Reinthaler enttäuscht von 1860-Bossen: Spieler "erfahren alles nur über die Medien"

Max Reinthaler zeigt sich enttäuscht von der Kommunikation der Bosse des TSV 1860 in der aktuellen Krise: "Wir erfahren alles nur über die Medien." Einen Verbleib bei den Löwen will der Innenverteidiger aber trotz des Zwangsabstiegs nicht ausschließen.
von  Bernhard Lackner
Max Reinthaler kam im Winter 2024 aus Wiesbaden zu den Löwen.
Max Reinthaler kam im Winter 2024 aus Wiesbaden zu den Löwen. © IMAGO/Mladen Lackovic

Während die meisten Profifußballer aktuell mitten in der Sommerpause im Urlaub die Füße hochlegen, steht der Großteil der Spieler des TSV 1860 aus der vergangenen Saison derzeit vor einer völlig ungewissen Zukunft. Aufgrund des Zwangsabstiegs in die Regionalliga verfügen nur noch einige Jungprofis über gültige Verträge. Für den Rest ist unklar, wie es nun weitergeht.

Einer davon ist Max Reinthaler. Der Südtiroler hätte eigentlich noch einen Vertrag bis 2027 bei den Löwen gehabt, dieser hat jedoch für die Regionalliga keine Gültigkeit. Im Gespräch mit dem Portal "sportnews.bz" äußert er sich nun zur Situation bei 1860 und darüber, wie er die vergangenen Wochen aus Spieler-Sicht erlebt hat.

Reinthaler: "Alle scheinen mit der Situation überfordert zu sein"

"Zunächst war es schon ein Schock für uns. Man hat schon oft gehört, dass der Verein Geld braucht. Aber dass es so weit kommt, war dann doch eine Überraschung für alle", sagt der 31-Jährige, der in der abgelaufenen Saison bei den Löwen zum Stammpersonal gehörte.

Dabei zeigt er sich durchaus auch enttäuscht von der Krisen-Kommunikation der Verantwortlichen mit den Spielern. "Niemand vom Verein hat sich bei uns gemeldet. Auch die Berater wissen nichts. Wahrscheinlich auch, weil das Thema sehr komplex ist. Alle scheinen aktuell mit der Situation überfordert zu sein. Wir erfahren alles nur über die Medien", so Reinthaler.

Generell zeigt sich der Innenverteidiger offen für einen Verbleib. "Ich fühle mich in München pudelwohl. Meine Frau kommt aus der Stadt und ich habe viele Freunde dort. Wir wohnen im Stadtviertel der Sechziger, in Giesing. Dort lebt der Mythos 1860 nach wie vor", sagt der Innenverteidiger und gerät regelrecht ins Schwärmen: "An Spieltagen verwandelt sich hier alles in Blau und Weiß. Die Fans fangen schon am Morgen mit Weißwurstfrühstück an und pilgern dann gemeinsam ins Stadion. Bei den Löwen werden noch die alten Werte des Fußballs gelebt und der Verein bildet als echter Stadtklub einen totalen Kontrast zum Weltverein FC Bayern."

Für Reinthaler, der kürzlich seine langjährige Freundin Julia geheiratet hat, stehen jetzt aber erst einmal die Flitterwochen im Fokus. Wie es danach weitergeht, wird sich zeigen. "Ich möchte schon so hoch wie möglich spielen. Auch das Finanzielle spielt in meinem Alter eine Rolle. Falls sich Sechzig aber vernünftig aufstellen sollte, ist ein Verbleib nicht ausgeschlossen", so der 31-Jährige.

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