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1860 trauert um Karsten Wettberg: "Das ist erst einmal ein Schock"

Kult-Trainer Karsten Wettberg ist am Sonntag im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen. Sechzig trauert um einen der größten Trainer, Ex-Löwe Bodden erinnert sich in der AZ an "einen tollen Menschen".
Matthias Eicher
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Löwen-Legende Karsten Wettberg ist am Sonntag verstorben.
Löwen-Legende Karsten Wettberg ist am Sonntag verstorben. © IMAGO/Ulrich Wagner

Der "König von Giesing" ist tot: Karsten Wettberg, Kult-Trainer des TSV 1860, ist am Sonntag nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen.

"Mit großer Trauer haben wir die Nachricht von Karsten Wettbergs Tod aufgenommen", sagt Präsident Gernot Mang der AZ: "Der TSV 1860 verliert einen großen Trainer und einen großen Löwen. Unser Mitgefühl ist in diesen schweren Stunden bei seiner Familie."

Auch Ex-Löwe Olaf Bodden trauert um Wettberg. "Ich habe die traurige Nachricht eben erfahren. Das ist erst einmal ein Schock", sagt der ehemalige Bundesliga-Torjäger der Löwen der AZ über Wettberg, der für ihn zu einem echten Freund geworden war: "Wir standen in all den Jahren ständig Kontakt, haben viel telefoniert, über Gott und die Welt gesprochen, über Politik, natürlich auch über Sechzig. In den vergangenen Monaten war er dann nicht mehr erreichbar. Ich habe schon befürchtet, dass es ihm nicht mehr gut geht und irgendwann diese Nachricht kommt."

Wettberg setzte sich enorm für erkrankten Bodden ein

Für Bodden war Wettberg mehr als nur ein Vollblut-Fußballtrainer. "Karsten war einer der größten Trainer, die 1860 ihren Stempel aufgedrückt haben. Er hat sich den Beinamen ‘König von Giesing’ absolut verdient. Aber er war auch ein ganz toller Mensch, der mir immer wieder geholfen und mich unterstützt hat, auch finanziell. Das werde ich ihm nie vergessen."

Bodden weiß, wovon er da spricht: Der 57-Jährige ist vor vielen Jahren an einem chronischen Erschöpfungssyndrom erkrankt und seitdem auf teure Medikamentation angewiesen. Wettberg, der sich auch politisch engagierte und für die SPD seit 2002 im niederbayerischen Kelheim im Kreistag saß, hatte mehrere Benefizspiele und Spendenaktionen für Bodden organisiert, immer wieder für dessen Unterstützung geworben. Bodden: "Das hat uns tief miteinander verbunden."

Karsten Wettberg mit Olaf Bodden und dessen Familie.
Karsten Wettberg mit Olaf Bodden und dessen Familie. © imago

Wettberg führte 1860 in die 2. Bundesliga

Wettberg gilt nicht nur für Bodden einer der größten TSV-Trainer überhaupt: Zwischen 1990 und 1992 hatte der in Freisack geborene Brandenburger die Sechzger sensationell in die Zweite Liga geführt, was ihm seinen Spitznamen einbrachte. Dabei hatte Wettberg eine Rekordserie aufgestellt: 54 (!) Pflichtspiele lang war Wettberg ohne Niederlage geblieben. Ein Rekord für die Ewigkeit. "Für mich ist Karsten einer der drei größten Löwen-Trainer, die es je gab: Es gab Max Merkel, es gab Werner Lorant – und es gab Karsten Wettberg. Nun sind zwei der drei größten Sechzig-Trainer innerhalb von kurzer Zeit von uns gegangen", sagt Bodden, der an Ostern 2025, also vor nicht einmal einem Jahr, das Ableben von Kult-Trainer Lorant betrauert hatte.

Wettberg hat sein Leben voll und ganz dem runden Spielgerät gewidmet: Der Mann, der als Spieler für den FC Mainburg, den TSV Elsendorf und den SV Saal aufgelaufen war, hat über 20 Stationen als Trainer in seiner Vita stehen, darunter neben 1860 auch die SpVgg Unterhaching und den SSV Jahn Regensburg. Mit 46 Titeln gilt er auch im Amateurfußball als Deutschlands erfolgreichster Trainer in den unteren Spielklassen.
Bei 1860 war Wettberg auch später engagiert wie ein Löwe: Zwischen März 2007 und Mai 2008 war er Vizepräsident, zudem ein Freund des Grünwalders und kickte mit über 80 Jahren noch für die Traditionself.

Wettberg hat sich in den vergangenen Jahren zunehmen zurückgezogen

Wenn Bodden an Wettberg denkt, ploppen aber auch bei seinem Freund jene Bilder auf, die für tausende Löwenfans unvergessen sind: "Als Karsten damals mit Sechzig aufgestiegen ist und im Grünwalder Stadion mit dem Regenschirm völlig ausgeflippt ist – der hat den Schirm bestimmt 50 Mal auf den Boden geschlagen und ist vor lauter Freude komplett ausgerastet. Am Ende hatte er nur noch Unterhosen an!"

In den vergangenen Jahren hat Wettberg zunehmend zurückgezogen in seiner Wahl-Heimat Elsendorf gelebt, wo er auch verstorben ist. In seiner Trauer kann Bodden nur noch eines tun für seinen alten Weggefährten Wettberg: Dankbarkeit zeigen, ihn gekannt zu haben. "Eine herzensgute Seele ist von uns gegangen", sagt Bodden, "und ich freue mich für ihn, dass er so ein langes und erfolgreiches Leben haben durfte – denn wir wissen alle: Das Wichtigste ist, was man aus seinem Leben macht. Der Karsten hat sehr viel daraus gemacht."
Möge er in Frieden ruhen, der König von Giesing.

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  • Peterauslaim vor einer Stunde / Bewertung:

    Das Sechzgerherz ist in Trauer.

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  • Gieasinger Bua vor einer Stunde / Bewertung:

    Der König von Giesing ist tot.
    Es lebe der König.
    Danke Carsten Wettberg!
    R.I.P.
    ELIL

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  • Sven62 vor einer Stunde / Bewertung:

    Ich habe Ihn noch als Trainer erlebt. Sehr Schade
    R.I.P

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