Miki Stevic: „Enttäuscht von Leitner“

Der 18-jährige Moritz Leitner, 13 Jahre bei den Löwen, verlässt 1860 schon ein halbes Jahr vor seinem Wechsel nach Dortmund und spielt ab sofort für Augsburg. Sportdirektor Miki Stevic sauer: „Die haben das lange vorbereitet“.
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Moritz Leitners Blitz-Wechsel nach Augsburg sorgte für Verstimmung.
Rauchensteiner/Augenklick Moritz Leitners Blitz-Wechsel nach Augsburg sorgte für Verstimmung.

MÜNCHEN - Der 18-jährige Moritz Leitner, 13 Jahre bei den Löwen, verlässt 1860 schon ein halbes Jahr vor seinem Wechsel nach Dortmund und spielt ab sofort für Augsburg. Sportdirektor Miki Stevic sauer: „Die haben das lange vorbereitet“.

Natürlich staunten die Mitspieler nicht schlecht, als sich Moritz Leitner am Donnerstag nach dem Training von jedem verabschiedete. Noch härter traf es die Fans, als sie am Silvestermorgen über abendzeitung.de erfuhren, dass der 18-Jährige schon sofort, also ein halbes Jahr vor seinem verabredeten Wechsel zu Borussia Dortmund, die Löwen verlassen wird.

Ein überstürzter Abschied nach 13 Jahren an der Grünwalder Straße. Gestern schon trainierte Leitner das erste Mal beim FC Augsburg mit, dorthin ist er nun bis Saisonende von Dortmund (wo er bis 2015 unterschrieben hat) ausgeliehen worden.

„Wir denken, dass uns Moritz sportlich auf jeden Fall helfen wird“, sagt Augsburgs Coach Jos Luhukay, der sich „auf einen echten Straßenfußballer“ freut.

Die Enttäuschung bei den Sechzgern ist freilich groß. „Sportlich ist es ein Verlust für uns“, sagt Löwen-Coach Reiner Maurer, stellt aber klar: „Moritz hat alles für den Verein gegeben und hat dem Klub im Oktober, wo es ganz schlimm ausgeschaut hat, eine gute Ablösesumme gebracht. Jetzt sieht er bessere Möglichkeiten in Augsburg."

Tatsächlich ist es ein trauriges Ende. Leitner kam mit 4 ½ Jahren zu den Löwen, durchlief dort alle Jugendmannschaften. In dieser Saison gelang ihm der Sprung zu den Profis. Jetzt der plötzliche Wechsel – zum Erzrivalen.

Aus Leitners Sicht macht das Sinn. Seit der Wechsel zu Dortmund feststand, spielte er kaum noch von Beginn an. Nun kann er sich beim aktuellen Zweitliga-Spitzenreiter, das Leitner auch schon im Oktober verpflichten wollte, auf die große Aufgabe beim designierten Deutschen Meister vorbereiten – oder nach Augsburgs möglichem Aufstieg sogar noch ein Jahr dranhängen, ehe er reif für die Borussia ist.

Und auch die Löwen profitieren – zumindest finanziell. Der Verein, der bis 13. Januar der DFL 5,3 Millionen Euro nachweisen muss, spart sich das Gehalt und die Ausleihgebühr für Leitner.

Für Sportdirektor Miki Stevic ist „das finanziell eine große Sache für uns“. Und dennoch ist er verstimmt: „Der Berater hat mich vor zehn Tagen angerufen und gesagt, dass sie mit der Entwicklung des Spielers nicht zufrieden sind. Die haben sich beschwert, dass er in neun Spielen nur einmal von Beginn an gespielt hat." Leitners Berater Berthold Nickl verneint dies.

Stevic aber sagt: „Ich habe erst Donnerstag erfahren, dass Moritz beim Trainer war, und erst später habe ich gehört, welcher Verein es ist. Die haben das schon lange vorbereitet. In diesem Geschäft wirst du immer enttäuscht. Ich persönlich habe alles in die Wege geleitet, dass er schnell für Deutschand spielen kann (Leitner, der auch einen österreichischen Pass hat, debütierte kürzlich in der deutschen U 19, die Red.). Ich bin enttäuscht, dass er nach dieser Entwicklung zum Trainer geht und sagt, dass er nach Augsburg gehen möchte."

Reinhard Franke

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