"Messe ihn nicht an Toren": Löwen-Trainer Kauczinski spricht über seinen besten Techniker

Der Ausfall von Sigurd Haugen wird für David Philipp zur großen Chance beim TSV 1860. "Es ist jetzt mal Zeit, dass er sich mit einem Tor oder einer Vorlage belohnt", so Trainer Markus Kauczinski.
Matthias Eicher
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"Das ist eine Chance für ihn, er hat immer gut gespielt", sagt 1860-Trainer Markus Kauczinski (hinten) über David Philipp, der gegen RWE in die Startelf rücken wird.
"Das ist eine Chance für ihn, er hat immer gut gespielt", sagt 1860-Trainer Markus Kauczinski (hinten) über David Philipp, der gegen RWE in die Startelf rücken wird. © IMAGO/Lucca Fundel

Wie sollen die Löwen trotz der ganzen Ausfälle denn nur einen erfolgreichen Rückrundenauftakt hinlegen? Für Chefcoach Markus Kauczinski ist es an der Zeit, nicht einem Was-Wäre-Wenn-Szenario mit seiner Bestbesetzung hinterherzutrauern, sondern über Alternativen und Hoffnungsträger.

Zwar fehlt dem TSV 1860 im ersten Duell des Jahres, dem Spitzenspiel am Samstag im Grünwalder Stadion gegen Aufstiegsaspirant Rot-Weiss Essen (14 Uhr, Magentasport), neben mindestens einer halben Elf auch Top-Torjäger Sigurd Haugen (sieben Saisontreffer) aufgrund eines Kieferbruches. Mit dem flexiblen Offensivspieler David Philipp steht jedoch ein Löwe bereit, den Ausfall des Norwegers zu kompensieren.

Philipp erzielte bisher vier Scorerpunkte in 18 Partien

"Ich hatte eine Konstellation, die torgefährlicher ist, mit Sigi, Hobsch und Kevin," erklärte Kauczinski über sein Dreigestirn an vorderster Front: Wirbelwind Haugen, Torjäger Patrick Hobsch und Spielmacher Kevin Volland. Nun sei es soweit, dass mit Philipp einer der besten Techniker der Blauen seine Bewährungsprobe erhält. Philipp, die dritte Spitze in Sechzigs Sturm-Dreizack.

Das Anfangskapitel des 25-Jährigen ab Sommer 2024 hatte sich bekanntlich kompliziert gestaltet, voller Nichtberücksichtigungen, Jokereinsätze, Verletzungen und unter dem Strich nur wenig Zählbarem. Im bisherigen Saisonverlauf stehen immerhin 18 Einsätze zu Buche, dabei je zwei Tore und zwei Assists. Geht es nach Kauczinski, soll Philipp nun den nächsten Schritt gehen: "Er hat einen guten Rhythmus. Er war davor länger raus und jetzt merkt man, dass der Rhythmus kommt."

Kauczinski: "Zeit, dass er sich mit einem Tor oder einer Vorlage belohnt"

Die Ausgangssituation sei also besser: "Das ist eine Chance für ihn. Er hat immer gut gespielt. Es ist jetzt mal Zeit, dass er sich mit einem Tor oder einer Vorlage belohnt. Dass aus all dem Aufwand, den er betreibt, etwas herumkommt." Was noch lange nicht heißt, dass Philipp RWE aus dem Grünwalder schießen solle. "Der Top-Torjäger war er noch nie", stellt Kauczinski klar, der weiß, dass diese Rolle nun eher Strafraumstürmer Hobsch zukommt.

Übrigens: Spannenderweise war es Ex-Löwen-Geschäftsführer und RWE-Vorstandsboss Marc-Nicolai Pfeifer, der Hobsch vor einem Jahr in den Pott holen wollte. Dazu kommt der wiedererstarkte Volland als torgefährlicher Zehner, der immer für Geniestreiche vor dem Kasten gut ist. Philipp komplettiere das Trio eher als ein "Top-Vorbereiter", als derjenige, "der den letzten Pass spielt, der sich für andere aufreibt und Räume macht."

Philipp traf im Testspiel gegen Winterthur

Und dennoch: Ein bisserl mehr geht immer, auch bei Philipp. "Er war jetzt noch nicht der Vollstrecker. Er muss dafür sorgen, dass aus den Möglichkeiten, die er hat, mehr Torschüsse, Vorlagen und Tore kommen", erhofft sich Kauczinski. Wie beim 4:1 im Trainingslager-Test des TSV gegen den Schweizer Erstligisten FC Winterthur, bei dem Philipp ins Schwarze getroffen hatte. "Das war schonmal ein guter Schritt. Auch im Training habe ich das Gefühl, dass er diesen Schritt gehen kann. Aber ich messe ihn nicht an Toren."

David Philipp jubelt über sein Tor im Testspiel gegen FC Winterhur.
David Philipp jubelt über sein Tor im Testspiel gegen FC Winterhur. © sampics

Der Mann, der im zentralen, offensiven Mittelfeld und ebenso als Sturmspitze spielen kann, habe auch bei der 0:2-Pleite gegen den SC Verl, bereits "ein gutes Spiel gemacht", wenngleich die damals schon verletzungsgeplagten Sechzger das Saisonfinale in Unterzahl dennoch verloren.

Volland: "Du musst dir hier jedes Spiel den Arsch aufreißen"

Falls die Hoffnungsträger-Rolle für Philipp zu schwer wiegen sollte, agiert mit Volland ja noch ein prominenter Ex-Nationalspieler an seiner Seite, der nach seiner Rückkehr zu 1860 schon so gut wie alle Lebenslagen erlebt hat. "Die Ausschläge sind hier größer als anderswo", erkannte Volland im Trainingslager: "Hier erwartet jeder, dass du jedes Spiel gewinnst. Aber das ist nicht die Realität." Eines sei aber klar, erst recht zu Hause vor der Westkurve: "Du musst dir hier jedes Spiel den Arsch aufreißen."

Kevin Volland wird gegen Essen zusammen mit David Philipp und Patrick Hobsch die Sturmspitze bilden
Kevin Volland wird gegen Essen zusammen mit David Philipp und Patrick Hobsch die Sturmspitze bilden © IMAGO/Ulrich Wagner

Unter Berücksichtigung dieser eigentlich ganz einfachen Marschroute soll Sechzigs neuer Dreizack mit Philipp zur Höchstform auflaufen - trotz der ganzen restlichen Ausfälle.

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  • Chris_1860 vor einer Stunde / Bewertung:

    Philipp hat m.E. in seinen 1,5 Jahren hier bisher überwiegend enttäuscht. Er ist im Zweikampf viel zu zögerlich, geht viel zu schnell zu Boden, dribbelt meist viel zu lange bis der Ball weg ist, oder der freie Mitspieler zugestellt wird.

    Er kann sicherlich mehr, muss das aber jetzt nicht nur ab und zu, sondern dauerhaft zeigen, sonst sollte sein Vertrag nicht verlängert werden.

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