Niederlechner wird Elfmeter verwehrt: Schiri-Frust beim TSV 1860 nach Köln-Remis

Auch wenn es nicht zum Sieg reichte, nimmt der TSV 1860 viel Positives mit aus dem Heimspiel gegen Viktoria Köln. Mit dem Unparteiischen war Rückkehrer Kevin Volland aber nicht zufrieden: "Das nervt mich sehr."
Ruben Stark
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Florian Niederlechner hätte gegen Köln einen Foulelfmeter bekommen müssen, meint Teamkollege Kevin Volland.
Florian Niederlechner hätte gegen Köln einen Foulelfmeter bekommen müssen, meint Teamkollege Kevin Volland. © sampics

Sonnenschein und eine gleichmütige Ruhe lagen am Donnerstag über dem Trainingsgelände des TSV 1860 an der Grünwalder Straße 114. Nichts wies mehr hin auf die Verrücktheiten, die sich am Abend zuvor einige hundert Meter weiter zugetragen hatten. Interimstrainer Alper Kayabunar ging an der Seite von Interimsportdirektor Manfred Paula zu seiner dritten Pressekonferenz in drei Tagen – und auch er hatte offenkundig das nicht nur spektakuläre, sondern ebenso nervenaufreibende 2:2 gegen Viktoria Köln gut weggesteckt.

"Es war eine riesige Erfahrung, ich nehme sehr, sehr viel mit", sagte der 39-Jährige mit der Referenz von zuvor vier Drittligaspielen als Coach für Türkgücü München. Dann berichtete der Deutsch-Türke von der guten Stimmung in der Mannschaft, die er aufgreifen und mit in das Spiel am Sonntag bei Wehen-Wiesbaden (16.30 Uhr/Magentasport und im AZ-Liveticker) tragen will. Er verwies darauf, dass in der Schlussphase seines Trainerdebüts für die Profis des TSV die Besetzung des gegnerischen Strafraums und die Qualität der Flanken hätte besser sein können. Und er beschloss: "Wir nehmen die positiven Dinge und die guten Abläufe mit."  

Nach Horror-Start und Volland-Verletzung: 1860 zeigt starke Reaktion

An einem Mittwochabend mit schier unfassbaren Wendungen gab es davon so einige, obwohl es zunächst gar nicht danach aussah. Der Katastrophenstart mit zwei Gegentoren in acht Minuten, die Verletzung von Kevin Volland, da hätte sich die negative Dynamik weiter beschleunigen können. Aber Sechzig kämpfte sich zurück wie in der Legende von Lazarus, der von den Toten aufersteht. Allein für diese Reaktion war das Lob Kayabunars berechtigt. "Ich bin stolz darauf, wie viel die Mannschaft umgesetzt hat", sagte er.

Gerade nach Vollands Ausscheiden nach einem üblen Tritt von Kölns Lars Dietz – ob Absicht oder nicht, darüber sind die Meinungen geteilt –, hatten die Löwen endlich wieder gezeigt, was an Potenzial im Kader steckt. "Wir haben schon viel Scheiße fressen müssen in den letzten eineinhalb Wochen, waren dafür zum Teil auch selber verantwortlich. In dieser Unruhe ist es gar nicht so leicht, so eine Leistung zu bringen", sagte Volland später mit frisch genähter Fleischwunde am rechten Bein. Ausfallen wird er vorerst dennoch.

Volland-Ersatz Haugen bringt gegen Köln ordentlich Schwung

"Wir werden eine super Lösung finden", versicherte Kayabunar, der Sigurd Haugen als "Option" bezeichnete. Der Norweger könnte in der Tat den Zuschlag bekommen, nachdem er Volland gegen Köln sehr ansehnlich vertreten hatte – mit wesentlich Feuer und Begeisterung zu Werke ging als in den Partien zuvor unter Ex-Trainer Patrick Glöckner. Aber das Siegtor blieb auch Haugen verwehrt, obwohl er dicht dran war, als sein Versuch vom Viktoria-Schlussmann zurück an seine Hand prallte und dann zu Florian Niederlechner, dessen Treffer eben wegen der Handberührung von Schiedsrichter Lukas Benen zurückgepfiffen wurde.

Volland regt sich über Niederlechner-Szene auf: "Ein klarer Elfmeter"

Benen gehörte auch zu den Hauptakteuren, was für einen Unparteiischen meist ein schlechtes Zeugnis ist. In der Tat hatte der 32-Jährige nicht immer das glücklichste Händchen bei seinen Entscheidungen, was ihm einigen Unmut einbrachte. "Ich will mich da zurückhalten", sagte Kayabunar am Donnerstag diplomatisch, doch zumindest ein Foulspiel an Niederlechner (57.) hätte mit Foulelfmeter für Sechzig geahndet werden müssen. "Wer da ein bisschen Fußballerfahrung hat, sieht, dass es ein Foul ist. Das war ein klarer Elfer. Das nervt mich sehr", urteilte Volland dagegen recht deutlich.

TSV 1860 aktuell sechs Punkte hinter Platz zwei

Nun ist die Frage, ob die Löwen sich nach dieser emotionalen Achterbahnfahrt stabilisieren können. Wiesbaden, das sich im DFB-Pokal sehr tapfer gegen den FC Bayern (2:3) zur Wehr gesetzt hatte, liegt zwei Plätze und einen Punkt vor den Sechzgern auf Rang zehn. Sechs Zähler ist für die Löwen der Rückstand aktuell auf den zweiten Tabellenplatz – und Kayabunar wird einen Plan entwerfen, wie dieser Abstand am Sonntag zumindest nicht größer wird. Darüber hinaus will er gar nicht denken. "Mein Fokus liegt nur auf diesem Spiel", sagte er noch. Der Rest ist schließlich auch die Sache des Trainerfinders Paula, der die Ausführungen des etatmäßigen U21-Coaches mitverfolgte und nun bestimmt schon wieder dabei ist, die künftige Dauerlösung zu suchen. Denjenigen, der die Euphorie der ersten Saisonwochen zurückbringen soll auf Giesings Höhen.

René Vollath, der den angeschlagenen Stammtorwart Thomas Dähne vertrat – ob der Rosenheimer in Wiesbaden zurückkehrt, entscheidet sich laut Kayabunar nach dem Abschlusstraining am Samstag –, fand jedenfalls, dass ein erster kleiner Schritt gelungen ist. "Die Energie in der Mannschaft war sehr gut, alles andere müssen wir abwarten. Es geht in der Dritten Liga ums Fighten, ums Beißen, und das haben wir heute gemacht", sagte Vollath – und Volland bekräftigte: "Wir können kicken, wir haben einen guten Kader, wir dürfen nicht die Nerven verlieren. Es sind nur neun Spiele bisher. Wir versuchen uns jetzt, Woche für Woche rauszukämpfen." 

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10 Kommentare
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  • Der Münchner am 03.10.2025 12:16 Uhr / Bewertung:

    wenn die Löwen so gut spielen würden wie die Schiedsrichter der 3.Liga im allgemeinen pfeifen, wären Sie schon lange aufgestiegen.
    Schiedsrichter machen sicher Fehler, die müssen aber unmittelbar entscheiden und haben keine 10 Zeitlupen. Eine Situation aus vier Blickwinkeln ergibt meist vier verschiedene Meinungen!
    Der Schiri hat nur einen Blickwinkel!
    Wie viele Fehler haben den die Spieler gemacht?

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  • Stifler am 03.10.2025 15:10 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Der Münchner

    Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun.

    Ja, ohne VAR wird's immer Fehlentscheidungen geben.
    Aber wenn ein Zweite-Liga Erfahrener Schiedsrichter samt Gespann gleich dreimal spielentscheidend zu unserem Ungunsten danebenliegt, ist es doch zumindest diskussionswürdig.

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  • Benedikt am 02.10.2025 16:55 Uhr / Bewertung:

    Wir haben in der ersten Spielen mit Schiedsrichter Glück gehabt. Nun geht es weiter wie
    immer gewohnt. Letztes Spiel ein Tor geklaut, diesmal einen Elfmeter gegeben, der keiner war,
    einen Platzverweis verweigert. Blutige Laien am Werk. Welche Konsequenzen hat das?
    Man sollte diese Referees zumindest nicht mehr in dieser Klasse einsetzen.

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