Löwen-Neustart: Nicht träumen, nur hoffen

Vor dem Rückrunden-Auftakt am Sonntag in Koblenz herrscht beim TSV 1860 Zuversicht.Auch wenn die Stammelf unverändert bleibt,hat sich in der Pause einiges getan. Der AZ-Check
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Gibts was zu jubeln in der Rückrunde? Die Löwen-Stars Benny Lauth und Stefan Aigner.
Rauchensteiner/Augenklick Gibts was zu jubeln in der Rückrunde? Die Löwen-Stars Benny Lauth und Stefan Aigner.

Vor dem Rückrunden-Auftakt am Sonntag in Koblenz herrscht beim TSV 1860 Zuversicht.Auch wenn die Stammelf unverändert bleibt,hat sich in der Pause einiges getan. Der AZ-Check

MÜNCHEN Ewald Lienen sieht etwas müde aus und fühlt sich offenbar auch so. „Vielleicht brauche ich bald eine Augencreme“, sagt der Löwen-Trainer (56) lächelnd. Er hat zuletzt viel zu tun gehabt.

Lienen bereitet seine Mannschaft derzeit auf den Zweitliga-Rückrundenstart in Koblenz vor (Sonntag, 13.30 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de). Zudem ist der Coach fast täglich für den TSV 1860 unterwegs, oft bis in die späte Nacht hinein. Am Mittwochabend etwa traf Lienen Business-Seat-Inhaber der Allianz Arena im „Kulturgewölbe Einstein“. Der Coach als Kundenbetreuer. Natürlich wollen die Gesprächspartner immer von ihm erfahren, was von den Löwen in dieser Rückrunde noch zu erwarten ist; mit dem aktuellen Tabellenplatz 12 ist niemand so recht zufrieden.

„Versprechen kann ich nichts", sagt Lienen dann also, „und wir brauchen auch nicht träumen. Aber wenn wir da weiter machen, wo wir zum Ende der Vorrunde aufgehört haben, dann stellt sich der Erfolg automatisch ein.“ Im besten Fall soll dieser Erfolg im Aufstieg gipfeln. Verteidiger Torben Hoffmann (35) schürt diese Hoffnung: „Es sind nur acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Das ist gar nichts, ich hatte mit Eintracht Frankfurt 2005 elf Punkte Rückstand – und wir sind noch aufgestiegen.“

Beim TSV 1860 glauben sie wieder an sich. Für die Fans wäre es im Jahr des 150-jährigen Jubiläums die Krönung nach Jahren der Tiefschläge. Aber reicht die Qualität im Team aus? Hier der AZ-Check vor dem Zweitliga-Start:

DIE ERSTE ELF

Einen echten Kampf um die Stammplätze gab's in der Winterpause bei den Blauen nicht. Lienen: „Die Spieler, die zu unserer Serie (fünf Spiele unbesiegt, d. Red.) beigetragen haben, gehen mit einem Bonus in die Rückrunde.“

Im Tor ist Gabor Kiraly, von den Fans zum „Löwen der Vorrunde" gekürt, eine Bank. In der Viererkette sind Toni Rukavina, Mate Ghvinianidze und Jose Holebas gesetzt. Um den letzten freien Platz streiten Mathieu Beda, der aktuell Leistenprobleme hat, und Torben Hoffmann, den Rückenbeschwerden plagen. Wer schneller fit ist, spielt wohl.

Im Mittelfeld vertraut Lienen auf das Quartett Stefan Aigner, Aleksandar Ignjovski, Alexander Ludwig, Charilaos Pappas. Im 1860-Angriff stürmt Sascha Rösler mit Kapitän Benny Lauth, falls der noch rechtzeitig fit wird. Am Donnerstag konnte Lauth nach einer Knie-Reizung immerhin schon wieder leicht joggen. Lienen: „Benny spielt nur, wenn er keine Schmerzen hat.“

DER VERÄNDERTE KADER

Eke Uzoma, der vom SC Freiburg ausgeliehen wurde und im Test in Hoffenheim (0:0) überzeugt hat, sitzt vorerst auf der Bank. Lienen: „Er muss noch lernen, den Ball früher abzuspielen.“ Zudem soll noch ein neuer Innenverteidiger her. „Wir sind auf dieser Position sehr dünn aufgestellt, da müssen wir noch was tun“, fordert der Coach, „wir haben einige Kandidaten im Auge.“

Den Verein verlassen haben Toni di Salvo (Kapfenberg), Benny Schwarz (Haching), Ardijan Djokai (Ziel unbekannt). Gehen sollen noch Florian Jungwirth (Dresden?) und Marvin Pourie (Koblenz?).

DIE FORM

Das Team scheint in der Vorbereitung einen Schritt nach vorn gemacht zu haben – speziell im physischen Bereich. Die Test-Nullnummer in Hoffenheim verlief vielversprechend. „Wenn's nicht so wäre", sagt Lienen, „hätten wir auch was falsch gemacht.“

DIE ÜBERRASCHUNG

Der Franzose Matieu Beda (28) galt als ausgemustert. Gegen Hoffenheim musste er in der Innenverteidigung aushelfen – und spielte stark. Jetzt soll er bei 1860 bleiben.

DAS ÄRGERNIS

Der tunesische Abwehrspieler Radi Fehli, den 1860 nach dem Attentat in Angola gern vom Afrika-Cup abgezogen hätte (AZ berichtete), hat sich immer noch nicht bei den Löwen gemeldet. Bei Tunesiens 1:1 gegen Sambia saß Felhi nur auf der Bank. „Das macht ihn nicht besser“, ätzt Lienen.

Der Trainer wird es verkraften können – wenn sein Team in Koblenz gewinnt. Dann dürfte sich auch seine Augenpartie wieder entspannen. Oliver Griss

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