Nach Remis in Vilzing: TSV 1860 weiter ungeschlagen – aber angefressen

Felix Weber hatte sich seine doppelte Rückkehr anders vorgestellt. Sowohl die zum TSV 1860, wo er als Aufstiegskapitän der Regionalliga-Truppe 2017/18 in die Vereinshistorie eingegangen war und zuletzt im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel (0:2), im Toto-Pokal gegen den TSV Buchbach (1:3) und gegen den TSV Landsberg (1:1) drei Dämpfer hinnehmen musste.
Als auch seine "kleine" Rückkehr zum Ex-Klub DJK Vilzing, das neuste Beispiel für eine ganze Reihe weiß-blauer Ärgernisse.
Weber nach Remis frustriert: "Wir müssen das Ding einfach irgendwie ziehen"
"Ich weiß nicht, was ich anderes sagen soll: Wir müssen das Ding einfach irgendwie ziehen. Dann haben wir ein dreckiges 2:1, nehmen die drei Punkte mit und fertig. So stehen wir wieder scheiße da", sagte Rückkehrer Felix Weber nach dem 2:2-Unentschieden seines TSV 1860, für den er 98 Pflichtspiele bestritten hat (acht Tore, zwei Assists), am Freitagabend bei Regionalliga-Rivale Vilzing, für den er zwischendurch 59 Partien bestritten hat (zehn Tore, eine Vorlage).
Ausgerechnet Ex-Löwe und Weber-Spezl Markus Ziereis war es, der die Sieger-Butter mit dem letzten, verzweifelten Angriff der Hausherren noch vom Sechzger-Brot nahm. "Dass ausgerechnet ich auch noch das Tor schieße, das ist echt der absolute Wahnsinn", sagte Ziereis selbst.
1860 ist weiter ungeschlagen in der Liga
Während Sechzigs Totopokal-Schreck TSV Buchbach mit 17 Punkten an der Tabellenspitze thront, ist 1860 mit zwei Siegen, vier Remis und noch einem Spieler weniger nach wie vor ungeschlagen. Ungeschlagen zwar, aber auch mächtig angefressen!
Weber war nicht der Einzige, der seinen Ärger darüber nach zweifacher Führung und einem ordentlichen Auswärts-Auftritt gar nicht erst verstecken konnte oder wollte. "Natürlich wollte ich hier gewinnen. Das ist ein Dorfverein, für die war das heute ein Highlight, aber ich will gar nicht so viel dazu sagen – wir müssen das Ding einfach gewinnen, fertig!"
Tunay Deniz: "Es fühlt sich an wie eine Niederlage"
Fertig vorgezeichnet schien der Spielverlauf nach der Führung durch Florian Niederlechner und dem zwischenzeitlichen 1:1 schließlich mit Deniz’ Sonntagsschuss zu sein. "Es wäre schön gewesen, wenn es der Siegtreffer gewesen wäre", sagte Sechzigs Schlitzohr auf AZ-Nachfrage, musste aber hinterherschieben: "Aber er war es nicht, deswegen sind wir maximal enttäuscht. Es fehlen einem ein bisschen die Worte, weil wir eigentlich schon mit den drei Punkte gerechnet haben. Mit der letzten Aktion kassieren wir das 2:2, stehen mit nur einem Punkt da und es fühlt sich an wie eine Niederlage."
Nach dem dritten 2:2 in der Liga, inklusive des jüngsten 1:1 gegen den TSV Landsberg schon das vierte Viertliga-Remis des TSV, zeigte sich auch Cheftrainer Alper Kayabunar frustriert. "Es tut unfassbar weh, wenn du mit der letzten Aktion das Gegentor kassierst", sagte der 40-Jährige sichtlich hadernd.
"Wir haben es versäumt, den Sack früher zuzumachen"
Zum vierten Mal in sechs Spielen verlor Sechzig zwei Punkte durch eine Punkteteilung, zum vierten Mal nach Schweinfurt 05, Augsburg II und Landsberg, weshalb die vormarschwilligen Giesinger zum Ärger aller Beteiligten unfreiwillig im Tabellen-Mittelfeld hängenbleiben.

Deniz und Weber wurden immerhin ihrem Status als Führungsspieler gerecht und legten den Finger in die Wunde: "Wir haben es versäumt, den Sack früher zuzumachen" kritisierte der Offensiv-Lenker eine ganze Reihe verpasster Chancen und meinte mit schönen Grüßen an Sechzigs Hinterleute: "Ich frage ich mich auch, wie so etwas passieren kann in der letzten Aktion – da musst du als Spieler alles reinwerfen."
Weber, der am 2:2 selbst beteiligt war, meinte selbst- und mitspielerkritisch über sich, Innenverteidiger-Kollege Lasse Faßmann, Außenverteidiger Julian Bell und die Mittelfeldzentrale um Kapitän Dennis Dressel: "Er kommt frei zum Flanken, von der Zuordnung muss ich vielleicht ein Stück weiter nach hinten rücken oder Lasse weiter vorne, oder ein Sechser mit reinrücken – keine Ahnung. Auf jeden Fall müssen wir ihn klären!"