Nach seinem 1860-Aus: Neuer Job für Ex-Präsident Reisinger
"Zwischen München und Tegernsee gelegen, bietet Ihnen unser 18-Loch-Platz ein Golf-Erlebnis, das sportliche Herausforderung mit landschaftlicher Schönheit verbindet. Umrahmt von sanften Hügeln und mit freiem Blick auf das Alpenpanorama erleben Sie hier Golf in seiner ursprünglichsten Form.“ So wirbt der „Golfplatz Waakirchen Tegernsee“ im Internet für sich selbst.
Von diesem Mittwoch an hat die so idyllisch gelegene Anlage einen neuen Chef, der in der bayerischen Landeshauptstadt alles andere als ein Unbekannter ist: den früheren Löwen-Präsidenten Robert Reisinger (62), von 2017 bis 2025 Boss des TSV 1860.

"Morgen ist sein erster Tag", sagt der scheidende Geschäftsführer der AZ
"Wir sind uns vertraglich einig und morgen ist sein erster Tag“, sagt der scheidende Geschäftsführer der Golfplatz Besitzgesellschaft Karl-Heinz Krutz am Dienstag der AZ. Und Robert Reisinger teilt auf Anfrage mit: "Ich kann bestätigen, dass ich zukünftig bei der Entwicklung des Golfclubs mitarbeiten werde.“ Der Kontakt zu Karl-Heinz Krutz bestehe schon seit mehreren Jahren.
Krutz hatte den Platz 2016 eröffnet. Drei Jahre später gliederte Reisinger die Golf-Abteilung des TSV 1860 aus und startete eine Kooperation mit dem Golfplatz Waakirchen. "Ein Giesinger ist da in einer halben Stunde draußen“, sagte Reisinger damals der "SZ“. "Wir wollen Golf, wie es in England, in Schweden und in Dänemark ist, zum Volkssport machen in der Münchner Region.“
Krutz: "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er es schafft“
Doch die Kooperation war nicht von Erfolg gekrönt. "Sie ist wegen Corona eingegangen“, sagt Krutz, der die Übergabe an Reisinger noch ein paar Monate unterstützend begleiten und dann „so langsam in Rente gehen“ möchte. Schließlich sei er mittlerweile 77 Jahre alt.
Er muss alles besser machen, was ich falsch gemacht habe
Die Latte für seinen Nachfolger legt Krutz hoch: "Er muss alles besser machen, was ich falsch gemacht habe“, sagt er – und bricht in dröhnendes Gelächter aus. Dabei gehe es zuvorderst um die Mitglieder. "Aktuell haben wir 250, aber das Ziel sind mindestens 500.“Außerdem stünden beim zehnköpfigen Personal einige Wechsel an. Zudem soll eine Gastronomie aufgebaut werden, verschiedene Baumaßnahmen stehen ins Haus. "Auch das muss er meistern. Aber ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er es schafft.“

Ein ausländisches Familienunternehmen ist als Investor an Bord
Immerhin ist frisches Geld in Sicht: Erst vor wenigen Wochen hat Krutz nach eigenen Angaben ein ausländisches Familienunternehmen als Investor an Land gezogen. Robert Reisinger scheint in jedem Fall guter Dinge zu sein. "Während meiner Zeit als Präsident habe ich die Herausforderungen, die sich aus der Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Helfern, gewerblichen Mitarbeitern und institutionellen Unternehmen ergeben, ausführlich kennengelernt“, lässt er die AZ wissen.
"Wir befinden uns jetzt gerade in der Phase der Konzepterstellung, sowie Mitarbeitergewinnung und werden zeitnah die Gespräche mit Gemeinde, Verbänden und andere Institutionen aufnehmen“, schreibt Reisinger weiter.
Was Reisinger verdient? "Ich fand’s zu viel, er fand’s zu wenig“, sagt sein Vorgänger
Konkrete Pläne gibt er noch nicht preis. "Ich bitte um Verständnis, dass ein Gespräch zum jetzigen Zeitpunkt nur 'Wasserstandsmeldungen’ und keine konkreten Maßnahmen beinhalten kann. Es wäre noch zu früh darüber zu sprechen“, teilt er mit.
Was Reisinger in seiner neuen Funktion verdient, will auch der sonst so auskunftsfreudige Karl-Heinz Krutz nicht verraten. "Ich fand’s zu viel, er fand’s zu wenig“, sagt er – und lacht erneut sehr herzlich.
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