Löwen in Paderborn: Nächsten Fluch besiegen!

Der letzte Liga-Auswärtssieg in Paderborn liegt sieben Jahre zurück. Damit es diesmal endlich wieder klappt, greift Trainer Schmidt in die Trickkiste – und verordnet ein Geheimtraining. Das soll es künftig häufiger geben
| Guido Verstegen
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Die Löwen bejubeln das Tor von Benny Lauth. Nun wollen sie auch in Paderborn punkten
dpa Die Löwen bejubeln das Tor von Benny Lauth. Nun wollen sie auch in Paderborn punkten

München - Fans und Zaungäste schauten am Freitag gleichermaßen in die Röhre: Nix war’s mit dem für 15 Uhr angesetzten Training der Löwen. Stattdessen hatte die Mannschaft schon heimlich am Vormittag geübt. Ab 10 Uhr. Freistöße. Ecken. Taktische Feinheiten. Trainer Alexander Schmidt packt also ganz tief in die Trickkiste, um am Sonntag endlich den üblen Paderborn-Auswärtsfluch zu besiegen.

Doch ein Geheim-Training ausgerechnet bei den sonst so volksnahen Sechzigern? „Ich bin gerade dabei, abzuklären, wie wir das zukünftig machen”, gesteht Schmidt sogar. Es ginge ja nicht darum, die Fans auszusperren. „Das ist bei anderen Vereinen ja auch so üblich!” Geheimtraining nein, Sondertraining ja – Ansichtssache.

„Wir müssen auch mal ein paar Tricks einüben, ohne dass uns die Scouts des Gegners dabei zusehen”, hat Schmidt unter anderem aus dem Ingolstadt-Spiel gelernt. Da wollte Moritz Stoppelkamp eine Ecke kurz ausführen, und ein FC-Abwehrspieler schnappte sich die Kugel mühelos. „Der wusste genau, was abging!”

Schmidt denkt sogar daran, die einmal wöchentlich geplanten Spezial-Einheiten ins ehrwürdige Grünwalder Stadion zu verlegen! Oder eben einen hinteren Trainingsplatz auf dem Sechziger-Gelände. Das allerdings haben auch schon andere versucht. Zum Beispiel Trainer Falko Götz in der Saison 2003/2004 – ein Schuss in den Ofen. Weil die „Löwengrube” eben von allen Seiten einsehbar ist. Schmidt: „Wenn wir noch ein paar Prozent mehr rausholen wollen, müssen wir auf jeden Fall darüber nachdenken.”

Kapitän Guillermo Vallori sieht darin kein Problem. „Wenn der Trainer das entscheidet, dann ist das okay”, sagt der Spanier – und geht davon aus, dass die Fans Verständnis für solche Maßhamen haben. „Aus der Schweiz (Grashopper Club Zürich, d. Red.) kenne ich das auch nicht anders.”

Wie auch immer: Die Löwen wollen sich nach ihrem tollen Saisonstart unbedingt in der Spitzengruppe festsetzen. Und da ist ihnen jedes Mittel recht. Das gilt besonders für die Partie in Paderborn. Die hat’s in sich...

Die Vergangenheit: Zwar gewannen die Löwen in der Hinrunde 2012/2013 bei Schmidts Heimpremiere mit 1:0, aber in der Benteler-Arena wartet der TSV 1860 jetzt schon seit März 2006 auf einen Zweitliga-Dreier. „Wir wissen, dass es schwierig wird”, sagt Vallori, der auch bei der 0:2-Pleite vor drei Monaten dabei war. Am 12. Mai verloren die Löwen durch die beiden Treffer von Mahir Salik und Elias Kachunga mit 0:2. „In Paderborn haben wir bisher immer scheiße ausgesehen”, gibt auch Sportchef Florian Hinterberger zu. Da gilt es, die Erinnerung auf Erfolgserlebnisse zu lenken. Die letzten 1860-Siege beim Angstgegner datieren vom 1. August 2009 (1:0 im DFB-Pokal) bzw. vom 19. März 2006. Damals erzielte Marco Gebhardt – er ist heute U17-Trainer bei Dynamo Dresden – das Tor des Tages.

Die Gegenwart: Der SC Paderborn 07 wartet als Drittletzter noch auf den ersten Dreier der Saison. „Wir haben erst vier Spieltage hinter uns, das sagt gar nichts”, warnt Abwehrchef Guillermo Vallori.
Dessen Team fliegt am Samstag um 15 Uhr mit dem Selbstbewusstsein von drei Siegen in Serie im Gepäck nach Paderborn-Lippstadt. Das ist durchaus bemerkenswert: Drei Erfolge am Stück gelangen der Elf zuletzt zwischen dem 9. Dezember 2011 und dem 24. Februar 2013, damals waren es am Ende sogar deren fünf. Genau da will der TSV 1860 wieder hin!

Die Zukunft: Was müssen die Löwen am Sonntag also anders machen? „Vor allem in der ersten Viertelstunde hellwach sein”, sagt Coach Schmidt, der in Paderborn vor allem seine Defensive gefordert sieht. Vallori hat noch genau Saliks frühen Gegentreffer im Mai vor Augen: „Das darf uns am Sonntag auf keinen Fall nochmal passieren!”
Seine Mannschaft sei gefestigt und „willig, die Serie fortzusetzen”, meinte Schmidt. Am Sonntag gehe es vor allem darum, sauber von hinten raus zu spielen, eine hohe Passqualität zu zeigen. „Alle müssen ständig anspielbar sein!”

Vallori geht davon aus, dass die Elf über Kampf zum Spiel finden muss. „Volle Konzentration, kompakt stehen und keine Löcher lassen”, fordert der 31-Jährige. Klingt einfach.
 

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