„Schlimm, wie er damals vom Gelände gejagt wurde“

„Der blonde Svend“, ein Freund namens Friderici,über das Leben in Wildmosers Schatten
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Wehrt sich dagegen, der Sündenbock zu sein: Ex-1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser, hierbei seinem letzten Tag als 1860-Präsident.
Griss Wehrt sich dagegen, der Sündenbock zu sein: Ex-1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser, hierbei seinem letzten Tag als 1860-Präsident.

„Der blonde Svend“, ein Freund namens Friderici,über das Leben in Wildmosers Schatten

AZ: Herr Friderici, Sie sollen einer der besten Freunde von Jubilar Karl-Heinz Wildmoser, dem ehemaligen 1860-Präsidenten, sein: Zu Bundesliga-Zeiten wichen Sie nie von seiner Seite. Warum?

SVEND FRIDERICI: Wir sind Freunde, seit der Bayernliga.

Aber Sie sind ja gar nicht seine Altersklasse.

Der Karl-Heinz Wildmoser ist immer jung geblieben, er ist ein lustiger Mensch – aber ich sag’ Ihnen mal was: Ich war bei 1860, da war Wildmoser noch gar nicht da. Ich hatte auf der Ehrentribüne immer den Platz neben dem Präsidenten: Schon bei Adalbert Wetzel oder später bei Karl Heckl. Aber ich muss schon zugeben: Wildmoser war für mich ein Türöffner in die Bundesliga. Mich kennen die meisten Präsidenten.

Wildmoser soll über Sie immer noch gute Informationen über 1860 bekommen.

Wir telefonieren bestimmt drei-, viermal die Woche – und das bestimmende Thema ist natürlich 1860. Aber der Karl-Heinz will mit den Löwen nichts mehr zu tun haben. Ihn hat das getroffen, wie er damals von einigen Fans vom Trainingsgelände gejagt wurde, das war schlimm.

Hat es damals den Falschen getroffen?

Natürlich, das sieht man doch daran, dass er mit dem Heinzi (sein Sohn, damals 1860-Geschäftsführer, d. Red.) abgeschlossen hat. Das Tischtuch ist völlig zerschnitten. Der Senior wird nie mehr im Leben mit seinem Sohn reden, der hat sein Lebenswerk zerstört und ihn viel Geld gekostet.

Aber warum hat er dann seinen Sohn bei 1860 überhaupt ranlassen?

Das kann er sich heute auch nicht erklären, aber er weiß mittlerweile selbst, dass er das Ruder zu schnell aus der Hand gegeben hat.

Was ist Wildmoser aus Ihrer Sicht für ein Mensch?

Er ist sehr korrekt, hilfsbereit, humorvoll, geradlinig – und ein irrsinniger Kämpfer. Schade, dass er den Kampf bei 1860 verloren hat, denn mit Wildmoser wären die Löwen auch heute noch in der Bundesliga.

Was schenken Sie Wildmoser zum 70. Geburtstag?

Nichts.

Nichts?

Nein, er will nicht beschenkt werden. Aber ich werde ihn anrufen. Ich habe ihm zum 60. was mitgebracht, da war er persönlich beleidigt. Er will nicht beschenkt werden, er schenkt lieber selbst. Und die große Feier ist ja erst im Juli – mit fünf Münchner Wirten in Seeshaupt. Interview: Oliver Griss

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