"Muss in so einem Spiel vorangehen": Niederlechner nach Derby-Klatsche gegen den FC Bayern bedient

Der TSV 1860 verliert das Derby gegen den FC Bayern II. Anschließend lässt Michael Eberwein seinen Frust freien Lauf.
von  Matthias Eicher
Enttäuscht: Florian Niederlechner nach der Pleite gegen den FC Bayern.
Enttäuscht: Florian Niederlechner nach der Pleite gegen den FC Bayern. © IMAGO

Wie bringt man seine Enttäuschung, seine Ernüchterung nach dieser geballten Vorfreude und diesem als Festtag geplanten Großereignis auf Giesings Höhen am besten zum Ausdruck? Und das in dem Wissen, dass die Schmach garantiert bis zum Rückspiel im April 2027 bleibt?

Eberwein lässt nach Derby-Pleite Frust freien Lauf

Der TSV 1860 hat am vergangenen Sonntag nicht nur ein Regionalliga-Duell mit 2:4 verloren. Die Giesinger haben ihre höchste Saisonpleite 2026/27 ausgerechnet gegen den FC Bayern II kassiert. Rot zwei schlägt blau. Das heimische Sechzgerstadion ist, zumindest an diesem Drumherum so frenetisch zelebrierten Feiertag, zur Hermann-Gerland-Kampfbahn geworden.

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"Unheimlich bitter!", meinte Torjäger Florian Niederlechner, der dem Tor an diesem Tag trotz bester Chancen vergeblich hinterherjagte. Damit ist der Giesinger Katzenjammer eröffnet. "Was soll ich dazu sagen?", meinte Niederlechners frustrierter Sturm-Kollege Michael Eberwein und wiederholte diesen Satz grantig-konsterniert gleich ein zweites Mal, nachdem er zwischendrin seinem Frust freien Lauf ließ: "Das ist natürlich bitter, sehr bitter! Es ist das Derby hier. Jeder hat mitbekommen, worum es hier geht. Also ja, sehr enttäuschend!"

Nach dem Derby gegen den FC Bayern II enttäuscht: Michael Eberwein.
Nach dem Derby gegen den FC Bayern II enttäuscht: Michael Eberwein. © IMAGO

"Wir waren grundsätzlich die bessere Mannschaft"

Es folgten die Erklärungsansätze der Protagonisten auf Seiten der Blauen, deren Analyse deutlich treffender war als die Torabschlüsse der Spieler auf dem Rasen: "Ganz einfach: Die waren effektiv, wir haben unsere Chancen nicht gemacht. Die haben gefühlt aus jeder Chance ein Tor gemacht. Wir waren grundsätzlich die bessere Mannschaft, aber waren vor dem Tor nicht konsequent genug."

Eberwein rechnet vor: "Selbst, wenn wir die vier Tore kassieren, wir können locker fünf oder sechs schießen." Allen voran darf sich Stoßstürmer Niederlechner davon angesprochen fühlen, der gleich mehrere Riesenchancen teils knapp, teils kläglich vergeben hat. Und das tat er auch. "Wir haben eigentlich echt ein gutes Spiel gemacht", fing Niederlechner noch etwas zu beschönigend über die in allen Mannschaftsteilen schwache Leistung an, wurde aber treffsicherer: "Bayern war eiskalt, wir haben eine Großchance nach der anderen verblasen. Unter anderem natürlich ich. Das tut unheimlich weh. Schei* Tag!"

Vergab zahlreiche Chancen gegen den FC Bayern II: Florian Niederlechner.
Vergab zahlreiche Chancen gegen den FC Bayern II: Florian Niederlechner. © IMAGO

Niederlechner kritisiert die Chancenverwertung des TSV 1860

Was den Sechzgern an diesem Tag nicht abzusprechen war, brachte Eberwein auf den Punkt: "Man hat gesehen, dass wir alles gegeben haben", meinte der 30-Jährige über sichtlich topmotivierte Löwen in dieser Hinsicht: "Am Einsatz oder so lag es wirklich nicht. Wir wollten es unbedingt. Man kann keinem einzelnen einen Vorwurf machen: Jeder will das Tor schießen, jeder will das Tor verteidigen. Aber es gibt halt einfach Tage, da klappt es nicht und so einer war heute."

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Womit wir wieder bei der extremen Diskrepanz zwischen den vorne zu wilden und hinten vogelwilden Löwen – und den an diesem Tag abgezockteren Bayern-Bubis wären. Niederlechner konkretisierte nochmal selbstkritisch: "Die Chancenverwertung war nicht gut. Ich habe, glaub ich, vier Schüsse. Und die hatten bis zum 4:2 vier oder fünf Schüsse und machen daraus vier Tore. Das ist brutal! Einer wie ich muss in so einem Spiel vorangehen, muss die Chancen machen, dann geht es ganz anders aus."

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis gegen den FC Bayern II: Cheftrainer Alper Kayabunar.
Nicht zufrieden mit dem Ergebnis gegen den FC Bayern II: Cheftrainer Alper Kayabunar. © IMAGO

Kayabunar nach Pleite enttäuscht

Hinterher zwar gesagt, auf dem Rasen aber nicht getan, weshalb der TSV nach der zweiten und maximal schmerzhaften Saisonpleite in der Tabelle nun sechs Punkte hinter dem neuen Tabellenführer FC Memmingen (30 Punkte), dem TSV Buchbach (28) und Haching (25) mit 24 Zählern auf Rang vier liegt. Wenn man irgendwas positiv sehen will, dann den niederlechner’schen Rechenansatz: "Für das Spiel gibt’s auch nur drei Punkte."

Auch für Alper Kayabunar, der die Einordnung seiner Spieler teilte, defensiv zu anfällig und offensiv zu unpräzise gewesen zu sein, setzte es im ersten Lokalduell gegen die Roten als Proficoach ein "sehr enttäuschendes Ergebnis". Die Derby-Wunde wird so schnell nicht heilen – aber die Wut soll nun die SpVgg Eichstätt zu spüren bekommen (Sonntag, 14 Uhr).

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