Nächste Eskalation bei 1860? Ismaik zieht vor Gericht – Mang reagiert gelassen

Investor Hasan Ismaik hat beim Landgericht München I Klage gegen den TSV 1860 eingereicht.
Ruben Stark, Krischan Kaufmann, Nina Job |
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Geht nun wohl juristisch gegen den TSV 1860 vor: Investor Hasan Ismaik.
Geht nun wohl juristisch gegen den TSV 1860 vor: Investor Hasan Ismaik. © IMAGO

Wer dachte, beim TSV 1860 würde langsam Ruhe einkehren und die Zukunft ungehindert konkrete Formen annehmen, der sieht sich getäuscht.
Der ausgebootete Investor Hasan Ismaik hat sich offenbar entschieden, die Schlammschlacht gegen den e.V. und die neu gegründete Spielbetriebs-GmbH fortzusetzen und beim Landgericht München I eine Klage eingereicht.

Mang bleibt in der Causa gelassen

Es geht um Schadensersatzforderungen. Der Jordanier wird von Rechtsanwalt Peter Gauweiler vertreten. Nach AZ-Informationen geht es um einen Feststellungsantrag. Zuerst hatte die "Bild" über die Klage berichtet.

Am Dienstagvormittag erreichte die AZ Präsident Gernot Mang – und fragte ihn zur Sache. "Wir wissen gar nicht, ob und wann etwas kommt", entgegnete der 58 Jahre alte Oberlöwe. Er setzte hinzu: "Und wenn doch, werden wir das Thema intern besprechen. Aktuell sehen wir einer möglichen Klage von Hasan Ismaik allerdings sehr gelassen entgegen. Wir sind sehr gut vorbereitet."

Bislang haben die Löwen den Schriftsatz noch nicht zugestellt bekommen. Das kann erst geschehen, wenn der Streitwert vom zuständigen Gericht vorläufig festgesetzt worden ist. Es ist das nächste Kapitel der 15 Jahre langen und konfliktreichen Beziehung zwischen Sechzig und dem einstigen Mitgesellschafter.

Bleibt weiterhin gelassen: Löwen-Präsident Gernot Mang.
Bleibt weiterhin gelassen: Löwen-Präsident Gernot Mang. © IMAGO

Ismaik hat wohl etwa 85 Millionen Euro in den Klub gesteckt 

Ismaik hatte seit seinem Einstieg 2011 laut eigener Aussage insgesamt etwa 85 Millionen Euro in den Verein gesteckt. Die Rendite: sportlicher Misserfolg mit letztlich zwei Zwangsabstiegen, jahrelanger Ärger mit den verschiedensten Gremien und Personen der Löwen. Der Ärger beruhte dabei freilich auf Gegenseitigkeit.

Und nun: Versucht Ismaik wohl noch zu retten, was zu retten ist. Der viel geringere Wert seiner 60 Prozent Anteile an der 1860-Profiabteilung (KGaA) zum Zeitpunkt der Insolvenz könnte ein Indiz für die Höhe der Millionen liefern. Ob das letzte Scharmützel der beiden Parteien ausgetragen wird, obliegt nun zumindest in Teilen der Justiz. Im konkreten Fall geht es um eine sogenannte Feststellungsklage. Das bedeutet, dass der Kläger (noch) nicht die unmittelbare Zahlung einer bestimmten Summe fordert, sondern gerichtlich festgestellt haben will, dass eine Person (in diesem Fall der Verein) dazu verpflichtet ist, alle zukünftigen Schäden aus einem bestimmten Schadensereignis zu ersetzen.

Insolvenzverfahren wurde bereits eröffnet

Ismaik vertraut im früheren CSU-Politiker Gauweiler (76) auf einen Star-Anwalt, der sich ausgiebig mit Gesellschaftsrecht und Wirtschaftsstrafrecht befasst und so manch schlagzeilenträchtiges Verfahren geführt hat. Aber: Mang hatte in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport" zuletzt selbst eine Klage gegen Ismaik in den Raum gestellt und sich überdies bislang immer sehr gelassen gezeigt in Bezug auf mögliche rechtliche Schritte seitens Ismaiks.

"Auch wir haben uns das angeschaut und planen den ein oder anderen Schritt auf Schadensersatzforderungen", sagte Mang im BR. "Hasan Ismaik hat 1860 in die Insolvenz getrieben." Ebendas sieht die Seite um den 49 Jahre alten Geschäftsmann ganz anders. Ihrer Auffassung nach sei die Insolvenz – das Verfahren wurde am 1. September unter der Kontrolle von Insolvenzverwalter Max Liebig eröffnet – mutwillig herbeigeführt worden, "pflichtwidrig" nannte er es zuletzt.

Insolvenzverwalter des TSV 1860: Max Liebig (rechts).
Insolvenzverwalter des TSV 1860: Max Liebig (rechts). © IMAGO

TSV 1860 fehlten 2,7 Millionen Euro zum Erhalt der Drittligalizenz

Zur Erinnerung: 2,7 Millionen Euro fehlten Sechzig am 3. Juni, einem neuerlichen Giesinger Schicksalstag, zum Erhalt der Drittligalizenz, weil Ismaik die Darlehen kündigte. Auf eine neue Vereinbarung vermochten sich beide Parteien nicht zu einigen und der TSV sauste hinab in die Regionalliga Bayern. Daraufhin erfolgte seitens des e.V. die Kündigung des Gesellschafter-Kooperationsvertrages, ein Schritt, der zuvor nie gewagt wurde und der den blauen Befreiungskampf einleitete. Ismaik findet, in all diesen Irrungen und Wirrungen habe der Verein „sittenwidrig“ gehandelt.

Welche Position ist nun die wahrheitsgemäße? Auch darum wird es bei der im Raum stehenden gerichtlichen Auseinandersetzung gehen.
Ismaik gegen Sechzig oder Sechzig gegen Ismaik, die nächste Runde ist eröffnet.

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  • Angler vor 10 Minuten / Bewertung:

    Ein Rechtsanwalt arbeitet bei richtigem Honorar auch für aussichtslose Fälle ...

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  • Kritik vor 5 Stunden / Bewertung:

    Traurig - dies alles! Sei es Gauweiler - oder alle anderen Parteien - die diesen Ismaik holten.
    Wie ich vor vielen Jahren schon schrieb - damals ging es um OLYMPISCHE WINTERSPIELE und jetzt um Sommerspiele.
    Also um pure Vermarktung von Labels dazu.

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  • Löwin vor 6 Stunden / Bewertung:

    Es ist leider zu befürchten, daß ein Herr Gauweiler als Rechtsanwalt sich kaum für eine aussichtlose Klage einspannen läßt ... da gibt es vor allem noch die nicht vollständig vorliegenden und somit ungeklärten Jahresberichte ...

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