Löwen-Beben geht weiter: "Die Bayerische" beendet das Sponsoring beim TSV 1860
Der "schwarze Mittwoch" beim TSV 1860 geht weiter. Nachdem der Deutsche Meister von 1966 am Abend bekannt gegeben hatte, dass man die "Lizenzbedingungen nicht erfüllen" kann, um in der Saison 2026/27 in der Dritten Liga antreten zu können, biegt die nächste Hiobsbotschaft um die Ecke.
Für die kommende Regionalliga-Spielzeit müssen sich die Löwen einen neuen Hauptsponsor suchen, denn "Die Bayerische" wird ihr Engagement infolge des Absturzes einstellen. Das betrifft nicht nur die Rolle als Trikotsponsors der Profis, sondern auch die Namensrechte am Nachwuchsleistungszentrum. Entsprechende Informationen der AZ bestätigte das Unternehmen am späten Mittwochabend. "Mit dem Verlust der Lizenz tritt nun ein vertraglich geregelter Sonderfall ein, der ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumt", heißt es in dem Statement: "Von diesem Recht werden wir Gebrauch machen. Dies haben wir dem Präsidium gegenüber in sehr vertrauensvollen Gesprächen bereits erläutert."
"Die Bayerische" war seit Sommer 2016 der Hauptsponsor des TSV 1860
Die Versicherungsgruppe mit Sitz in München war zur Saison 2016/17 beim TSV 1860 eingestiegen, damals noch zu Zweitliga-Zeiten, und hatte den Giesingern auch nach dem Doppelabstieg 2017 die Treue gehalten. Der Vertrag zwischen Klub und Hauptsponsor wäre noch bis zum Ende der kommenden Saison im Sommer 2027 gelaufen, doch wie die AZ weiß, war eine Verlängerung darüber hinaus derzeit nicht angedacht – unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit der Löwen. Ein Grund unter anderem: Diesbezüglich habe es bis dato keinerlei Kontaktaufnahme seitens 1860 gegeben.
Bereits bei einem Fan-Talk im September 2023 hatte Martin Gräfer, Vorstandsvorsitzender von "Die Bayerische", gesagt, man werde "nicht auf Dauer Hauptsponsor eines Drittligisten sein. Wir haben das Sponsoring eines Zweitligavereins." Im Gespräch mit der AZ zwei Jahre später im September 2025 meinte Gräfer bezüglich der Partnerschaft mit 1860 und deren möglicher Fortführung über 2027 hinaus: "Wir leben als Unternehmen und Sponsor davon, dass man Geschichten erzählen kann – und zwar idealerweise positive Geschichten. Die gibt es beim TSV 1860. Aber es war in den letzten Jahren durchaus stark geprägt von schrillen, schwierigen Momenten." Das ist derzeit kaum möglich. Nun zieht sie also die Reißleine.
"Die Bayerische" unterstützt nun auch RWE – und schielt wohl auf den 1. FC Nürnberg
Dazu passt ins Bild, dass sich die Versicherungsgruppe seit Februar 2026 als Premium- und Versicherungspartner beim bisherigen 1860-Drittliga-Konkurrenten Rot-Weiss Essen engagiert, der Ende Mai erst in der Relegation durch die SpVgg Greuther Fürth am Aufstieg in die 2. Bundesliga gehindert worden ist. Pikant: Nach AZ-Informationen hat sich "Die Bayerische" zudem bereits das Portfolio des 1. FC Nürnberg schicken lassen. Die Vermutung liegt nahe, dass das Unternehmen nach neuen Werbemöglichkeiten im Profifußball umsieht.
"Die Bayerische" verlässt den TSV 1860 – das Statement im Wortlaut
Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht vom Entzug der Lizenz für die 3. Liga und dem damit verbundenen Zwangsabstieg des TSV 1860 München zur Kenntnis genommen. Seit zehn Jahren begleitet die Bayerische die Löwen als Haupt- und Premiumsponsor. Aus einer Sponsoringpartnerschaft ist in dieser Zeit eine enge Verbundenheit entstanden. Wir haben den Verein in guten, wie in schwierigen Zeiten unterstützt und uns stets klar zum TSV 1860 München bekannt. Umso schmerzhafter ist der heutige Tag. Mit dem Verlust der Lizenz tritt nun ein vertraglich geregelter Sonderfall ein, der ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumt. Von diesem Recht werden wir Gebrauch machen. Dies haben wir dem Präsidium gegenüber in sehr vertrauensvollen Gesprächen bereits erläutert.
Diese Entscheidung erfolgt nicht aus mangelnder Verbundenheit zum TSV 1860 München. Sie ist vielmehr eine Folge der grundlegend veränderten Rahmenbedingungen. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit tragen wir Verantwortung für die Beiträge und Gelder unserer Kundinnen und Kunden, für die Interessen unserer Mitglieder, Mitarbeitenden sowie Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartnern. Diese Verantwortung verpflichtet uns dazu, die wirtschaftlichen Grundlagen jedes Engagements regelmäßig zu überprüfen und bei wesentlichen Veränderungen entsprechend zu handeln.
Ob der heutige Tag das Ende eines gemeinsamen Weges oder der Beginn eines echten Neuanfangs ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Sollte es gelingen, eine tragfähige, wirtschaftlich stabile und langfristig überzeugende Perspektive für und mit dem Verein zu entwickeln, werden wir uns Gesprächen darüber nicht verschließen. Heute jedoch überwiegt die Trauer darüber, dass ein großer Traditionsverein und langjähriger Partner diesen Weg gehen muss. Wir wünschen dem TSV 1860 München die Kraft, aus dieser schweren Krise wieder aufzustehen.
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Kaiser Jannick am 04.06.2026 17:39 Uhr / Bewertung:
Es ist absolut nachvollziehbar, dass "Die Bayerische" aussteigt.
Das muss auch kein Nachteil sein, denn die 1 Mio., die von denen jetzt fehlen wird, bringt uns zusammen mit den weiteren fehlenden 1,3 Mio, die Magenta-Sport jedem Drittliga-Club bezahlte, sowie mit dem Regress zurückgegebener Dauerkarten immer näher an die Insolvenz der ohnehin vollkommen und hoffnungslos überschuldeten KGaA. Dazu noch den Koop.vertrag wegen Pflichtverletzung von HAM kündigen, die fristlose Kündigung der Darlehensverträge seitens HAM wurde ja bereits als rechtlich unwirksam angefochten.
Und nur so bringen wir den Kredithai endlich los, seine 60% sind dann gar nichts mehr wert, er hat sich zu 100% selbst ins Knie geschossen und wir sind endlich frei von ihm.
Nicht umsonst sagt man zu Recht:
weir sich mit Hunden ins Bett legt, wacht mit Flöhen auf.Antworten
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Bei einer Insolvenz werden die Dauerkarteninhaber sicher nachrangig behandelt, also eher nichts bekommen. Da eine Rückerstattung ist mir aber auch nicht wichtig, Hauptsache die Situation klärt sich dahingehend, daß HAM verschwindet. Ich weiß ehrlich nicht, warum man der Kündigung der Darlehendverträge widersprochen hat, das wäre einer Insolvenz doch hilfreich gewesen.
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