Kooperationsvertrag, und das bis zum letzten Jota.”

Überhaupt findet Schneider den Weg Irakis, sich „öffentlich zu Details der Verhandlungen zu äußern, sehr irritierend. Wenn wir so weitermachen, bekommen wir noch große Probleme.”
Oder wie e.V.-Aufsichtsratsboss Otto Steiner schon klarmachte, als er einen „Imageschaden” fürchtete und sogar davon sprach, dass man den Zorn der DFL-Aufpasser in Frankfurt auf sich ziehen würde, sollte man nicht Einigkeit darüber finden, „wie der Kooperationsvertrag mit dem Investor zu leben ist”.

Schneider legte nun nach: „Wir wären alle sehr gut beraten, dass Thema so schnell wie möglich aus der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen. Uns muss klar sein, je mehr wir hier für Ärger sorgen, desto schlechter stehen wir in den Außendarstellung da.”

Noch ist bei 1860 keine Bitte um Stellungnahme aus Frankfurt eingegangen – bei einer Fortsetzung der Machtkämpfe ist aber nur noch eine Frage der Zeit.

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