Löwen-Legende Bierofka: TSV 1860 hat "neun Jahre in den Sand gesetzt"

Daniel Bierofka, Vereinsikone des TSV 1860, spricht über Sechzigs Zwangsabstieg und erinnert sich an 2017.
Matthias Eicher
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Ehemaliger Löwen-Trainer Daniel Bierofka.
Ehemaliger Löwen-Trainer Daniel Bierofka. © IMAGO/Ulrich Wagner

In der Saison 2017/18 hauchte er den Löwen wieder Leben ein und packte nach dem tragischen Doppel-Absturz aus der Zweiten Liga in die viertklassige Regionalliga des TSV 1860.

Jetzt hat Vereinsikone Daniel Bierofka seiner Enttäuschung über den erneuten Absturz in den Amateurfußball Luft gemacht. "Da kam dieser Schlag wie aus dem Nichts. Es hatte sich nichts angekündigt und dementsprechend war man in dem Moment extrem enttäuscht", sagte der Ex-Profi, der Sechzig im Sommer 2018 als Chefcoach in der Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken wieder hoch in die Dritte Liga geführt hatte, am Sonntagabend in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport.

Bierofka bezeichnete die Löwen-Bosse als "charakterlos"

Als die Giesinger nach der Saison 2025/26 aus finanziellen Gründen und der Nicht-Einigung zwischen Investor Hasan Ismaik und den Vereinsbossen prompt nochmal in die Vierte Liga abgerauscht sind, hatte Bierofka die Verantwortlichen als "charakterlos" bezeichnet.

Ein Video von BR24Sport vom Bayerischen Rundfunk.

Jetzt blickt Bierofka zurück: "Man konnte das nicht nachvollziehen, dass man, so klar muss man es sagen, neun Jahre in den Sand gesetzt hat. Was man in neun Jahren eigentlich aus einem Verein machen kann, zeigen viele andere Vereine, die jetzt mittlerweile sehr weit oben sind. Das war das, was mich am meisten gestört und wütend gemacht hat."

Bierofka erkennt Unterschiede zwischen den beiden Zwangsabstiegen

Für den Ex-Profi sei es "ein Schock" gewesen, weil "wir alle zusammen damals, die Mannschaft und die ganzen Angestellten, so viel investiert hatten, um von der Regionalliga in die Dritte Liga zu kommen, wieder im Profifußball zu sein, dem Verein eine Basis zu geben."

Der damalige Aufstiegscoach erkennt auch Unterschiede zwischen den beiden Zwangsabstiegen: "Die ganze Konstellation im Vorstand hat sich total verändert. Am Anfang waren ja auch fast keine Ansprechpersonen da. Man wusste nicht, wer jetzt den Weg vorgibt. Das war dieses Mal anders: Als der Tag X kam, war das Präsidium ja da."

Damals habe 1860 zahlreiche Mitarbeiter entlassen müssen. Und, wie Bierofka weiter ausführt: "Der Verein war mit dem Verwaltungsrat so aufgestellt, dass er handlungsfähig war. Das ist der größte Unterschied zu damals. Bei uns hatte das Damoklesschwert Insolvenz relativ lange über uns geschwebt. Damals ist es abgewendet worden, dieses Mal ist es passiert." Und jetzt? Bierofka zeigt sich zwar zwiegespalten und weist auf viele kommende Probleme hin, drückt aber die Daumen: "Mein Herz ist bei Sechzig."

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