Löwentrainer-Sein oder Nichtsein, das ist die Frage

Türkische Medien berichten, dass Vitor Pereira den Trainerjob bei Sechzig abgelehnt hat. Doch 1860 weiß nichts davon.
| Matthias Eicher
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Tut schon das Zusehen weh? Vitor Pereira, der gegen Bochum im Stadion war, soll den Löwen um Investor Hasan Ismaik abgesagt haben.
imago Tut schon das Zusehen weh? Vitor Pereira, der gegen Bochum im Stadion war, soll den Löwen um Investor Hasan Ismaik abgesagt haben.

Türkische Medien berichten, dass Vitor Pereira den Trainerjob bei Sechzig abgelehnt hat. Doch 1860 weiß nichts davon.

München - Seit über einem Jahrzehnt könnte man den Fans des TSV 1860 Gänseblümchen in die Hände drücken. Jenes Liebesorakel, dessen Blätter einzeln gezupft werden, könnte dem seit gefühlten Ewigkeiten so ungemein gebeutelten Sechzger als Aufstiegs-Prophezeiung gelten: „Steingma auf?“, „Steingma ned auf?“ Seit 2005 und auch nach der bisher völlig vermurksten Hinrunde als Tabellenvierzehnter gab‘s dabei einzig chronischen Herzschmerz für die Löwen. In diesen Tagen könnte man auch eine anderslautende Frage stellen: Kommt er? Oder kommt er nicht?

Hat Vitor Pereira dem TSV 1860 München bereits abgesagt?

Sechzig hat einen Trainer gefunden, verriet Investor Hasan Ismaik am 3. Dezember. Auch Präsident Peter Cassalette bestätigte danach, dass man sich auf einen neuen Übungsleiter verständigt habe. Drei Tage später schien klar: Der neue Löwen-Dompteur wird der portugiesische Star-Trainer Vitor Pereira.

Wie auch die AZ aus sicherer Quelle erfahren hatte, war man sich einig, lediglich die Vertragsunterschrift fehlte noch. Theoretisch also nur noch eine Formalität – er kommt! Am Sonntag berichtete das türkische Sportportal „Sporx“ nun, dass der 48-Jährige den Löwen abgesagt habe. „Ich mache es nicht“, soll er bei einem Treffen mit 1860-Verantwortlichen im Kempinski-Hotel erklärt haben – er kommt nicht!

Angeblicher Grund: Die Sechzger wollten dem Ex-Trainer der internationalen Topklubs FC Porto, Olympiakos Piräus und Fenerbahce Istanbul dessen (sicher nicht günstige) Transferwünsche nicht erfüllen. Auch die Darbietung der Spieler beim 0:1 in Bochum, die Pereira an der Seite von 1860-Geschäftsführer Anthony Power live mitverfolgt hatte, dürfte nicht grade für Jubelarien beim Portugiesen gesorgt haben.

Der Verein gibt keine offizielle Mitteilung

Hat Pereira nun tatsächlich die Lust auf 1860 verloren? Die AZ fragte nach. Eine offizielle Stellungnahme werde der Verein laut Pressesprecherin Lil Zercher nicht abgeben. War auch kaum zu erwarten, solange die Tinte nicht trocken ist. Präsident Peter Cassalette verzichtete ebenfalls darauf, eine Absage Pereiras zu bestätigen – oder zu dementieren.

Der Oberlöwe unterzog sich nach seiner jüngsten Augenoperation wegen seines Grauen Stars nun auch am zweiten Auge einem Eingriff. Power pflegt Medienanfragen bisher gar nicht erst nicht zu bedienen. Peer Jaekel, der nach der Freistellung von Sportdirektor Thomas Eichin dessen Aufgaben übernommen hat, aber laut Zercher kein offizielles Amt bei 1860 ausübt, verwies darauf, dass er erst abwarten müsse, wie es strukturell weitergehe – Aufklärung folgt demnächst.

Aus dem inneren Zirkel des Vereins war zu hören, dass man von einer Absage Pereiras, sollte diese getätigt worden sein, nichts wisse. Man sei allerdings nicht gerade glücklich über Ismaiks Vorpreschen in der Trainerfrage und auch nicht über dessen vorschnelle Aussage, dass Ur-Löwe Daniel Bierofka Co-Trainer werde.

TSV 1860: Scheitert der Eicher-Wechsel an Anthony Power?

Bierofka selbst hatte jüngst erklärt, dass er lieber seinen fehlenden Trainerschein absolvieren werde, als nach der Pfeife des Jordaniers zu tanzen. Sollte nicht doch noch eine Absage Pereiras eintrudeln, gilt weiter: Ismaik und Sechzig sagen ja, der Präsidialbeschluss liegt vor, eine offizielle Verpflichtung Pereiras bleibt ebenso weiter aus wie auch die Assistentenfrage.

Während andere Klubs entweder einen neuen Trainer verkünden oder bis zur Vertragsunterschrift schweigen, läuft bei Sechzig wieder alles anders. Praktisch, dass sich die Löwen-Fans schon längst eine Elefantenhaut zugelegt haben bei ihrem Herzensklub.

Die können sie auch wahrlich gut gebrauchen. Und ein Orakel bemühen, ob Pereira nun kommt – oder nicht.

Löwentrainer-Sein oder Nichsein, das ist hier die Frage.

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