Präsidentschaftskandidat Mayrhofer: Auf Stimmenfang

Präsidentschafts-Kandidat Gerhard Mayrhofer stellt sich den Fanklubs und Mitgliedern vor. Die AZ hat sich umgehört, wie der Oberlöwe in spe ankommt – auch beim Investor und beim Ex-Boss
| Dominik Hechler
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Gerhard Mayrhofer beim Pressegespršch zur Kandidatenvorstellung in der Geschšftsstelle des TSV 1860 München.
sampics Gerhard Mayrhofer beim Pressegespršch zur Kandidatenvorstellung in der Geschšftsstelle des TSV 1860 München.

MÜNCHEN Er geht auf Wahlkampftour, der Oberlöwe in spe, wenn auch nur intern. Internviewanfragen lehnte Gerhard Mayrhofer nach seiner Vorstellung an der Grünwalder Straße ab, am Mittwoch aber präsentierte er sich bei einer Fanclubveranstaltung von Pro 1860 den Mitgliedern. Mayrhofer auf Stimmenfang, er will nicht dieselben Fehler machen wie Hep Monatzeder, der von den Delegierten geschasst wurde. Die AZ hat sich umgehört, wie der Kandidat des Aufsichtsrats ankommt.

So reagiert der Investor: Mayrhofer will Hasan Ismaik nicht treffen vor der Mitgliederversammlung am 14. Juli, wohl aus Kalkül. Er will vor der Wahl keinen Streit mit dem Jordanier riskieren und jenen Konfrontationen aus dem Weg gehen, die Monatzeder zum Verhängnis wurden.

„Wann Herr Mayrhofer mit uns reden will, ist seine Taktik, sein Plan. Er hat seine eigene Persönlichkeit”, sagt Ismaiks Cousin Noor Basha der AZ. Allerdings kündigte er an, dass „ich wohl trotzdem versuchen werde, schon vor der Wahl mit ihm in Kontakt zu treten – als 1860-Fan und als Vertreter des Investors”. Zu Mayerhofer selbst äußerte sich Basha zurückhaltend. „Wir werden das nicht weiter kommentieren, weil wir Herrn Mayrhofer nicht persönlich kennen und auch die Wahl nicht beeinflussen wollen.” Und weiter: „Ich kann nur sagen, dass wir alle ein gesundes Umfeld zum Arbeiten suchen. Denn ohne Zusammenhalt, ohne Familie, gibt es keinen Erfolg. Wir müssen zusammenhalten, wir sitzen alle in einem Boot.”

So reagiert der „Schattenpräsident”: Ex-Präsident Dieter Schneider hatte sich zuletzt klar positioniert. Sollte Mayrhofer durchfallen und deswegen der der Verwaltungsrat um den Vorsitzenden Otto Steiner zurücktreten, würde er wieder bereit stehen. Der Schattenpräsident. Schneider sagt, er wünsche sich das nicht. „Ich bin Löwen-Fan und wünsche meinem Verein das Allerbeste.” Wenn Mayrhofer den Kontakt zu ihm suchen und ihn nach seiner Meinung fragen würde, „wäre ich natürlich offen. Aber ein Amt würde ich in dieser Konstellation nicht übernehmen.”

Schneider erklärt, dass die Fans und Mitglieder ein gutes Gespür dafür hätten, wer ehrlich versucht, etwas zu bewegen. „Wir haben im Verein immer noch eine Zerrissenheit, die schädlich ist. Nur eine einheitliche Linie kann zum gewünschten, sportlichen Erfolg führen. Zusammenhalt kann Berge versetzen”, sagt der Ex-Präsident. Und auch zum Umgang mit dem Investor hat Schneider eine klare Meinung: „Es darf nie vergessen werden, dass Ismaik 30 Millionen Euro in den Verein gesteckt hat. Es muss wieder eine Basis für eine Zusammenarbeit gefunden werden – auch wenn es mit ihm nie einfach war und wahrscheinlich nie werden wird.”

So reagiert der Verwaltungsrat: Steiner begrüßt, dass sein Kandidat zunächst nicht mit dem Investor sprechen will. „Er muss zuerst eine Einigkeit mit den Fans herstellen und kann dann gestärkt in die Gespräche mit Herrn Ismaik gehen. Wir müssen alle mit einer Stimme sprechen. Zumal er sich erst einmal einarbeiten muss, damit er dem Investor auch auf Augenhöhe begegnen kann.” Steiner glaubt, dass „Ismaik sicherlich anerkennt, dass bei uns dann jemand sitzt, der in Weltunternehmen gearbeitet hat und dort auch großen beruflichen Erfolg hatte”. Auch Vizepräsidentschaftskandidat Heinz Schmidt glaubt fest an Mayrhofers Chance. „Er ist ein absoluter Teamplayer, der versucht, alle einzubinden”, sagt Schmidt. „Und das war in der Vergangenheit vielleicht nicht immer so. Vieles ist an persönlichen Eitelkeiten gescheitert.” 

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