Löwen-Urgestein Bierofka: Bald mischt er die Altherren auf

Löwen-Routinier Daniel Bierofka macht Schluss, wird bald Trainer bei der U16 und kickt demnächst nur noch beim Heimatklub Feldmoching.
| Markus Merz
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Die Bierofkas gemeinsam beim Kicken
sampics/AK Die Bierofkas gemeinsam beim Kicken

München - Die erste Anfrage ist bereits eingetrudelt. „Die Feldmochinger haben mich schon angerufen und gefragt, ob ich dort in der AH mitspielen will“, sagt Daniel Bierofka und lacht.
Mittwochmittag im Löwenstüberl an der Grünwalder Straße. Daniel Bierofka setzt sich auf eine Bierbank und erzählt von seinem nahenden Karriereende. Nach 14 Jahren als Profi soll in diesem Sommer Schluss sein. Dazu hat sich der 35-Jährige in den vergangenen Wochen durchgerungen. „In den Tagen nach dem Dresden-Spiel hat sich das dann verfestigt“, sagt Bierofka. Er trägt einen schwarzen Pullover und wirkt erleichtert. „Ich werde jetzt seriös, ich bin ja bald Trainer“, sagt Bierofka. Ab Juli wird er als Co-Trainer von 1860-Jugendboss Wolfgang Schellenberg bei der U16 einsteigen und erste Erfahrungen als Coach sammeln.

Selbst spielen will er nicht mehr. Außer halt bei den Senioren der SpVgg Feldmoching, seinem Heimatverein, in der Bezirksoberliga. „Das kann ich mir vorstellen, da gibt es dann auch mal wieder ein Derby gegen die Bayern“, sagt Bierofka. Seinem Kumpel Benny Lauth wünscht er dagegen, dass die Karriere bei den Löwen weitergeht: „Benny soll verlängern. Aber das ist nicht meine Entscheidung.“

Nach 3 Länderspielen, 146 Erstliga- und 137 Zweitliga-Einsätzen inklusive dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart (2007) wollte der Mittelfeldspieler den Zeitpunkt für sein Karriereende selbst wählen.

Weitermachen war letztlich keine Option mehr. „Auch wenn ich sicherlich noch ein Jahr im Tank gehabt hätte.“ Zahlreiche Verletzungen und 19 Operationen haben ihre Spuren hinterlassen. Auch wegen ihnen blickt Bierofka auf eine vielleicht nicht ganz vollendete, aber aufgrund seines beeindruckenden Comeback-Willens nach jedem Rückschlag auch auf eine grandiose Karriere zurück.

Gerne erinnert er sich an Trainer wie Werner Lorant („Er hat mich zum Profi gemacht) und Giovanni Trapattoni („Von ihm habe ich viel gelernt“), an den Titelgewinn mit dem VfB oder seinen ersten Profi-Einsatz in der Champions-League-Qualifikation 2000 gegen Leeds United: „Damals durften nur 55<TH>000 Zuschauer ins Olympiastadion. Das werde ich nie vergessen.“

Bierofka, dieser Kämpfer mit dem großen Löwen-Herz, wird immer einen festen Platz in der Löwen-Geschichte haben. „Ich persönlich finde es schade, wenn eine Legende geht. Meiner Meinung nach hätte er weiterspielen sollen. Sein Wille ist so stark, er kann viele mitziehen. Der Fußball braucht solche Leute“, sagte Löwen-Torhüter Gabor Kiraly der AZ.
Auch Aufstiegsheld Thomas Miller, mit 51 Jahren selbst eine lebende Löwen-Legende, bedauert die Entscheidung von Bierofka: „Das ist wirklich schade. Er hatte immer eine top Einstellung. Biero verkörpert den Verein, er hat immer vorgelebt, was es heißt, ein Löwe zu sein. Er würde immer alles für den Verein geben. Ich hätte mir sehr gut vorstellen können, dass er noch weitermacht.“

Miller kann die Entscheidung von Bierofka aber auch nachvollziehen, empfiehlt dem Verein aber dringend, ihn in den eigenen Reihen zu halten: „Das hoffe ich sehr. Die Löwen brauchen einen wie ihn.“

Da kann Bierofka Thomas Miller beruhigen. Außer seinen gelegentlichen Abstechern zu den Senioren der SpVgg Feldmoching war, ist und bleibt er im Hauptberuf Löwe. Nur als Profi ist eben Schluss. „Das ist schon nicht einfach und man fällt da auch ein bisschen in ein Loch. Aber da komme ich wieder raus. Außerdem ist meine Frau froh, dass ich jetzt aufhöre“, sagt Bierofka.

Ein Abschiedsspiel soll es nicht geben, dafür soll das Heimspiel gegen den VfL Bochum am 4. Mai den richtigen Rahmen bieten. „Das wird ein schwerer Tag für mich.“ Ein Tag, an dem eine Legende geht.

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