Peter Helfer über Chaos beim TSV 1860 München: "Hasan Ismaik bestimmt eigentlich alles"

Der frühere Vizepräsident Peter Helfer hat sich in der Sendung "Heute im Stadion von Bayern 1 über 1860-Investor Hasan Ismaik geäußert. Helfer bezeichnet die komplizierte Zusammenarbeit mit dem Jordanier als "Zitterpartie" und spricht den Löwen den Status als "Arbeiterverein" und "seriöser Fußballverein" ab
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Drei Präsidiumsmitglieder des TSV 1860, eines ist schon Geschichte (v.l.): Peter Helfer, Peter Cassalette und Hans Sitzberger.
sampics/Augenklick Drei Präsidiumsmitglieder des TSV 1860, eines ist schon Geschichte (v.l.): Peter Helfer, Peter Cassalette und Hans Sitzberger.

München - Nach eigenen Angaben sei Hasan Ismaik ein Grund gewesen, warum Peter Helfer sein Amt nicht mehr ausüben wollte. Der Vorsitzende des Fanklubs Daxer Löwen wurde im Jahr 2013 Vize-Präsident vor der letzten Mitgliederversammlung stand er nicht mehr zur Wahl.

Jetzt spricht Helfer in der Sendung "Heute im Stadion" bei Bayern 1 über die aktuelle Situation bei den Sechzgern - und kritisiert die unprofessionelle Zusammenarbeit mit dem Jordanier. "Es war ganz schwierig. Das Problem war: Ich war im Präsidium Mayrhofer erstmal damit beschäftigt, ihn zu greifen. Wir haben ja ständig etwas von ihm gebraucht, natürlich auch Geld. Die Zusagen sind immer erst eine Stunde vor Ablauf der Zeit gekommen, das war jedesmal eine Zitterpartie. Sagen hat er sich natürlich gar nix lassen - wer zahlt, schafft an", so Helfer über den Austausch mit Ismaiks Geschäftssitz in Abu Dhabi.

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Helfer: "Ich habe das Gefühl, es ist nicht mehr mein Verein"

Anfangs habe der Finanzier kein großes Interesse daran gezeigt, sich einzumischen: "Die ersten Jahre hat er nicht so danach gefragt, was mit seinem Geld passiert", so Helfer, der zugibt: "Da ist auch viel flöten gegangen."

Nach ein paar Jahren habe Ismaik gemerkt: "Hoppala, jetzt muss ich mich einmischen." Mittlerweile sitze er "so fest im Sattel, dass er eigentlich auch alles bestimmt." Was momentan mit dem Verein geschehe, "macht mich fix und fertig: Ich glaube, es geht vielen so. Ich habe das Gefühl, es ist nicht mehr mein Verein. Das hat mit einem Arbeiterverein oder mit einem seriösen Fußballverein nix mehr zu tun."

Harte Worte von Helfer, der fordert: "Ismaik muss sich das auch mal vor Augen halten. Ich weiß nicht, wie lange das sich die Fans noch mitansehen - die Ultras haben sich ja schon verzogen - ob das alles noch Sinn macht".

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Nach dem jüngsten Rundumschlag des Jordaniers nach der Entlassung von Ex-Trainer Kosta Runjaic inklusive Abrechnung mit Sportchef Thomas Eichin und einer pauschalen und unbegründeten Medienschelte hatte sich Sechzigs Fanklubdachverband ARGE hinter Ismaik gestellt. Helfer dazu: "Ich denke nicht, dass jeder hinter Ismaik steht. Die Pressemitteilung hat ja der Vorstand abgegeben, die Fanklubs sind nicht befragt worden und der Vorstand besteht aus neun Leuten. Hasan hat das schon schlau gemacht: Er ist über die Arge angekommen und hat gesagt: Kommt mal zu mir nach Abu Dhabi, reden wir mal darüber. Seitdem haben sie ein anderes Bild und sagen: Hasan hält uns am Leben. Darüber gibt es ja auch nichts zu diskutieren, so ist es auch."

Auf die Frage, was nun geschehen müsse, konnte Helfer keine Antwort geben: "Ich kann nicht sagen, was passieren muss." Die verfahrene Situation sie auch "ein Strukturproblem: Der e.V. ist das Herz von 1860, mit den ganzen Abteilungen und der Fußball- Profimannschaft. Das Problem ist, dass man das vereint. Ismaik will ein Geschäft machen mit Sechzig, so agiert er auch. Bis jetzt ist ihm das nicht gelungen."

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