"Noch keine Fußspuren hinterlassen": Kauczinski mit klarer Kritik an TSV-1860-Stürmer

Es bahnt sich derzeit nicht an, dass der TSV 1860 in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv wird. Unterdessen kritisiert Trainer Markus Kauczinski seinen Stürmer Justin Steinkötter.
von  Kilian Kreitmair
Trainer Markus Kauczinski kritisiert seinen Stürmer Justin Steinkötter.
Trainer Markus Kauczinski kritisiert seinen Stürmer Justin Steinkötter. © sampics

Auf dem Basar in Belek wird gehandelt und gefeilscht. Wie viele Lira am Ende für Obst, Gewürze oder ein Trikot bezahlt werden, darauf hat man selbst großen Einfluss. Verhandlungsgeschick ist gefragt. Gleiches gilt für den TSV 1860, der sich unweit des Basars im Susesi-Sportzentrum auf die Rückrunde vorbereitet, auf dem Transfermarkt. Nur dass der Spielraum deutlich eingeengter ist. Die Auswahl an Akteuren fällt im Winter bekanntlich weitaus geringer aus. 

TSV 1860 München könnte im Winter auf Neuzugänge verzichten 

Und das Angebot macht den Preis. Ein Akteur, der Sechzig sofort weiterhelfen könnte, würde wohl teuer werden. Dieser Meinung ist zumindest Trainer Markus Kauczinski. "Ich sehe nicht diese kurzfristige, günstige Lösung", erklärte er nach einer der Einheiten in der Türkei: "Spieler, die performen, sind nicht so einfach zu pflücken." Mit anderen Worten: Tut sich keine unerwartete Möglichkeit mehr auf, ist es gut möglich, dass kein Neuzugang in der Periode beim Löwen aufschlägt. 

Hätte Kauczinski allerdings einen Wunsch frei, würde er sich für einen neuen Stürmer entscheiden, der den Ausfall von Sigurd Haugen (Kieferbruch) kompensieren kann. "Ich glaube, dass wir im Mittelfeld besser klarkommen", so der Löwendompteur auf AZ-Nachfrage. Kauczinski habe mit "Thore Jacobsen und Philipp Maier auf der Sechs zwei erfahrene Spieler und mit Samuel Althaus und Damjan Dordan zwei Junge dahinter". Im Fall der Fälle könnte auch einer seiner Innenverteidiger, der 55-Jährige denkt vor allem an Max Reinthaler, als Abräumer aushelfen. 

Ich glaube, dass wir im Mittelfeld besser klarkommen.

Markus Kauczinski

Sechzig-Coach Kauczinski ist mit Steinkötter unzufrieden

Alternativen hat Kauczinski freilich auch im Sturm. Sollte Florian Niederlechner (Muskelverletzung), der aktuell in der Nähe von Rosenheim sein Rehaprogramm absolviert, nach dem Trainingslager wieder voll einsteigen, stehen dem Coach zum Rückrundenstart zusammen mit Patrick Hobsch und Justin Steinkötter drei nominelle Neuner zur Verfügung. Was in der Theorie viel klingt, ist es für Kauczinski aber nicht. "Vorne müssen wir mehr suchen", betonte er. Nicht nur, weil dem TSV 1860 ein zweiter Spielertyp wie Haugen fehlt. 

Der Trainer ist mit Steinkötter unzufrieden. Kauczinski, der bisher noch nie einen seiner Schützlinge öffentlich kritisierte, fand klare Worte für den 26-Jährigen. "Im Sturm wünsche ich mir natürlich, dass Steinkötter explodiert", holte Kauczinski aus, ehe er wenige Minuten später nochmal konkret auf den introvertierten Angreifer einging: "Er hat in der Dritten Liga noch keine Fußspuren hinterlassen." Auch in den Einheiten an der Grünwalder Straße habe Steinkötter ihn bisher in den Momenten, "in denen man da sein muss" nicht überzeugt. 

Bisher hintendran: Stürmer Justin Steinkötter.
Bisher hintendran: Stürmer Justin Steinkötter. © sampics

Kauczinski: "Da muss er schon zulegen"

"Sein Bemühen ist immer da, aber es war jetzt auch nicht so, dass ich das Gefühl habe, ich muss ihn bringen", so der gebürtige Gelsenkirchner: "Da muss er schon zulegen. Der erste Schritt muss mehr von ihm kommen, als von mir." Kauczinski habe immerhin gezeigt, dass er offen für Veränderungen bei der Startelf ist. Youngster Clemens Lippmann schaffte es durch starke Trainingsleistungen in die erste Elf. Steinkötter sei dafür "einfach zu wechselhaft". Das habe er dem Angreifer, der vor der Saison vom TSV Steinbach kam, schon in einem persönlichen Gespräch gesagt. 

Der erste Schritt muss mehr von ihm kommen, als von mir.

Markus Kauczinski

Aufgegeben hat Kauczinski ihn aber noch nicht: "Natürlich habe ich Hoffnung, dass da noch irgendetwas herauswächst." Vielleicht in der Sonne von Belek. Klar ist: Der Trainer des TSV 1860 wird nun genau hinschauen, "welche Konstellation am erfolgsversprechendsten ist", um Haugen, der erst in rund einem Monat wieder zum Team stößt, zu ersetzen. Dass er die bis zum ersten Pflichtspiel gegen Essen (17. Januar, 16 Uhr) findet, ist er zuversichtlich: "Das habe ich immer geschafft. Ich weiß nur noch nicht, wie schnell."

Bisher bei jeder Trainingseinheit des TSV 1860 auf dem Platz: Löwen-Boss Manfred Paula (links).
Bisher bei jeder Trainingseinheit des TSV 1860 auf dem Platz: Löwen-Boss Manfred Paula (links). © sampics

Gelingt Paula doch noch ein Transfer-Coup?

Vieles hängt von Steinkötter ab. Und eventuell auch vom Transferbasar. Vielleicht macht Löwen-Verhandler Manfred Paula doch noch einen guten Deal, der Kauczinski helfen könnte.

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