Meisterlöwe Heiß rätselt über Rolle von Löwen-Trio: "Man fragt sich schon, was da los ist"
Die Saison 2025/26 dürfte zu ihren unbefriedigendsten Spielzeiten gehören. Sie konnten sich aufgrund von Verletzungen, Formschwankungen, taktischer Erwägungen - und möglicherweise vielleicht sogar weiteren öffentlich bisher nicht bekannten Gründen nicht zum Einsatz. Im Vorfeld des Totopokal-Halbfinales beim SSV Jahn Regensburg (Samstag, 14 Uhr) dürften sie mit den Hufen scharren.
"Man fragt sich schon, was da los ist", sagt Meisterlöwe Fredi Heiß über Rückkehrer Florian Niederlechner, dessen Torjäger-Kollege Patrick Hobsch und Kapitän Jesper Verlaat. Drei Löwen, die drei große Namen tragen und die ein Ziel eint: Sie dürften den Anspruch haben, nicht (nur) im Totopokal, sondern auch in der Dritten Liga auf dem grünen Rasen stehen zu wollen.
Niederlechner ist von einem Stammplatz momentan meilenweit entfernt
Die größte Fallhöhe hat sich bei Niederlechner gezeigt: Der 197-malige Bundesligaspieler sollte Sechzig, ging es nach den Träumereien mancher Fans, mit Spezl Kevin Volland fast im Alleingang zum Aufstieg schießen. Mit zwei Toren und drei Assists in 21 Spielen ist er davon weit entfernt, ein Stammplatz ist auch schon längst nicht mehr in Sicht. Zuletzt hatte Cheftrainer Markus Kauczinski den 35-Jährige zweimal gar nicht erst für seinen 20-köpfigen Drittliga-Kader nominiert. "Es ist schon interessant, dass er noch einmal mehr dabei ist", sagt Heiß und deutet an, dass öffentlich noch nicht näher bekannte Gründe eine Rolle spielen könnten: "Ich finde es schade. Man weiß nicht, ob da nicht irgendwas vorgefallen ist."
Torjäger-Kollege Hobsch ist für Heiß "ein Stürmer, der immer für ein Tor gut ist." Dennoch habe auch der Sohn von Ex-Bundesligastar Bernd Hobsch "wenig gespielt" und sei "viel eingewechselt worden", so Heiß: "Er hat auch nicht mehr den Stellenwert beim Trainer, dass er gesetzt ist, ist oft nur Joker." Der 85-Jährige finde den Stoßstürmer aber "unerlässlich".
Heiß über Verlaat: "Der ist ein guter Mann!"
Der Niederländer Verlaat hat die längste Leidenszeit hinter sich: Sechzigs Abwehrchef, der in den vergangenen Jahren so etwas wie ein Dauerbrenner gewesen war, hat erst sechs Drittliga-Einsätze und 488 Spielminuten hinter sich gebracht, bevor er sich im Hinspiel bei Hansa Rostock (1:2) einen Muskelbündelriss zugezogen hat. Der Mann ist in der Saison 2025/26 quasi noch ungeschlagen.
"Verlaat war für Sechzig in den letzten Jahren nicht unwichtig, keine Frage. Er ist ein guter Verteidiger und stellt da hinten auch etwas dar", weiß Heiß: "Der ist ein guter Mann!" Kauczinski hat bereits mehrfach erklärt, dass Max Reinthaler die Rolle des zentralen Innenverteidigers derart gut ausfülle, dass sich Verlaat hinten anstellen müsse. Vor dem Hintergrund, dass sein Vertrag im Sommer 2026 ausläuft, sagt Heiß: "Es wäre schon wichtig, dass er bleibt."

Kauczinski muss nach der 1:2-Pleite beim MSV Duisburg, die Sechzig am vergangenen Wochenende im Aufstiegsrennen unverhofft zurückgeworfen hat, eine Art Gratwanderung gehen: Es gilt, das Saisonziel Pokalgewinn, um über den bayerischen Verbandspokal in die erste Runde des lukrativen DFB-Pokals einzuziehen, nicht zu gefährden. Dafür dürfte Kauczinski nicht gleich seine halbe Startelf umbauen. Es gilt aber auch, irgendwann seine Reservisten wieder reinzuwerfen.
Man darf gespannt sein, ob das Trio und die Sechzger in Regensburg ein befriedigendes Erlebnis feiern dürfen.

