Nach Trainer-Entlassung: Mannschaft in der Bringschuld

Nach nur neun Monaten hat Fußball-Zweitligist 1860 München das Experiment mit Trainer Alexander Schmidt beendet. Schäfer: "Jetzt ist auch die Mannschaft in der Bringschuld"
| dpa
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Nach der Entlassung von Trainer Schmidt appelliert TSV-1860-Geschäftsführer Robert Schäfer (li.) an die Mannschaft: "Alle müssen jetzt in eine Richtung gehen "
Rauchensteiner Nach der Entlassung von Trainer Schmidt appelliert TSV-1860-Geschäftsführer Robert Schäfer (li.) an die Mannschaft: "Alle müssen jetzt in eine Richtung gehen "

München – Der Rauswurf kam mit Ansage. Nur 15 Stunden nach der erschütternden 0:2-Heimpleite gegen den SV Sandhausen beendete Fußball-Zweitligist Trainer Alexander Schmidt. Nach zuletzt zwei Niederlagen trennten sich die „Löwen“ am Samstag von dem 44-Jährigen.

„Wir haben frühzeitig reagiert, um unsere Ziele für die Saison nicht zu gefährden“, begründete Geschäftsführer Robert Schäfer den erwarteten Schritt. Die Entscheidung sei nach der Niederlage am Freitagabend „in Abstimmung mit dem Investor“ getroffen worden, betonte der Verein in einer Erklärung.

Schmidt, der zuvor das Regionalliga-Team der „Löwen“ geleitet hatte, hatte das Amt bei den Profis im November 2012 als Nachfolger des geschassten Reiner Maurer angetreten. Die Trennung ist in der noch jungen Zweitliga-Saison schon die dritte Trainer-Entlassung nach Peter Pacult in Dresden und Franco Foda beim 1. FC Kaiserslautern.

Nun soll ein neuer Coach für den Schulterschluss beim oft so unruhigen Traditionsclub sorgen und den deutschen Meister von 1966 zurück ins Oberhaus führen. „Wir werden ganz in Ruhe einen Nachfolger aussuchen“, kündigte Sportchef Florian Hinterberger an. Vorerst soll Co-Trainer Markus von Ahlen das Team leiten. Erfahrene Fußballehrer wie Lorenz Köstner oder Friedhelm Funkel werden als Kandidaten gehandelt. Auch der Name Felix Magath kursiert.

„Der Trainer trägt nicht die alleinige Schuld“, erkannte Kapitän Guillermo Vallori am Samstag selbstkritisch. Auch die Vereinsführung nahm die Profis in die Pflicht. „Jetzt ist auch die Mannschaft in der Bringschuld. Alle müssen jetzt in eine Richtung gehen, um unser Ziel zu verfolgen“, sagte Geschäftsführer Schäfer.

„Er hat alles getan für den Erfolg“, lobte Geschäftsführer Schäfer den beurlaubten Coach. „Die Entwicklung der Mannschaft verlief zuletzt allerdings nicht wie gewünscht.“ Sportchef Hinterberger verwies auf die mangelnde Akzeptanz von Schmidt bei vielen Anhängern. „Er hat von Anfang an keine Chance bei den Fans gehabt. Was da teilweise gelaufen ist, war unter der Gürtellinie.“

Die Pfiffe der Anhänger angesichts der desolaten Vorstellung gegen Sandhausen waren jedoch gerechtfertigt. Vor 15 100 Zuschauern sorgten in der Allianz Arena Florian Hübner (12. Minute) und Ranisav Jovanovic (39.) für den ersten Saisonsieg der Gäste. „Lauter kann man gar nicht pfeifen“, erkannte Profi Moritz Stoppelkamp. Dies hatte wohl auch die Vereinsführung gehört – Schmidt musste gehen.

 

 

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