Offiziell: Insolvenzverfahren gegen die TSV 1860 KGaA eingeleitet
Jetzt ist es offiziell: Die TSV 1860 KGaA muss endgültig in die Insolvenz! Das geht aus der Veröffentlichung auf dem offiziellen Portal neu.insolvenzbekanntmachungen.de hervor (Vorgang "1502 IN 2387/26" für die KGaA, sowie Vorgang "1502 IN 2389/26" für die Geschäftsführungs-GmbH).
"Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin wird wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 01.09.2026 um 07.30 Uhr eröffnet", heißt es im Vorgang "1502 IN 2387/26" für die KGaA. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig wird nun offiziell zum Insolvenzverwalter bestellt. Weiter heißt es: "Die Insolvenzgläubiger werden aufgefordert, Insolvenzforderungen (§ 38 InsO) bis zum 20.10.2026 bei dem Insolvenzverwalter schriftlich anzumelden." Ein weiterer wichtiger Termin wird der 1. Dezember 2026 sein, dann wird um 11 Uhr die Gläubigerversammlung in der kleinen Olympiahalle stattfinden.
KGaA und Geschäftsführungs-GmbH hatten am 23. Juni Insolvenz angemeldet
Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA und die TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH hatten bereits am 23. Juni beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Seither hat Liebig, der in der Vergangenheit auch schon den Fall Türkgücü München (Insolvenz im Frühjahr 2022) abgewickelt hatte, sich ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche und rechtliche Lage der KGaA verschafft.
Dabei kam er zu dem Fazit, dass eine Fortführung unter den gegebenen Umständen nicht möglich ist. Diesem folgte der zuständige Richter. Sollte sich im weiteren Verfahren kein Investor finden (nach AZ-Informationen haben mindestens zwei Anbietergruppen Interesse an einzelnen KGaA-Assets und dies bei Liebig hinterlegt) oder keine Restrukturierung möglich sein (wegen des fehlenden Spielrechts kaum denkbar), wäre die Folge die geordnete Abwicklung der Profifußballgesellschaft, an der Investor Hasan Ismaik 60 Prozent der Anteile hält und auch der Hauptgläubiger ist.
1860-Profifußball war seit 2002 in die KGaA ausgelagert – seit zwei Monaten nicht mehr
Der KGaA, die durch die Ausgliederung des Profifußballs aus dem Stammverein im Jahr 2002 entstanden war, war durch die Aufkündigung des Kooperationsvertrags seitens des e.V. am 4. Juni das Spielrecht entzogen worden, seither betreibt die neue TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH den Profifußball der Löwen.
Die Löhne der bei der KGaA angestellten Mitarbeiter waren bis einschließlich August 2026 durch das Insolvenzgeld gesichert. Wie es für sie nun weitergeht und ob Teile von ihnen etwa durch den e.V. übernommen werden, ist noch offen. Zu klären ist ebenfalls, ob und inwieweit die Fans, die sich bei der KGaA vor der Insolvenz eine Dauerkarte für die Drittliga-Saison 2026/27 – an der 1860 aufgrund des Zwangsabstiegs bekanntlich nicht teilnimmt – entschädigt werden.
- Themen:
- Amtsgericht München
- Hasan Ismaik
