"Maurer raus": Jetzt kocht die Fan-Wut

Die Löwen verlieren nach einer erneut äußerst schwachen Leistung mit 0:2 gegen den Köln. Die Fans im Stadion fordern lautstark den Rauswurf des Trainers. „Das war ein Offenbarungseid“
| Marco Plein
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Schon bevor die Niederlage gegen Köln besiegelt war, sprechen diese Fans vielen anderen Löwen-Anhängern aus dem Herzen. Die Fans sind sauer auf Maurer.
Rauchensteiner Schon bevor die Niederlage gegen Köln besiegelt war, sprechen diese Fans vielen anderen Löwen-Anhängern aus dem Herzen. Die Fans sind sauer auf Maurer.

Die Löwen verlieren nach einer erneut äußerst schwachen Leistung mit 0:2 gegen den Köln. Die Fans im Stadion fordern lautstark den Rauswurf des Trainers. „Das war ein Offenbarungseid“ 

München - Der Abend war keine zweieinhalb Minuten alt, da schaute Reiner Maurer auf seine Uhr, kratzte sich energisch am Kopf und begann laut zu fluchen. Im Heimspiel seiner Löwen gegen Köln war der Gast gerade in Führung gegangen, die Kölner Anhänger brannten ihre Feuerwerke ab, sangen fleißig ihre liebsten Fangesänge.

Für 1860 dagegen begann schon wieder so ein fürchterliches Spiel, das den Blauen die Stimmung endgültig versauen dürfte. 1860 verlor daheim nach einem erneut jämmerlichen Auftritt 0:2 und offenbarte dabei eine bisher noch nicht gesehene Hilflosigkeit. Dass große Teile des Publikums in der Schlussphase per Pfiffen, Sprechchören und Transparenten (u.a. „Maurer, wie lange noch?“) Maurers Entlassung forderten, war nur die logische Konsequenz.

„Wir werden im Umfeld jetzt viel Unruhe haben“, erkannte Maurer nach dem Schlusspfiff. Für die Unmutsbekundungen der Fans gegen sich und die Mannschaft müsse man Respekt aufbringen, so der Coach, der sich jedoch vehement gegen den Vorwurf wehrte, dass seine Spieler zu inaktiv gewesen seien. „Wir haben alles drangesetzt, das Spiel umzudrehen. Wir haben uns unheimlich viele Standards herausgearbeitet, aber leider nicht verwertet“, sagte er. Man müsse jetzt weiter arbeiten und weiter kämpfen. Auch Sportchef Florian Hinterberger wollte der Mannschaft nicht zu viele Vorwürfe machen. „Die Mannschaft hat versucht, zu fighten“, sagte er.

Doch mit dieser Meinung dürften die beiden ziemlich alleine gewesen sein in der Allianz Arena. Geschäftsführer Robert Schäfer dagegen sagte beim „Hacker Fan-Talk“: „Das war ein Offenbarungseid“ – und sprach den Fans aus der Seele. Ein klares Bekenntnis zum Trainer verweigerte er. „Wir müssen das Spiel jetzt sacken lassen.“ Präsident Dieter Schneider, der nach Schlusspfiff erregt mit Schäfer, Investorenberater Hamada Iraki und Aufsichtsratschef Otto Steiner diskutiert hatte, meinte: „Wir sind natürlich sehr verärgert, aber nach so einem Spiel möchte ich keinen weiteren Kommentar abgeben.“ Wie die AZ erfuhr, sollen die Herren aber bereits über mögliche Nachfolger Maurers diskutiert haben. Im Gespräch seien demnach Aufstiegsexoperte Friedhelm Funkel (zuletzt Aachen) und der im Oktober beim FC Basel entlassene Heiko Vogel.

Tatsächlich spricht der Trend gegen Maurer. Denn nach den spielerisch dürftigen Auftritten der letzten Wochen setzte die Mannschaft diesmal - in negativer Hinsicht - sogar noch einen drauf. Seine verunsichert und statisch auftretende Truppe erspielte sich in der ersten Halbzeit keine einzige Torchance. Freilich war der Großteil der 25800 Fans schon nach dem frühen Kopfballtor von Kevin McKenna mächtig genervt; nicht mal fünf Minuten dauerte es, da wurde bereits gepfiffen. Und schon zur Hälfte der ersten Halbzeit forderten einige Fans Maurers Ablösung, solche Rufe hatte er sich vom eigenen Publikum noch nie anhören müssen.

Aber wer mochte es den Fans verdenken? Angesichts der Fülle an schlampigen Fehlpässen und technischen Missgeschicken muss man sich fragen, was bloß mit dieser Mannschaft passiert ist, die ja eigentlich aus sehr ordentlichen Einzelspielern besteht.

 

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