Nach Sieg gegen den 1. FC Nürnberg II: TSV 1860 geht ohne Kayabunar auf das Oktoberfest
Zwei Mal musste OB Dominik Krause Maß nehmen, den Schlegel schwingen – und schon war am Samstag die Wiesn eröffnet. Auf dem grünen Rasen des Sechgerstadions setzte es tags darauf – zum Leidwesen der kleinen Glubberer – auch zwei Genickschläge.
Deniz: "Dieser Sieg tut heute sehr gut"
"Das war sehr souverän von uns. Wir versuchen, gerade zuhause jetzt die Siege einzufahren und deshalb tut dieser Sieg heute sehr gut", sagte Matchwinner Tunay Deniz nach Abpfiff am BR-Mikro nach dem 2:0 des TSV 1860 zum Abschluss der Englischen Woche, gleichbedeutend mit dem Auftakt des 191. Oktoberfestes, dahoam im Grünwalder Festzelt gegen den 1. FC Nürnberg II.
Oberlöwe Gernot Mang, der auch im Stadion stilecht in Tracht auftauchte, hatte zuvor bereits am traditionellen Wiesn-Einzug teilgenommen (siehe unten). Nun durfte er mitansehen, wie die Burschen von Chef-Dirigent Alper Kayabunar zwar einen bemühten Auftritt hinlegten, aber mit Tunay Deniz ihren Scharfschützen vom Dienst brauchten.

Eberwein fiel gegen Nürnberg aus
"O’zapft is!", scherzte Stadionsprecher Basti Schäch nach dem 1:0. Aufstiegs-Kapitän Felix Weber legte nach einer Deniz-Ecke nach. Voila, da ist er, der erhoffte Wiesn-Dreier.
Neulöwe Eric Uhlmann, der schon bei den "Wiesn Champions" eine gute Figur abgegeben hatte, stand anstelle von von Offensivmann Michael Eberwein erstmals in Sechzigs Startelf: "Er hat bisschen Probleme gehabt jetzt in der englischen Woche muskulär und er hat es gestern im Training noch mal probiert, es sah leider nicht so gut aus", sagte Kayabunar über Eberwein und wollte zum Wiesn-Auftakt nicht nur für die Fans "was Positives rausnehmen."
Deniz rückte auf die Zehnerposition gegen Nürnberg
Spielmacher Deniz rückte deshalb eine Position weiter nach vorne und prompt war es natürlich wieder der wohl unersetzlichste Löwe, nach dessen etwas laschen, aber dennoch gefährlichen Fallrückzieher erstmals Stimmung aufbrandete (17.): "Deutscher Meister TSV, von der Elbe, bis zur Isar, immer wieder TSV!"
In der 21. Minute hätte Deniz erneut treffen müssen: Völlig freistehend ballerte der 32-Jährige mit links eine Volleyabnahme aus kurzer Distanz drüber. Ansonsten hatte Sechzig aber mehr Mühe mit agilen Clubberern, als der souveräne Heimsieg gegen den TSV Schwaben Augsburg (3:0) und der folgende, starke Auswärts-Auftritt bei der SpVgg Greuther Fürth ohne Happy End (1:1) erhoffen ließen: Das Team von Coach Andreas Wolf verteidigte kompakt und tauchte durchaus ab und an vor dem 1860-Kasten auf, den Torwart Vitus Eicher einmal im Vollsprint verlassen musste, um sein Team vor dem Rückstand zu bewahren.

Kayabunar geht nicht mit auf das Oktoberfest
Kurz vor dem Seitenwechsel die beste Chance für die Blauen: Nach einer Hereingabe von Raphael Ott brachte Routinier Florian Niederlechner den Ball zwar aufs Tor, aber nicht im Kasten unter (45.). Ob’s kompakte, aber einfallslose Glubberer oder ein paar Haferl-Hemmschuhe an den Füßen der Löwen die Begründung dafür waren, dass es mit einem mageren 0:0 in die Kabinen ging?
Nach der Pause erwachte 1860 direkt: Emre Erdogan holte clever einen Strafstoß heraus, Deniz traf eiskalt. Wie befreit rannten die Löwen weiter an und verpassten zwei, drei Mal knapp, bevor Weber traf. Die Beute der Englischen Woche sind somit sieben Zähler und nach dem heutigen Wiesn-Auftakt-Dreier das von Torjäger Niederlechner herbeigesehnte Sieger-Masserl, denn Kayabunar gab zwei Tage frei und damit die Steilvorlage: "Die Spieler haben sich das heute verdient. Wir haben eine Englische Woche hinter uns, die sehr intensiv war. Mit sieben Punkten rauszugehen ist gut, obwohl auch neun möglich gewesen wären. Die Jungs haben sich jetzt zwei freie Tage verdient. Ich werde nicht auf die Wiesn mitgehen, aber bestimmt die Tage mal."
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