Mit Gottes Segen – das Grünwalder ist wieder blau

Immerhin: Die Spuren sind weg. Es ist nichts mehr zu sehen von der Schmach von Giesing aus der vergangenen Woche. Das Grünwalder Stadion, die Heimat und Kultstätte des TSV 1860, ist wieder rein.
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Lila Talar und blauer Schal: Pfarrer Sebastian Raß und Löwen-Präsident Albrecht von Linde in der Westkurve
az Lila Talar und blauer Schal: Pfarrer Sebastian Raß und Löwen-Präsident Albrecht von Linde in der Westkurve

MÜNCHEN - Immerhin: Die Spuren sind weg. Es ist nichts mehr zu sehen von der Schmach von Giesing aus der vergangenen Woche. Das Grünwalder Stadion, die Heimat und Kultstätte des TSV 1860, ist wieder rein.

Nur drei Tage nach den kreativen Schmierereien der Bayern-Fans, die die Westkurve rot-weiß angepinselt hatten (AZ berichtete), ist die Fankurve der Löwen wieder sauber.

Vor der Regionalliga-Partie der U23 gegen Hessen Kassel segnete Löwen-Pfarrer Sebastian Raß das Stadion neu ein – in der Westkurve, der 1860-Fankurve. Vor der denkmalgeschützten Anzeigetafel. Dort, wo die Stufen die Bayern-Farben erhalten hatten, die dann via Dampfstrahler entfernt worden waren. Raß segnete ohne Weihwasser, dafür mit Weihrauch. Denn: „Das Stadion ist nicht entweiht. Eine Kirche kann entweiht werden, wenn darin ein Mord geschieht.“

Neben 1860-Präsident Albrecht von Linde machte er das Zeichen der Christen: das Kreuz. Raß: „Ich gebe meinen Segen für die Rückrunde, für fairen Umgang. Der liebe Gott kann einem helfen, seine Kraft optimal zu investieren. Aber er entscheidet kein Fußballspiel.“ So ist es. Denn wirklich genutzt – in Form von Toren und Punkten – hat der neue Segen den Löwen nicht. Die U23 kassierte gegen Hessen Kassel in der Nachspielzeit den 2:2-Ausgleich. Und gestern unterlag dann auch noch die U19 im zweiten Münchner Stadtderby gegen die bayern binnen fünf Tagen – mit 1:3. Ernst Tanner, Chef der Nachwuchsabteilung des TSV 1860, sagte der AZ: „Wir haben uns selbst geschlagen. Die Segnung hat leider nicht geholfen. Ein Fußballer sollte sich halt nicht auf seinen Glauben, sondern auf seine Beine verlassen.“

Thorsten Klein

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