Polizeibilanz: TSV 1860 gegen Dynamo Dresden - Randale, Pyrotechnik, Festnahmen

20.000 Dynamo-Fans sorgten am Samstag nicht nur in der Allianz Arena für aufgeheizte Stimmung. Die Polizei hatte alle Mühe, Gewalt, Pyrotechnik und Randale zu unterbinden.
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Vermutlich durch Dresden-Fans wurde der Alex völlig verwüstet.
Vermutlich durch Dresden-Fans wurde der Alex völlig verwüstet.

20.000 Dynamo-Fans sorgten am Samstag nicht nur in der Allianz Arena für aufgeheizte Stimmung. Die Polizei hatte alle Mühe, Gewalt, Pyrotechnik und Randale zu unterbinden.

München – "Heimspiel für beide" - dass der Dynamo-Anhang besonderen Spaß daran hat, in großer Zahl nach München zu reisen, ist schon fast Tradition. Über 20.000 Dresdner Fans waren am Samstag wieder nach München gekommen. In der Allianz Arena herrschte bei der Begegnung zwischen dem TSV 1860 und Dynamo Dresden (1:0) vor über 43.000 Zuschauern eine atemberaubende Kulisse. Für die Fans ein Festtag, für Stadt und Polizei ein Hochrisiko-Spiel – und die Befürchtungen bestätigten sich, es kam zu abstoßenden Szenen. Es gab Festnahmen, Anzeigen und verletzte Polizisten.

Vor dem Spiel: Randale, Flaschenwürfe, Pyrotechnik

Bereits auf ihrem Weg nach München hinterließen einige Dynamo-Fans eine Schneise der Verwüstung. Eine Gruppe, die mit dem Zug mit Übernachtungsstop in Pilsen anreiste, randalierte schon in der tschechischen Stadt so heftig, dass die dortige Polizei Verstärkung aus Deutschland anforderte. Auch der Alex-Zug, mit dem die "Fans" unterwegs waren, wurde verwüstet. Bei ihrer Ankunft am Münchner Hauptbahnhof wurden sie deshalb bereits von starken Einsatzkräften empfangen und zum Stadion begleitet. Die Situation eskalierte erst, als ein Dresdner Fan, der bereits im Stadion war, ein Tor öffnete und so rund 40 Problemfans ungehindert ins Stadion eindringen konnten. Die Polizei musste körperlich einschreiten, ein Beamter wurde leicht verletzt.

Vermutlich durch Dresden-Fans wurde der Alex völlig verwüstet.
Vermutlich durch Dresden-Fans wurde der Alex völlig verwüstet.
Müllhalde im Alex aus Pilsen. Foto: Bundespolizei

Eine weitere Gruppe Problemfans war mit einem Zug über Schwandorf nach München unterwegs. Nachdem es auch hier bereits während der Fahrt zu erheblichen Ausschreitungen gekommen war, reagierte die Polizei mit einem Empfangskommando am Hauptbahnhof für die Randalierer. Am Eingang Nord an der Allianz Arena sollen sich dann einige Chaoten vermummt und mit Flaschen geworfen haben. Gewaltsame auseinandersetzungen zwischen Löwen- und Dynamo-Fans konnten die Beamten immer wieder unterbinden. Auch ein Versuch von Dresdner Fans, über einen Zaun ins Stadiongelände zu klettern, wurde im Keim erstickt, ein Mann, der beim Zünden von Pyrotechnik beobachtet wurde, konnte festgenommen und des Stadions verwiesen werden. 

Während des Spiels: Blockstürmung unterbunden

Im Laufe des Spiels versuchten sich Dresdner Fans ohne eine entsprechende Eintrittskarte gewaltsam Zutritt zu einem Block zu verschaffen. Auch hier mussten Einsatzkräfte zur Unterstützung des Ordnungsdienstes unmittelbaren Zwang anwenden.

Beeindruckende Kulisse in der Allianz Arena. So eine Stimmung gibt's bei Löwen-Spielen selten. Foto: Imago

Nach dem Spiel: Böller-Würfe aus Autos

Nach Abpfiff waren dann aggressive Löwen-Fans an der Reihe. Die Gruppe vermummte sich und suchte den Kontakt zum Dynamo-Lager. Ein Aufeinandertreffen gab es nicht, die Polizei war rechtzeitig zur Stelle, teilweise waren Polizeireiter im Einsatz, die die Gruppen voneinander abdrängten. Dass der Mob dabei einen Sicherheitszaun einriss, konnte nicht verhindert werden. Während des Abmarsches wurde ein weiterer Polizist bei der Festnahme eines Dynamo-Fans, der einem Löwen den Schal geklaut hatte, leicht verletzt.

Erst nachdem Dynamo-Fans aus ihren Autos mit Böllern geworfen hatten und die Polizei einen Täter fassen und anzeigen konnte, beruhigte sich die Situation rund um die Allianz Arena. Am Sonntag lautet die traurige Bilanz des Polizeieinsatzes: Zwei verletzte Polizisten, zehn Festnahmen, sechs Strafanzeigen wegen Delikten gegen das Sprengstoffgesetz, Raub, Widerstand, Körperverletzung, Betäubungsmittel und Verwenden verfassungsfeindlicher Gegenstände.

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