Nach Insolvenz der 1860-KGaA legt Ismaik auf acht Seiten seine Forderungen und Ansichten da
Der TSV 1860 sieht sich in seinem Befreiungskampf mit den erwarteten juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert, denn KGaA-Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik hat sich seinerseits offensichtlich einem Verteidigungskampf verschrieben, zur Verteidigung seiner Interessen, zur rechtlichen Klärung der zurückliegenden Vorgänge rund um die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und nicht zuletzt zur maximal möglichen Reduzierung seiner finanziellen Verluste.
Nachdem der Jordanier hierzu am Donnerstag bereits auch über die AZ eine Klageankündigung publik gemacht hatte, legte seine Firma HAM International Limited am Freitag mit einer achtseitigen Presseaussendung nach.
Ismaik habe diskussionswürdige "Dokumente, Korrespondenz, Beweise und Zeugenaussagen"
Acht Seiten, die aus seiner Sicht wohl vor allem einen Zweck haben sollen: Sie sollen darauf aufmerksam machen, dass eine unabhängige Untersuchung nötig sei, weil womöglich nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. HAM schreibt gleichwohl mehrfach, man wolle keinesfalls vorverurteilen.
Aber eben auch: "HAM International Limited verfügt über Dokumente, Korrespondenz, Beweise und Zeugenaussagen, die nach Ansicht seiner Berater ernsthafte Fragen zu den Bedingungen vor der Insolvenz, zur tatsächlichen finanziellen Lage der KGaA zum relevanten Zeitpunkt, zu den verfügbaren Liquiditäts- und Finanzierungslösungen, zu den vorgelegten Restrukturierungsvorschlägen und den dazu getroffenen Entscheidungen aufwerfen." Dieses Material werde Gerichten und zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt.
Ismaik vergleicht Absturz 2026 mit dem von 2017
HAM zieht Parallelen zur Situation von 2017 und dem damaligen Zwangsabsturz in die Regionalliga, als die KGaA sich ebenfalls in einer schweren Krise befand, die Beziehung damals aber nicht einseitig aufgekündigt wurde. "Warum wurde 2026 kein vergleichbarer Restrukturierungsweg verfolgt und welche rechtlichen, finanziellen und administrativen Faktoren führten dazu, dass die Insolvenz letztlich der Weg des Unternehmens wurde?", fragt Ismaiks Unternehmen.
HAM betrachtet die aktuelle Situation mit der Übertragung der werthaltigsten KGaA-Assets an den e.V. und die neue Spielbetriebs-GmbH nicht als das Ende der Geschichte. Er gehe hierbei um heikle juristische Themen im Unternehmensrecht und nicht um eine bloße mediale Auseinandersetzung rund um den TSV 1860.
Ismaik fühlt sich nicht ausreichend gehört, will Fußball-Betrieb aber nicht stören
"HAM wird Rechenschaftspflicht und Entschädigung für jeden nachgewiesenen Verlust gemäß dem Gesetz fordern. Insbesondere bezüglich des Insolvenzverwalters (Dr. Max Liebig, d. Red.) ist HAM der Ansicht, dass die Art der aktuellen Phase und die Sensibilität der getroffenen Entscheidungen das höchste Maß an Unabhängigkeit, Neutralität und gleicher Berücksichtigung der Interessen aller Rechteinhaber erfordern." Ismaiks Lager fühlt sich zudem im Prozess der zurückliegenden Wochen und Monate nicht ausreichend gehört und dem Gesellschafterstatus angemessen eingebunden.
HAM führt noch aus, den laufenden Fußball-Betrieb nicht stören zu wollen. "HAM International Limited kämpft nicht gegen den TSV 1860 München, seine Spieler, seine Unterstützer oder seine Identität." Man fordere aber Rechenschaft und Verantwortung ein. "Diese Angelegenheit", so schließt die Mitteilung, "sollte nicht damit enden, dass eine Seite die andere besiegt. Sie sollte damit enden, dass Recht und Gerechtigkeit auf Grundlage der vor Gericht festgelegten Tatsachen und Rechte gelten."
- Themen:
- Hasan Ismaik
- TSV 1860 München

