Nsereko aufgetaucht - in Haching

Skandallöwe trainiert beim Drittligisten mit. „Jeder hat eine Chance verdient”, sagt Schwabl.
| Gregor Röslmaier
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Einst bei 1860, jetzt im Probetraining in Münster: Savio Nsereko
Sampics/Augenklick Einst bei 1860, jetzt im Probetraining in Münster: Savio Nsereko

UNTERHACHING Acht neue Spieler hat die SpVgg Unterhaching zum Trainingsauftakt am Montag präsentiert. Alles junge Talente aus der eigenen Jugend oder von zweiten Mannschaften bayerischer Konkurrenten. Auch Marcel Kappelmaier, Daniel Hofstetter und Marius Wilsch haben bisher ihr Geld in der Reserve des TSV 1860 verdient und eher unbekannt.


Während Trainer Claus Schromm auf dem Platz zum ersten Mal mit seiner neuen Mannschaft trainierte, saß im Büro von Geschäftsführer Florian Rensch dagegen ein Spieler, der sich in der Fußball-Welt durchaus einen Namen gemacht hat – wenn auch keinen besonders Guten.


Savio Nsereko verhandelte mit Rensch um einen Vertrag und seine wohl letzte Chance im Profi-Fußball. 2010 hatte Nsereko ein ziemlich kurzes Gastspiel bei den Löwen gegeben. Nach nur zwei Partien in der zweiten Liga und einem Pokalspiel war er urplötzlich verschwunden. Zwei Wochen war der heute 22-jährige unauffindbar, von Wettschulden war die Rede, die Löwen kündigten schließlich seinen Vertrag, Nserekos Karriere schien am Ende.


Dabei hatte seine Laufbahn großartig begonnen: Nach der Ausbildung bei 1860 und mehreren U-Länderspielen wechselte er ins Italienische Brescia. Dorthin überwies West Ham United 2009 knapp neun Millionen Euro, Nsereko wechselte in die Premier League. Von dort ging es wieder zurück nach Italien, der AC Florenz war die nächste Station des gebürtigen Uganders. Doch nirgends gelang der Durchbruch. Es folgte eine Odyssee an Stadtwechseln. Florenz lieh Nsereko immer wieder aus, heimisch wurde er nirgends. Erst Bologna, dann 1860, danach folgten innerhalb eines Jahres Burgas (Bulgarien), Juve Stabia (Italien Serie B), wo er kurzzeitig ebenfalls als verschollen galt, dann Vaslui (Rumänien).


Und jetzt also Haching? „Von ihm muss jetzt sehr viel kommen. Er muss uns entgegenkommen. Aber ich bin auch der Meinung, dass jeder junge Mensch noch einmal eine Chance verdient hat”, sagte Sportdirektor Manni Schwabl über den früheren Skandallöwen. Und weiter: „Savio muss in Vorleistung gehen. Wir lassen ihn so lange mitlaufen bis er sich beweist.”


Den Laktat-Test am Dienstag durfte er mitmachen, nun folgt das Trainingslager in Grassau. Auch da fährt Nsereko mit, wenn alles passt, will man entscheiden, ob er einen Vertrag bekommt.
Zu Haching passen würde er. Denn deren Credo lautet: Junge Spieler aus der Region, die sich beweisen wollen. Oder wie Trainer Claus Schromm sagt: „Auch Spieler die schon einmal wo anders gegen eine Wand gelaufen sind.” Nsereko, dessen Familie in Allach lebt, ist das schon mehrfach, doch nun will er es wieder versuchen. In der Heimat, bei einem Klub, bei dem es äußerst familiär zugeht.


„Ich hoffe er kommt aus seinen Turbulenzen raus”, sagt Schwabl. „Sportlich brauchen wir über ihn doch kaum reden, nur muss es am Ende auch menschlich stimmen”, sagte Schwabl. Der Sportdirektor erteilte Nsereko einen Maulkorb. Keine falschen Kommentare – Konzentration auf das Wesentliche. Und das ist der Klassenerhalt für die Spielvereinigung und endlich der Durchbruch von Savio Nsereko. 

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