Mit Derbysiegen will der TSV 1860 doch noch aufsteigen

Über das Schicksal des TSV 1860 entscheiden im Aufstiegskampf der Dritten Liga nun die Derbys gegen Bayern II, Unterhaching und Ingolstadt.
von  Matthias Eicher
Sascha Mölders will die Saison unbedingt sportlich beenden.
Sascha Mölders will die Saison unbedingt sportlich beenden. © imago images / Lackovic

München - Meine Damen und Herren, liebe Fan-Gemeinde der Löwen und der bayerischen Drittligisten: Herzlich willkommen zu den Derby-Wochen der Sechzger im Endspurt der Meisterschaft!

Der TSV 1860, die Spielvereinigung Unterhaching, der FC Ingolstadt 04, die Würzburger Kickers und allen voran der FC Bayern II: Alle bayerischen Drittliga-Vertreter können vier Spieltage vor dem Saisonende noch Meister werden – zumindest theoretisch. Allesamt dürfen sie - die einen mehr, die anderen weniger - noch auf den Aufstieg in die Zweite Liga hoffen. Mit Ausnahme des aktuell besten Teams, das Spitzenreiter ist. Klingt verrückt? Ist aber kein Kopfkino, sondern der ganz normale Wahnsinn des Saisonfinales der Spielzeit 2019/20.

Erdmann: "Ich will am Mittwoch einen Derbysieg holen"

Die Aufholjagd der kleinen Bayern bis an die Tabellenspitze könnte zwar einen Schönheitspreis gewinnen, aufstiegsberechtigt ist die Zweitvertretung der Roten jedoch nicht. Die Blauen dagegen wittern nach dem 2:1 am vergangenen Sonntag gegen den Halleschen FC nochmal Morgenluft. "So lange es rechnerisch noch möglich ist, lassen wir keine Luft ran", sagte Sechzigs Abwehr-Raubein Dennis Erdmann frech über seinen ungebrochenen Aufstiegsglauben: "Im Fußball ist schon viel passiert, die da vorne müssen erstmal punkten. Und wir müssen die letzten vier Spiele mit drei Derbys gewinnen." Die erdmannsche Aufstiegsrechnung geht so: Mit Derby-Dreiern hoch in Liga zwei.

Den Auftakt der beiden bayerischen Festwochen der Blauen markiert das Duell mit dem Rivalen von der Säbener Straße: Am Mittwochabend (20.30 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) ist Stadt-Derby angesagt! "Das ist kein Spiel wie jedes andere. Es geht ums Prestige. Wir werden alles tun, um eine gute Mannschaft zu schlagen", stellt Erdmann klar. "Wir werden weiter unseren Weg gehen", ergänzte Cheftrainer Michael Köllner: "Wir wollen schauen, dass wir gut regenerieren, damit wir dann in unserem Stadion bei einem Auswärtsspiel wieder gut auf den Platz kommen."

Wenn das Sechzgerstadion zur Hermann-Gerland-Kampfbahn umgetauft wird, wie die FCB-Fans ihr Heimstadion nach der Bayern-Legende nennen, wird es bissige Löwen brauchen: Vorausgesetzt, die 1860-Profis ziehen den Bayern-Amateuren die Lederhosen aus, darf weitergeträumt werden. Erdmann: "Ich will am Mittwoch einen Derbysieg holen und nicht um die goldene Ananas spielen."

TSV 1860: Aufstiegshoffnung trotz geringen Chancen

Am Samstag (14 Uhr) folgt schon der Vergleich Giesinger gegen Vorstädter: das Duell mit der Spielvereinigung Unterhaching (49 Punkte), deren theoretisch noch vorhandene Aufstiegshoffnungen nach zuletzt sechs sieglosen Spielen gegen Null gehen. Dabei dürfen sich die Löwen wieder Hausherren nennen – und die verbliebenen Träume eventuell weiter nähren. Nachdem die Auswärtsfahrt zur SG Sonnenhof Großaspach (1. Juli, 19 Uhr) nach Baden-Württemberg die weiß-blauen Duelle unterbricht, folgt am Samstag, den 4. Juli, das Oberbayern-Derby am letzten Spieltag gegen Ingolstadt (14 Uhr).

Die Ausgangssituation liest sich wie folgt: Die Sechzger vom Giesinger Berg rangieren mit 52 Punkten zwar nur auf Rang acht, aber: Der Rückstand auf Liga-Primus FCB II beträgt nur sechs Zähler (sowie acht Tore), für die Aufstiegsrelegation müsste 1860 "nur" die viertplatzierten, aber enorm formstarken Würzburger (57 Punkte) verdrängen, die für Sechzigs erste Pleite nach der Super-Serie von 16 ungeschlagenen Spielen in Folge verantwortlich zeichnen.

So weit, so gut mit den Rechenspielen, die zeigen: Groß sind Sechzigs Chancen auf den Aufstieg nicht. Ein Saison-Finish mit vier Dreiern? Unwahrscheinlich. Doch warum aufgeben, solange der Schlusspfiff der Saison nicht ertönt ist? Erdmann: "Vier Siege sind auf jeden Fall machbar. Abgerechnet wird zum Schluss."

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