Schäfers Tage der Wahrheit

Viel Zeit bleibt den Löwen nicht, um der DFL die Liquidität nachzuweisen. Der Rettungsplan: Die Banken, der FC Bayern und ein neuer Investor sollen helfen.
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1860-Geschäftsführer Robert Schäfer war früher bei der IMG und muss den alten Arbeitgeber nun überzeugen, bei 1860 auszusteigen.
sampics 1860-Geschäftsführer Robert Schäfer war früher bei der IMG und muss den alten Arbeitgeber nun überzeugen, bei 1860 auszusteigen.

Viel Zeit bleibt den Löwen nicht, um der DFL die Liquidität nachzuweisen. Der Rettungsplan: Die Banken, der FC Bayern und ein neuer Investor sollen helfen.

MÜNCHEN Bis zum 13. Januar erwartet die DFL von Löwen-Geschäftsführer Robert Schäfer den Nachweis, dass der Klub die Saison zu Ende spielen kann. Die Liga fordert einen Liquiditätsnachweis von 5,3 Millionen Euro; abzüglich bereits getätigter und geplanter Einsparmaßnahmen dürften 1860 akut noch rund drei Millionen Euro fehlen.

Für Schäfer, der sich seit seinem Amtsantritt wegen seiner Einsparmaßnahmen vor allem als Angestellten-Schreck präsentiert hat, beginnen die Wochen der Wahrheit. Die AZ beschreibt den Rettungsplan.

Banken:

Bereits im Oktober rettete sich 1860 auch durch die Verpfändung künftiger Sponsoringeinnahmen bei der Bodenseebank kurzfristig vor der Zahlungsunfähigkeit. Schäfer versucht nun nach AZ-Informationen, durch Umschuldung der Kredite bessere Konditionen und möglicherweise auch eine zeitweise Stundung der Darlehen zu erwirken.

FC Bayern und Allianz Arena:

In der vergangenen Woche trafen sich Schäfer und Schatzmeister Dieter Schneider mit Bayern-Finanzboss Karl Hopfner, sie legten ihm genaue Zahlen vor. Tatsächlich steht und fällt Schäfers Sanierungsplan mit dem Verhalten der Bayern. Schäfer muss wohl auch über eine weitere Stundung der Stadionmiete verhandeln. Ziel von 1860 ist außerdem, bis Anfang der Rückrunde die fixen Arena-Kosten zu senken.

Investor:

Nicolai Schwarzer, mit einer investierten Summe von mehr als zwei Millionen Euro der größte Einzelgläubiger des Klubs. Schäfer muss den Berliner Spielervermittler bei Laune halten. Dass Schwarzer weiteres Geld – eventuell gegen die Übernahme von Anteilen an der KGaA – investiert, ist nach AZ-Informationen nahezu ausgeschlossen. Am heutigen Donnerstag wird Schäfer sich aber mit weiteren potentiellen Investoren treffen. Es soll sich dabei um eine private Investmentgesellschaft handeln. Im Gespräch: ein mittelfristiges Darlehensgeschäft. Die Verhandlungen hatte bereits Schäfers Vorgänger Niemann begonnen, sie sollen weit fortgeschritten sein.

Nachwuchsarbeit:

Am Montag hatte der Geschäftsführer die Ausgaben des Klubs für die Jugendarbeit als zu hoch kritisiert. „Unser Jugendzentrum kostet drei Millionen Euro“, meinte Schäfer, „das vom SC Freiburg 1,8 Millionen – und die machen auch eine hervorragende Jugendarbeit.“ Diese Äußerung sorgte bei Fußball-Abteilungsleiter Robert Reisinger für Irritation. „Die Kosten für das Nachwuchsleistungszentrum der KGaA und für die Jugendarbeit des Vereins sind uns gegenüber vom Klub bisher immer mit 2,3 Millionen Euro beziffert worden“, erklärte Reisinger auf Anfrage. Die Einsparpotentiale seiner Abteilung seien ausgeschöpft. „Jede weitere Einsparung würde zu Lasten der Qualität gehen“, so Reisinger weiter, der zurecht stolz sein kann, dass die A-Junioren gerade Herbstmeister geworden sind. Reisinger weist zudem darauf hin, dass die Löwen seit dem Abstieg 2004 rund 19,6 Millionen Euro für den Verkauf von selbst ausgebildeten Talenten eingenommen hätten. Beim SC Freiburg, der laut Manager Dirk Dufner übrigens rund drei Millionen Euro im Jahr für das Nachwuchszentrum ausgibt, waren es im gleichen Zeitraum knapp fünf Millionen Euro.

Ausrüstervertrag:

Schäfer sucht wohl auch einen neuen Ausrüster, der Ende der Saison Erima ablösen soll. Favorit scheint der US-Sportartikel-Riese Nike zu sein, der auch an einer strategischen Partnerschaft interessiert sein soll. Ähnlich, wie sie der FC Bayern vor Jahren mit Nikes Hauptrivalen Adidas eingegangen ist.

Filippo Cataldo

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