Löwen-Treffen: Ismaiks neuer Brandbrief

Auf der Löwen-Delegiertenversammlung hat Investor Hasan Ismaik einen Brief verlesen lassen. In diesem greift er die Vereinsführung um Präsident Hep Monatzeder scharf an und erklärt, "immer ganz gut mit Dieter Schneider ausgekommen zu sein.
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Geldgeber Ismaik ließ auf der Löwen-Versammlung einen neuen Brief vorlesen. Hep Monatzeder erlebte eine Wahlschlappe.
dpa/Rauchensteiner 13 Geldgeber Ismaik ließ auf der Löwen-Versammlung einen neuen Brief vorlesen. Hep Monatzeder erlebte eine Wahlschlappe.
Delegiertenversammlung in Planegg - die Bilder vom Löwen-Wahltag
Stephan Matzke/ sampics 13 Delegiertenversammlung in Planegg - die Bilder vom Löwen-Wahltag
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Stephan Matzke/ sampics 13 Delegiertenversammlung in Planegg - die Bilder vom Löwen-Wahltag
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Delegiertenversammlung in Planegg - die Bilder vom Löwen-Wahltag
Rauchensteiner 13 Delegiertenversammlung in Planegg - die Bilder vom Löwen-Wahltag

Auf der Löwen-Delegiertenversammlung hat Investor Hasan Ismaik einen Brief verlesen lassen. In diesem greift er die Vereinsführung um Präsident Hep Monatzeder scharf an und erklärt, "immer ganz gut mit Dieter Schneider ausgekommen zu sein".

München Hier können Sie Ismaiks Brief im Wortlaut lesen: 

Liebe Fans, 

 

vorwegschicken möchte ich, dass ich die nachfolgenden Worte mit ausgestreckter Hand 

und mit offenem Herz an Euch alle richte. Ich will die Gelegenheit wahrnehmen, meine 

Motive und Wünsche zu äußern und bestimmte Fakten zurechtzurücken, die von 

einigen falsch interpretiert wurden. 

 

Nie habe ich beabsichtigt, meine Beteiligung an dem Verein bzw. an der KG zu 

veräußern, obwohl die Kooperation nicht gut genug war, was die Arbeit und die Ziele 

betraf. Ich liebe diesen Verein wirklich und betrachte 1860 als einen Teil meines Lebens 

und meiner Passion für Sport. 

Schließlich bin ich aus mehreren Gründen daran interessiert mit 1860 Geschäfte zu 

machen.  

 

Ich schätze deutsche Traditionen, Werte und Fußball, aber ich möchte gerne dabei 

erfolgreich sein und auch professionell. Aus diesem Grund war ich enttäuscht. Gerüchte 

und falsche Fakten wurden den Fans präsentiert. Aber keiner von den Offiziellen des 

Vereins fühlte sich gemäßigt, Anschuldigungen zu dementieren. Deshalb, möchte ich 

mit diesem Brief einige Dinge richtigstellen. 

 

Ich war nicht die einzige Person, die die Absicht hatte, den sportlichen Direktor zu 

ersetzen und seine Rolle neu zu überdenken. Auch die Vereinsführung wollte ganz 

offiziell ihn durch jemand anderen ersetzen. Und das ist ein Fakt. Heute möchte ich 

einige der ignorierten Fakten näher beleuchten. 

 

Ich bin in der Tat sehr tief besorgt, was 1860 München und meine persönlichen Ziele 

betrifft, die stets zum Ziel hatten, dass 1860 München eines Tages in die 1. Bundesliga 

aufsteigt. Die Fans haben diesen Verein stark gemacht. Jetzt müssen sie sich 

vereinigen und zusammenhalten. 

 

Es ist so enttäuschend und beschämend, wie „unsere Familie“ versprengt ist. Wir 

hängen von den Fans ab. Und die Fans ihrerseits haben den Anspruch auf ein starkes 

Management, das Erfolg liefern kann. Wir müssen dem Leiden ein Ende bereiten, 

zusammenhalten und die Gerüchte aufdecken, die von jenen propagiert werden, die 

mein Investment und mein Image beschädigen oder gar ruinieren wollen und zwar 

gegenüber Fans, die ich wirklich sehr schätze.  

 

Ich möchte mich nachfolgend auf folgendes konzentrieren:  

 

Bitte stellt Euch vor, dass Ihr in meiner Situation seid. In der Situation einer Person, die 

jede Menge Geld als Partner bezahlt hat in der aufrichtigen Hoffnung, dass dieses dazu 

beiträgt den Verein in die 1. Liga zu bringen, wohin er nach Meinung aller Freunde 

gehört. Aber diesem Wunsch haben die Offiziellen des Vereins nicht Rechnung 

getragen, ohne nachvollziehbare oder realitätsnahe Gründe. Und diese Person ist nie 

als echter Partner behandelt worden, was schlussendlich die Interessen des Vereins 

berührte.  

 

Als ich die Beteiligung erwarb, war ich überzeugt davon, dass wir als Team 

zusammenarbeiten. Aber dann, plötzlich, nachdem das erste Geld überwiesen worden 

war, änderten sich die Dinge ins genaue Gegenteil zu dem was zu Beginn der 

Gespräche gesagt wurde. Auf einmal war davon die Rede, dass „die Seele des Vereins 

gestohlen wird und die Bestimmungen der DFL“. 

 

Irgendwelche unsichtbaren Hände haben sich gegen mich verschworen und alle 

möglichen Mutmaßungen gestreut. Ich weiß nicht, wer das getan hat oder was das Ziel 

sein soll, aber all dieses wird eines Tages wohl aufgedeckt werden.  

Wer will denn wirklich „die Seele des Vereins“ stehlen? Wer will wirklich den 

Verein ruinieren?  

 

Ist es derjenige, der sehr viel Geld an den Verein gezahlt hat oder sind es die, die das 

Geld bekommen haben?  

 

Diese Menschen haben Spiele gespielt, seitdem das erste Geld zum Verein kam. Sie 

hatten ein Darlehen über 5 Mio. aber dieses Darlehen wurde nicht offengelegt. Dann 

erhielt ich zwei Optionen: Entweder zahlen oder mich zurückziehen. Ich habe mich 

entschieden, weiterzumachen, da ich niemals damit gerechnet hatte, dass sich die 

Dinge so, wie geschehen, entwickeln. 

 

Wir alle sind jetzt Zeugen einer Komödie der Vereinsführung bzw. einiger 

Vereinsmitglieder. 

 

Meine Ziele und Wünsche sind hoch und sie betreffen ausschließlich die Interessen des 

Vereins, denn der Erfolg und das Interesse des Vereins ist auch mein Erfolg und mein 

Interesse. Aber es gab nicht nur jede Menge Missverständnisse, sondern auch 

Unterstellungen wie z. B.: 

 

Die Behauptung, mein Interesse sei ausschließlich ein finanzielles und ich sei im 

Begriff, die „Vereinsseele“ zu stehlen oder zu verkaufen. Das ist falsch und unredlich, 

da ich nur professionelle Erfahrung gefordert hatte und zwar auf allen Gebieten, wie in 

anderen erfolgreichen Vereinen auch. Das bedeutet, die Wahl eines professionellen 

Managements und erfahrener Spieler bzw. eine entsprechende Infrastruktur im Verein. 

Ich denke, das sind Anforderungen für eines jeden erfolgreichen Vereins. Jeder sollte 

diese Ansicht mit mir teilen und Ihr solltet mich in dieser Forderung unterstützen.  

Mir liegt daran, die Spannungen aufzuklären, die es zwischen Herrn Schneider und mir 

gab. Ich denke, dass er ein Opfer einer Verschwörung war. Mich jedenfalls hat nur sein 

gelegentlich nerviges Verhalten gestört. Aber ich möchte ihm ausdrücklich für seine 

Bemühungen danken. Ihm lag das Interesse des Vereins wirklich am Herzen. Als Otto 

Steiner und die Mitglieder des Aufsichtsrats nach Abu Dhabi kamen, wurde ich darüber 

unterrichtet, dass sie Herrn Schneider „losgeworden“ sind. Mir war damals nicht klar, 

dass sie ihn tatsächlich „loswerden“ wollten und dass sie die gelegentlichen 

Spannungen zwischen Herrn Schneider und mir als Ausrede dafür benutzt haben, ihn 

zu entfernen. Ich habe nie etwas von Verschwörungen gehalten, aber das war eine 

perfekte Verschwörung, da man offensichtlich Herr Hep Monatzeder auf den Stuhl 

hieven wollte und das ganze Szenario vorgeplant war. Ich selbst hatte nur eine 

Forderung: Den Geschäftsführer zu ersetzen und einen Manager an Bord zu holen, der 

mehr Erfahrung hat, mehr Führungsstärke und die Fähigkeit, den Verein nach 

fürchterlichen Fehlern unter dem Manager Robert Schäfer zu retten. Schließlich steht 

mir auch zu, eine solche Forderung auszusprechen, da ich Mitglied des Beirats bin, der 

ausschließlich über die Beschäftigung des Geschäftsführers zu entscheiden hat. 

 

Mir wurde sehr vieles über ihn zugetragen, er sei arrogant, hochmütig und 

selbstsüchtig. Aber ich war überrascht, die Reaktion der Herren zu erfahren, nämlich 

die, dass sie den Sportdirektor ersetzen wollten. Sie repräsentierten sehr schnell den 

Vorschlag für eine bestimmte Person und bestanden darauf, ihn zu nominieren, da es 

ihr Plan war, Herrn Hinterberger zu ersetzen, da Herr Hinterberger ein Freund von 

Herrn Schneider sei, der ihn aus seiner früheren Stellung geholt habe. Ich lehnte dieses 

ab und schlug stattdessen vor, dass, wenn schon ein neuer Sportdirektor engagiert 

wird, wir mindestens vier Vorschläge haben sollten, um die Qualifikationen und 

Erfahrungen vergleichen zu können. Ich sagte dieses in der Gegenwart aller Teilnehmer 

des Meetings und der neuen Stellvertreter von Herrn Monatzeder. Dann trafen wir uns 

in München und sie bestanden, ja insistierten darauf, die vorgeschlagene Person zu 

beschäftigen, als die bestmögliche Option. Es stimmt, ich habe einer solch 

unprofessionellen Vorgehensweise nicht zugestimmt, einer Vorgehensweise, bei der 

Erfahrung und Effektivität im Interesse des Clubs nicht genügend berücksichtigt 

werden. Im Interesse des Vereins habe ich in der Pressekonferenz dann auch 

tatsächlich mitgeteilt, dass wir den Sportdirektor austauschen sollten. Und wie zuvor 

wurde diese Mitteilung als faule Ausrede benutzt, um mich in den Medien zu 

attackieren.  

 

Ich machte deutlich, dass ich immer noch die Vision habe, Freude mit und an dem 

Verein zu haben und daran, die Fans glücklich zu machen. Ich habe auch zum 

Ausdruck gebracht, dass wir im Interesse des Vereins das Bestmögliche tun sollten. 

Deshalb habe ich auch vorgeschlagen eine Personalagentur zu engagieren, die einen 

starken Geschäftsführer für 1860 München sucht, einen Geschäftsführer mit 5-10 

Jahren Erfahrung und zwar als Team-Manager in der ersten oder zweiten Liga. 

 

Daraufhin wurden mir vier Vorschläge unterbreitet. Ich bat darum, mir diese Vorschläge 

näher anzuschauen und die Kandidaten zu befragten, mit ihnen zusammen über die 

Zukunft des Vereins zu diskutieren. Diesen Vorschlag haben sie mit der Begründung 

abgelehnt, dass das Gesetz so etwas nicht erlaube.  

 

Ehrlich gesagt, ich habe viele Mails von Fans bekommen, die mich um Hilfe gebeten 

haben. Ich möchte wirklich helfen, aber die Vereinsführung möchte dieses offensichtlich 

nicht. Jedenfalls scheint es so, dass sie mir die Möglichkeit nicht geben. Sie ignorieren 

mich vollständig und das führt wohl dazu, dass der Verein extrem beschädigt wird. Und 

genau dieses regt mich auf und macht mich wirklich wütend. Das ist ein schlimmes 

Ärgernis. Ich bin nicht bereit, wegzutreten und nur zuzuschauen. Ich bin ein Partner und 

als solcher muss ich meine Meinung sagen dürfen. 

 

Aber alle konzentrierten sich nur darauf, dass ich bezahle und wie man den 

Sportdirektor loswird anstatt darauf, wie man ein neues Management baut und 

restrukturiert, um den Verein vor weiteren Verlusten zu bewahren. Regelmäßig 

wiederholten sie, dass die Gesetze dieses nicht erlauben und dass so etwas die Fans 

irritiert. Aber mal ehrlich: Wäret Ihr wirklich wütend, wenn der Verein erfolgreich wird? 

Ich habe in allen Meetings meinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass wir alle 

Freude daran haben sollten, den Verein zu reorganisieren und dahin zu führen, wo er 

eigentlich hingehört, nämlich in die erste Bundesliga.  

 

Ich habe mir das Spiel gegen Frankfurt angeschaut. Es war wirklich ein Desaster. Kein 

Einsatz, keine Passion, kein Durchsetzungswille und nur 10.000 Zuschauer. Das war 

ein gewaltiger Rückschritt für uns. Der Verein hat die besten Spieler verkauft und 

dadurch die Vereinsinteressen verletzt. Sie greifen nicht auf die jungen Spieler zurück, 

die dann möglicherweise später den Verein verlassen und in einem anderen Verein 

spielen, alles ein Resultat von ungenügendem Management des Vereins.  

In Zukunft sind meine Ziele ziemlich deutlich, da alle Fans von 1860 es verdienen auf 

den Verein, auf die Spieler und auf deren Leistung stolz zu sein. Wir, unsere Freunde 

und Kinder müssen wie richtige Löwen kämpfen und müssen stolz sein, überall sagen 

zu können, dass wir Fans von 1860 sind und dass wir diesen Traditionsverein lieben. 

Das ist mein Ziel, meine Ambition. Ich kämpfe für Erfolg und für das Erreichen der 

ersten Bundesliga. Ich sehne mich danach, das Stadium voll zu sehen mit Fans in einer 

emotionalen Atmosphäre. 1860 braucht starke Führung mit professioneller, 

angemessener Disziplin. 

 

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Euch für Eure Unterstützung zu danken, denn 

Ihr, nur Ihr, sorgt dafür, dass meine Interessen berücksichtigt bleiben. Mein Rat und 

mein Wunsch ist es, dass die Mitglieder mithelfen, die notwendigen Änderungen bei 

1860 herbeizuführen, einen Plan zu erarbeiten, wie diese Fehler behoben können 

aufgeräumt werden kann und dafür zu arbeiten, dass der Verein und das Team 

rehabilitiert werden. Bitte denkt stets daran, dass Ihr dem Druck einer Gruppe 

ausgesetzt seid, die nur das Interesse hat, den Verein zu kontrollieren, motiviert durch 

persönliche Interessen, was wohl mittlerweile ein jeder von Euch bemerkt haben dürfte.  

Übrigens, ich habe gehört, dass einige von den Fans Nachrichten über Hamada zu mir 

schicken wollten. Aber ich habe solche Nachrichten nie bekommen, seit ich die Anteile 

im Verein erworben habe. Ich habe schon öfters danach gefragt, mit Euch zu 

kommunizieren, da ich Euch als Rückgrat des Vereins betrachte. Ihr seid es, denen die 

Interessen des Vereins am Herzen liegen und Eure Empfehlungen werden sich 

hoffentlich positiv auf den Verein auswirken. Wir müssen danach streben, alle 

Schranken zu beseitigen, auch die zwischen den Fans und der Vereinsführung. 

Ich erhalte viele Briefe auf Facebook in deutscher Sprache. Aber da ich die Sprache 

nicht spreche und zeitlich sehr beschränkt bin, kann ich nicht alles lesen. Ich suche 

nunmehr eine Person, die mir hilft, Eure Anfragen, Vorschläge und Bemerkungen zu 

beantworten.  

 

Ich verspreche Euch, dass ich ein aufrichtiger und verlässlicher Partner bin. Lasst uns 

neu starten, da wir unbedingt eine Veränderung brauchen. 

 

Zum Schluss würde ich gerne meinen besonderen Dank an diejenigen richten, die in 

ihren Berichten ein wahres und korrektes Bild von mir gezeichnet haben, ohne 

Diskriminierung oder Vorurteil. 

 

Einmal Löwe immer Löwe 

 

Besten Dank.   

 

Hassan Ismaik 

 

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