"Muss ich das sagen?": Welchen Krachergegner sich der TSV 1860 insgeheim für den DFB-Pokal wünscht
Wer geglaubt hatte, die Nachricht von der vorzeitig feststehenden DFB-Pokal-Qualifikation hellte das Gemüt von Markus Kauczinski auf, der sah sich getäuscht. Der Trainer des TSV 1860 nahm diese Botschaft beinahe so auf, als würden sieben Tage Regenwetter angekündigt. "Das kann mich ja nicht versöhnen, das ist ja ein Erfolg der anderen, das haben wir ja nicht in der eigenen Hand", sagte Kauczinski noch unter dem Eindruck des 1:2 gegen den FC Ingolstadt im letzten Heimspiel der Drittliga-Saison.
Kauczinski enttäuscht
Das 4:0 der Würzburger Kickers gegen die SpVgg Unterhaching im Topduell der Regionalliga Bayern, das den Unterfranken als Tabellenzweiten den Sprung in den Cup-Wettbewerb über die Liga sicherte, vermochte den neuerlichen Fehltritt der Löwen nicht zu überdecken. Der 56-Jährige ergänzte: "Im Moment nagt die Enttäuschung, dass wir das erste Spiel zu Hause in diesem Jahr verloren haben, eher an mir, als dass ich mich freue über den DFB-Pokal."
Denn das oberbayerische Duell gegen die Schanzer führte zur ersten Pleite im Grünwalder Stadion seit dem 0:2 kurz vor Weihnachten gegen Verl - am Samstag der kommende und letzte Gegner in der Liga. Eine Woche später geht es dann um die Toto-Pokal-Krone, dieser Erfolg ist Kauczinski zudem auch wichtiger als die glücklichen Umstände, die Sechzig als Finalteilnehmer schon zum finanziell lukrativen Ziel führten. "Wir haben ein Endspiel, das wollen wir am Ende gewinnen, auch wenn die Qualifikation jetzt feststeht. Das nehme ich am Rande wahr", merkte Kauczinski noch an.

Voet wünscht sich den FCB
Grundsätzlich positiver reagierten die Spieler auf die Nachricht. "Das freut mich ein bisschen", sagte Siemen Voet, "nach dem Abpfiff war ich traurig, aber dann habe ich das gehört und gedacht: Okay, nächstes Jahr haben wir ein Highlight für die Fans und auch für uns selber." Sean Dulic betonte, dass "wir natürlich glücklich sind, aber wir wollen trotzdem das Finale gewinnen."
Beim Gegnerwunsch sind sich beide einig, auch wenn Voet kurz zögerte, es auszusprechen. "Muss ich das sagen?", entgegnete der 26 Jahre alte Belgier leicht verlegen auf die entsprechende Frage und rückte dann damit raus: "Die Roten, das wäre für unsere Fans etwas ganz Großes." Ein hochbrisantes Stadtderby gegen den übermächtigen Nachbarn vom FC Bayern würde auch dem 20-jährigen Dulic, der beim letzten Duell im Februar 2008 gerade einmal gut zweineinhalb Jahre alt war, gefallen. "Dem", so der sechsmalige U20-Nationalspieler, "würde ich zustimmen, das wäre ein geiles Spiel."

