Neustart-Kader des TSV 1860: Doch weniger Spieler mit Regionalligaverträgen
Schluss mit der Sommerpause, raus auf den Rasen! Unter der Überschrift "Der Ball rollt wieder" veröffentlichte der TSV 1860 am Freitag eine ganz normale Pressemitteilung, die eigentlich auch eine Prise Euphorie bei den Fans schüren soll: Schließlich steht alle Jahre wieder der Trainingsauftakt an, auch vor der Saison 2026/27.
TSV 1860 testet beim VfB Forstinning
Wer den Löwen-Wahnsinn der letzten Wochen verfolgt hat, weiß aber: Der Ball rollt bei Sechzig künftig in der Regionalliga – und die aktuellen Entwicklungen bringen tröpfchenweise neue Fakten mit sich. "Am kommenden Montag, 15. Juni 2026, kehren die Löwen auf Platz 1 an der Grünwalder Straße 114 zurück", schrieb der TSV 1860 über das erste Training der neuen Spielzeit (15 Uhr).
Am Samstag folgt der erste Test bei Landesliga-Aufsteiger VfB Forstinning (14 Uhr). Und nein, nicht weil Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der einem an 1860 interessierten Investorenkonsortium angehört, dort seine Karriere begonnen hat – sondern weil das Duell von der U21 bereits vereinbart worden war.
Sechzig trainiert in alten Trainingsklamotten
Seit dem enttäuschenden Ende der Drittliga-Saison 2025/26, die Aufstiegsaspirant 1860 auf dem achten Rang beendete, hat sich viel getan: Darlehenskündigung durch Investor Hasan Ismaik, Kündigung des Kooperationsvertrages durch den e.V. Verlust der Drittliga-Lizenz, Ausstieg des Hauptsponsors.
Daher kommen die Giesinger nun wohl wie eine bessere U21 daher, die laut 1860 vorerst die alten Trainingsklamotten "und somit auch die Bayerische auf der Brust" tragen. Die Insolvenz schwebt weiter bedrohlich über der KGaA. Ein wackliger Neustart auf Giesings Höhen.

Junglöwen um Dordan und Althaus haben nach AZ-Informationen Regionalligaverträge
Auf dem Platz soll ein Team, zumindest für die Verhältnisse einer Ersten Mannschaft, mit einem völlig anderen Gesicht starten. "Mit einer gemischten Trainingsgruppe" aus U21 und Profis "mit gültigen Regionalligaverträgen" schreibt 1860, nach AZ-Informationen dürften dies Junglöwen wie Lasse Faßmann (20), Damjan Dordan (23), Samuel Althaus (20) oder Xaver Kiefersauer (20) sein.
Die Information der "Bild", dass es sich dabei um acht Spieler handelt, hat sich nicht bestätigt. Es sollen Stand jetzt weniger sein. Nach AZ-Infos soll es aber eine noch nicht fertige XXL-Trainingsgruppe talentierter Junglöwen sein, die auf "Profis" und die Zweitvertretung, die wieder in der Bayernliga Süd an den Start geht, aufgeteilt und noch erweitert werden soll.
Profis befinden sich weiterhin im Urlaub
Und das Quartett um Thomas Dähne (32), Max Reinthaler (31), Tunay Deniz (32) und Florian Niederlechner (35), das seine Bereitschaft für einen Regionalliga-Neustart mehr oder weniger deutlich signalisiert hat? Die Profis "befinden sich weiter im Urlaub", schreibt der TSV, ihre Zukunft bleibt also ungewiss.
Nach AZ-Infos orientieren sich die Spieler langsam aber sicher um. Kaum einer will sich offiziell äußern, doch jeder will verständlicherweise Klarheit, wie es mit 1860 weitergehen kann. Im Falle von Top-Torjäger Sigurd Haugen (28) und Top-Talent Sean Dulic (21) haben der 1. FC Nürnberg und Schalke 04 längst Lunte gerochen.

Kauczinski kehrt wohl nicht mehr zum TSV 1860 zurück
Fragt sich nur, ob 1860 im Falle von Dulic (Vertrag bis 2028) noch finanziell davon profitieren kann. Der TSV soll kürzlich nach AZ-Infos ein Angebot abgelehnt haben. Für Markus Kauczinski, der mit Zweitliga-Ambitionen zu 1860 gekommen war, ist wie erwartet wohl Endstation.
Der neue Chefcoach heißt nicht Kauczinski, sondern Alper Kayabunar, der bisherige U21-Coach, der vorerst eine große Gruppe an Löwen für Regionalliga UND Bayernliga coachen soll, bevor es weitere Personalentscheidungen festzuzurren und zu verkünden gibt. Auf AZ-Anfrage wollte sich Kayabunar vorerst nicht äußern, Kauczinski hat auf eine Anfrage nicht reagiert.
Arbeitsplatz von Mitarbeitern nicht gesichert
Ein Mitarbeiter, der sich aktuell auf die Regionalliga-Spielzeit vorbereitet, aber sich dabei im Klaren ist, dass sein Arbeitsplatz im Falle einer baldigen Insolvenz alles andere als gesichert ist, versprüht im Gespräch mit der AZ zumindest ein Fünkchen Hoffnung: "Für mich bedeutet dieser Auftakt, dass 1860 noch lebt und noch nicht tot ist."

