"Mit großer Sorge" reagieren 1860-Bosse auf Vorgehen von Ismaik-Firma gegen Fans

Die Fanartikel-GmbH des TSV 1860, die komplett Hasan Ismaik gehört, mahnt offenbar erneut Löwen-Fans ab. Während Präsident und Geschäftsführer klar Position beziehen, relativiert der Merchandising-Boss das Vorgehen.
Matthias Eicher
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
12  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Neuer Boss, alte Praktiken? 1860-Fanartikel-Chef Valentin Pusnava (r.) mit Vorgänger Anthony Power im Januar 2025.
Neuer Boss, alte Praktiken? 1860-Fanartikel-Chef Valentin Pusnava (r.) mit Vorgänger Anthony Power im Januar 2025. © IMAGO/Ulrich Wagner

Wenn die Fanartikel-Firma der Löwen die eigenen Fans verklagt: Was in der Ära von Anthony Power, Statthalter von Investor Hasan Ismaik und bei den 1860-Anhängern teils polarisierende Reizfigur, als Geschäftsführer der Merchandising-GmbH des TSV 1860 bereits in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen war, scheint sich nun wiederholt zu haben.

"Das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. und die Geschäftsführung der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA nehmen mit großer Sorge zur Kenntnis, dass es in jüngster Vergangenheit erneut zu rechtlichen Abmahnungen durch eine von der TSV 1860 Merchandising GmbH beauftragten Rechtsanwaltskanzlei gegen Fans des TSV 1860 München gekommen ist", schrieben die Sechzger am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

"Abmahnungen entbehren einer rechtlichen Grundlage"

Die beschriebenen Abmahnungen des Merchandising-Unternehmens, das seit April 2025 von Valentin Pusnava als Geschäftsführer verantwortet wird und zu 100 Prozent Geldgeber Ismaik gehört, richte sich gegen "Personen, welche Fanartikel oder Liebhabereien wie Pins, Aufnäher oder Sticker mit 1860-Bezug über Plattformen wie z.B. "eBay" zum privaten Verkauf angeboten haben bzw. anbieten", so die Giesinger: "Dabei werden seitens der TSV 1860 Merchandising GmbH angebliche Markenrechtsverletzungen geltend gemacht und über die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei empfindliche Geldforderungen gestellt."

Die Absender der Mitteilung, Präsident Gernot Mang und KGaA-Boss Manfred Paula, sehen das geschilderte Vorgehen gegen die Fans kritisch und informieren weiter: "Wir stellen unmissverständlich klar: Diese Abmahnungen entbehren einer rechtlichen Grundlage", da die Merchandising-Firma "nicht aktiv legitimiert" sei. Lizenzinhaber der Marken ist die KGaA, das Merchandising lediglich Lizenznehmer.

Mang und Paula erklären, dass eine entsprechende Legitimation "zu keinem Zeitpunkt eingeräumt" worden sei und verweisen auf ein Verfahren vor dem Landgericht Nürnberg/Fürth im Jahr 2019, bei dem die Fans in einem ähnlich gelagerten Fall freigesprochen worden waren. Spalterische Abmahnungen sollen nun "sofort eingestellt" werden, denn "die Löwenfamilie lebt vom Miteinander".

Fanartikel-GmbH: Differenzen "intern und professionell" klären

Und was sagt die Fanartikel-Firma dazu? Am Nachmittag veröffentlichte sie eine Stellungnahme: "Es ist unzutreffend, dass Personen für den privaten Verkauf von Fanartikeln abgemahnt werden. Ein Tätigwerden kommt ausschließlich bei eindeutig gewerblichem Handeln in Betracht. Die rechtliche Bewertung erfolgt durch unsere auf Markenrecht spezialisierte Kanzlei."

Und weiter: "Private Sammler oder gelegentliche Weiterverkäufe aus persönlichem Besitz sind ausdrücklich nicht Gegenstand unseres Handelns. Etwaige Markenverletzungen werden vor jedem Tätigwerden zusätzlich von der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA geprüft und freigegeben."

Den KGaA-Vorstoß scheint man kritisch zu sehen, Differenzen sollten "intern und professionell geklärt werden."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
12 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Kaiser Jannick am 27.02.2026 16:41 Uhr / Bewertung:

    Weil hier, abseits vom Thema, auf den Prozesse von Mueller eingegangen wird, hierzu ein paar interessante Fakten aus dem Prozess:

    "„Ein Investor, der 50+1 zieht„, so titelt die SZ. Die Überschrift des Artikels sagt Insidern eigentlich schon alles. 50+1 kann der Investor nicht ziehen. Sondern das Präsidium. Also muss irgendwie Druck erzeugt worden sein. Dass der frühere GF Mueller Teile des von HI gewährten Überbrückungskredits „missbräuchlich“ verwendet hat, das räumt das LG München beiseite. Es hieß, dass Mueller Geld aus dem Kredit für den Kader nutzte und dies nicht durfte. Einen solchen Passus gibt es allerdings in den vertraglichen Regelungen nicht. Der Vorwurf ist also ausgeräumt. HI hätte also bereits feststellen können, wofür der GF Mueller das Geld einplant. „Wenn er es gelesen hätte“, wird der Richter zitiert. Muellers fristlose Demission fiel in eine Phase, in der das damalige e.V.-Präsidium von HI mit dem Damoklesschwert einer Insolvenz massiv unter Druck gesetzt wurde"

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Ultralöwe am 27.02.2026 11:45 Uhr / Bewertung:

    1970er Löwe, das Schlimme ist, es wurden damals vom e.V. sehr vieke Fehler gemacht die aber so da gestellt wuren als ob es nur einen Schuldigen gibt und das war Ismaik. Damal als Ismaik die Aigners usw. Trainer geholt hat mußte der Verein Dank der 50+1 zustimmen, was er auch tat, weil sondt nicht ein Spieler gekommen wäre, aber schuld war nur Ismaik. Auch Pfeifer, einer der besten Finanzchefs die wir hatten hat Reisinger im Alleingang entlassen, genauso bei Mueller. Da wurden Trainer und Spieler vor die Tür gesetzt nur weil sie zu Isnaik ein normales Verhältnis haþen. Es gibt aber heute immer noch Leute die Isnaik die Schuld geben weil sein Power so böse ist obwohl der sch 10 Monate nicht mehr im Amt ist. Die 7 Jahre Reisinger hat uns enorm viel Geld, Ansehen und Entwicklung gekostet.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • 1970er Löwe am 26.02.2026 16:15 Uhr / Bewertung:

    Tja, nur sehr traurig, das ein Journalist und Verfasser dieses Artikels wie Herr Eicher nur die eine Seite beleuchtet.
    Das Statement, dass die Merchandising GmbH an die Medien verschickt hat wird der Öffentlichkeit, trotz Bitte es abzudrucken enthalten.
    Demokratie sieht wohl auch in der Münchner Pressewelt mittlerweile etwas anders aus.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.