Mindestens zwei Anbietergruppen im Austausch mit Liebig: TSV 1860 vor Insolvenzentscheidung
Fristen oder Deadlines, wie man das heutzutage gerne verdenglischt, sind oft wichtige Termine, weil sie das Ende einer bestimmten Periode markieren. Danach beginnt in der Regel etwas Neues und ob das dann besser ist als das, was war, das zeigt sich im Laufe der Zeit.
Gericht entscheidet über Eröffnung des Insolvenzverfahrens
Solche Wegmarken kennt der TSV 1860 nur zu gut – und auch die Folgen. Oft hatten sie in der jüngeren Vergangenheit an der Grünwalder Straße negative Auswirkungen, was insbesondere am doch eher verhängnisvollen Miteinander mit Investor Hasan Ismaik lag.
Wenn sich am Dienstag also die Aufmerksamkeit zunächst in Richtung Infanteriestraße auf das Münchner Amtsgericht konzentriert, dann hat das vor allem mit der über 15 Jahre währenden Beziehung zum Jordanier und seiner Firma HAM International zu tun. Das Gericht wird entscheiden über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens der KGaA, die sich zusammensetzt aus den beiden bekannten Parteien e.V. und HAM und eine Geschichte voller Konflikte mit sich trägt.

KGaA vor der Insolvenz, Zwischenlösungen laufen aus
Am Montag endeten deshalb verschiedene Zwischenlösungen, die Sechzig in den letzten Wochen den Betrieb ermöglichten. Dabei ging es um die Leihverträge des Geschäftsstellenpersonals, um jene für die TSV-Spieler, die noch über Arbeitspapiere der KGaA verfügten sowie um infrastrukturelle und organisatorische Themen im Zusammenhang mit KGaA-Beständen. All das wird in einen anderen Status überführt, von dem noch unbekannt ist, wie er denn aussieht. Der Verein hält sich deshalb im Moment bedeckt.
"Die Wochen waren sehr herausfordernd, in knapp vier Wochen haben wir insgesamt 19 Verträge verhandelt für die Spieler und ein komplettes Trainerteam zusammengestellt", schilderte Geschäftsführer Manfred Paula am Sonntag im BR und sagte zu den bevorstehenden Tagen: "Das wird eine maßgebliche Woche, was den Gesamtverein betrifft, was die Spielbetriebs-GmbH betrifft, was das komplette Konstrukt betrifft. Es gibt eine klare Linie, die wir als Verein verfolgen, die Spielbetriebs-GmbH hat ja im Grunde alles neu auf der grünen Wiese aufgesetzt. Jetzt kommt es darauf an, wie der Weg weitergeht."

Mindestens zwei Anbietergruppen haben aktiv Interesse an Werten der 1860 KGaA
Klar ist, dass mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Kontrolle in die Hände von Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig fällt, der den TSV durch diesen Prozess und die mutmaßliche Abwicklung der KGaA führen soll. Er sagt dann sozusagen, wo es langgeht. Liebigs Agieren dürfte auch Fragen beantworten, die aktuell noch im Hintergrund diskutiert werden. Was passiert beispielsweise mit möglichem Interesse von neuen Investoren? Was passiert mit den Werten der KGaA?
Der AZ ist jedenfalls bekannt, dass mindestens zwei Anbietergruppen existieren, die im Austausch mit dem Insolvenzverwalter waren bzw. sind. Die Situation stellt sich allerdings sehr vage dar, weil es den Interessenten dem Vernehmen nach an belastbaren Informationen zur Werthaltigkeit der KGaA-Assets mangelt.

Calderon und auch Fiedler bleiben dem TSV 1860 erhalten
Daher hakt der Vorgang derzeit ohne Fortschritte. Einschränkend ist gleichwohl anzuführen, dass es grundsätzlich dem Insolvenzverwalter, also Liebig, obliegt, zu entscheiden, welche Angebote er für relevant und welche potenziellen Investoren er für geeignet hält.
Es ist aktuell also vieles im Ungefähren, wie auch bei so manchem Vertrag. Noch immer ist etwa die Vertragsverlängerung von Arian Calderon bis 2028 nicht offiziell verkündet worden. Calderon zählt ebenso zu den sogenannten "Leasing-Löwen" wie Lance Fiedler, dessen Verbleib aber inzwischen feststeht.
Stuttgart war an Fiedler interessiert
Der VfB Stuttgart hatte sich nach AZ-Infos für den jungen Außenverteidiger interessiert. Ein nächster kleiner Erfolg für Sechzig, das nun gespannt auf weitere positive Botschaften wartet.

