Lorant: Neuer Job in der Slowakei!

Werner Lorant, der frühere 1860-Coach, ist zurück im Trainer-Geschäft – und soll seinen Exklub Dunajska Streda in der Slowakei vor dem Abstieg retten.
| Julian Galinski
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Wieder im Geschäft: Kult-Trainer Werner Lorant
Rauchensteiner/Augenklick Wieder im Geschäft: Kult-Trainer Werner Lorant

Werner Lorant, der frühere 1860-Coach, ist zurück im Trainer-Geschäft – und soll seinen Exklub Dunajska Streda in der Slowakei vor dem Abstieg retten. 

Dunajska Streda - Ganze vier Siege – aus 23 Spielen – hat der DAC Dunajska Streda bisher geholt und ist damit Tabellenletzter in der ersten slowakischen Liga. Die Spieler sind verunsichert, sie liegen untereinander im Zwist. „Wir sind Letzter und kämpfen gegen den Abstieg. Was wir brauchen, ist Disziplin“, sagt Präsident Khashayar Mohseni. So weit, so schlecht. Streda? Slowakei? Abstiegskampf? Doch nun kommt Werner Lorant ins Spiel. Denn der Iraner Mohseni, ein in Wien erfolgreicher Arzt und zugleich Eigentümer des kriselnden Klubs, hat seinen alten Bekannten angerufen – und ihn als Trainer installiert. Die Krise von Dunajska Streda ist Lorants große Chance. Der zuletzt arg gebeutelte Ex-Löwentrainer feiert mit 63 Jahren sein Comeback im Profifußball.

Am Montag hatte Mohseni den Coach bis Saisonende verpflichtet, am Dienstagabend stand der schon an der Seitenlinie. Dunajska Streda spielte 0:0 gegen Prešov, immerhin. „Uns verbindet so etwas wie eine Freundschaft“, sagt Lorant der AZ. „Er hat Probleme, also helfe ich ihm.“ Wobei das auf Gegenseitigkeit beruht. „Ich möchte ihn ein bisschen unterstützen“, erklärt Mohseni. „Er ist immer noch ein großer Name.“

Ein großer Name, in dessen jüngerer Vergangenheit sich Misserfolg an Misserfolg reihte. Nach neun erfolgreichen Jahren beim TSV 1860 betreute Lorant von 2001 bis heute 13 Vereine in Europa und Asien, manchmal nur für wenige Monate. Neuen Ruhm erlangte er nirgends.

Zuletzt hatte Lorant in Waging am See nur noch eine Jugendmannschaft trainiert. Das vergangene Jahr, es war das schlimmste seines Lebens. Mitte 2011 wurde erst sein Haus in Dorfen zwangsversteigert, dann verließ ihn nach 30 Ehejahren seine Gattin Doris. Im August zog er sogar auf der Promi-Alm von Pro7 ein – und machte dort einen bemitleidenswerten Eindruck.
Der Trainerjob im 23 000-Einwohner–Städtchen im Westen der Slowakei ist sein Neuanfang. „Es macht wieder Spaß“, sagt Lorant. Bereits zuvor hatte er auch eine neue Freundin gefunden, Brigitte. Mit ihr lebte er in seiner Finca in Estepona in Spanien – bis Mohseni anrief.

Lorant trainierte Dunajska Streda schon einmal, in der Saison 2008/09. Er ging vorzeitig, nachdem man den internationalen Wettbewerb verpasst hatte. „Es gab auch Probleme mit dem damaligen Vizepräsidenten, aber der Fußball bringt Menschen wieder zusammen“, sagt Mohseni. Lorant stimmt zu: „Was gewesen ist, ist vorbei.“

Lorants Ziel ist klar: Drinbleiben! „Dieses Ziel werden wir erreichen“, sagt er. In der ersten slowakischen Liga gibt es nur einen Absteiger, der Vorletzte liegt vier Punkte vor Streda. „Wir haben noch zehn Spiele und können dreißig Punkte holen“, sagt Lorant. „Er hat unser volles Vertrauen“, sagt Mohseni. „Er ist ein Motivationskünstler. Was er in München erreicht hat, muss ihm erstmal jemand nachmachen. Ich weiß, dass ihm unser Verein am Herzen liegt.“

Aus dem mäßig talentierten DAC-Team (Lorant: „Auf einigen Positionen fehlt ein wenig die Qualität“) wird er zwar sicher keine Zaubertruppe mehr machen, aber er wird den Spielern die richtige Einstellung vermitteln - hofft Mohseni.

Das Geld – zuletzt bei Lorant eher knapp – spiele nur eine geringe Rolle, betonen beide Seiten. Lorant werde angemessen bezahlt, erklärt Mohseni. „Vor allem, wenn wir den Klassenerhalt schaffen.“

 

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