Löwe Wolf: „Es kommt drauf an, wer in der Jacke steckt“

Der neue 1860-Trainer über das „Co“ auf seiner Kleidung und eine SMS von Vorgänger Kurz
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Wenn Uwe Wolf am Sonntag wieder feiern kann mit seinen Spielern, dann fährt er mit ihnen am Dienstag in die Alpen.
sampics/Augenklick Wenn Uwe Wolf am Sonntag wieder feiern kann mit seinen Spielern, dann fährt er mit ihnen am Dienstag in die Alpen.

Der neue 1860-Trainer über das „Co“ auf seiner Kleidung und eine SMS von Vorgänger Kurz

AZ: 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers spricht gerne von „Chili-Fußball“ – und sagt, dass es eine Skala von 1 bis 12 gebe: Herr Wolf, wie viele Punkte erreicht der 5:1-Triumph gegen St. Pauli, dem höchsten 1860-Sieg seit 15 Monaten?

UWE WOLF: Das waren 15! Was will man noch besser machen? Das war ein Traumtag: Für alle. Für den Verein, die Fans, für die Spieler – für mich. Ich habe mir danach auch zwei kleine Weißbier gegönnt – und mein Lieblings Italiener hat mir auch eine Flasche Prosecco spendiert. Marco Kurz hat mir eine Glückwunsch-SMS geschickt.

Ihre Mutter war sogar so euphorisiert, dass Sie am Sonntag in der Pressekonferenz in der Allianz Arena eine Frage stellen wollte.

(lacht): Meine Mutter hat auch gebrannt, ja – wie meine Spieler. Die wollte mir nur gratulieren, ich habe sie zum Glück zurückhalten können.

Sie tragen am rechten Handgelenk ein Glücksband mit der Aufschrift Mexico.

Ja, das hat mir meine Freundin (Katja, d. Red.) geschenkt – bei der WM 2006, anlässlich des Spiels Argentinien gegen Mexico. Seitdem trage ich es Tag und Nacht. Es stehen alle Namen der mexikanischen WM-Teilnehmer drauf. Es bringt mir Glück.

Und: Dürfen Sie nun länger bleiben?

Sportdirektor Miki Stevic hat mir am Montag vor dem Training signalisiert, dass ich bis zum Saisonende, also bis zum 30. Juni, Cheftrainer bleiben werde. Das ist jetzt mein erster Schritt.

Die Co-Trainer-Jacke behalten Sie aber weiterhin an?

(lacht): Ich habe ja auch noch keinen Vertrag als Cheftrainer. Es kommt ja nicht drauf an, was auf der Jacke drauf steht, sondern wer drin steckt. Die Jacke wird erst gewechselt, wenn ich meinen Cheftrainer-Vertrag unterschrieben habe.

Das kann aber noch dauern: Selbst Miki Stevic und Manfred Stoffers haben noch keine schriftlichen Verträge bei 1860.

Ich denke, das werden wir bald hinkriegen. Bei 1860 gibt es doch kurze Wege. Wenn ich Cheftrainer bin, dann brauch’ ich auch einen Cheftrainer-Vertrag – das ist doch logisch.

Stört es Sie nicht, dass der Verein für die neue Saison einen neuen Trainer sucht?

Sie meinen die Geschichte mit Thomas Doll? Stevic hat mir versichert, dass das nur ein Zufall war, dass er letzte Woche im Stadion neben ihm gesessen hat. Ich will hier eine faire Chance.

Ihr Handicap: Die Billigvariante hat bei 1860 nach der Ära Lorant nicht funktioniert, auch Ihr Vorgänger Marco Kurz war nur eine Verlegenheitslösung.

Aber warum soll es nicht mit mir klappen? Thomas Schaaf, Jürgen Klopp, Christoph Daum oder auch Ralf Rangnick – alle sind über diese Schiene Cheftrainer geworden. Bei diesen Namen spricht man heute von großer Qualität. Für mich ist es eine große Ehre, Trainer von 1860 zu sein.

Sie haben gleich viel verändert in Ihren ersten Tagen an der Grünwalder Straße: iPod-Verbot, Schuhputz-Regeln – aber warum haben Sie ausgerechnet den Torwart ausgewechselt?

Michael Hofmann hat das Sieger-Gen, das uns gefehlt hat, deswegen bleibt er meine Nummer 1.

Trifft sich gut für den 36-Jährigen: Schließlich spielt er um einen neuen Vertrag bei 1860.

Der Michl steht jedem Verein gut zu Gesicht, er hat es verdient, nach seiner Karriere mal einen Job im Verein zu bekommen.

Und wie hat Hofmanns Rivale Philipp Tschauner die Degradierung aufgenommen?

Wenn Tschauner Profi ist, muss er das professionell aufarbeiten. Ich erwarte von ihm, dass er sich genauso verhält, wie Hofmann es das letzte Jahr getan hat. Ich sage es gerne nochmal: Wer meinen Weg nicht mitgehen will, den sortiere ich aus. Ab sofort gibt es einen offenen Konkurrenzkampf.

Gilt das auch für den Kapitän Daniel Bierofka, der zuletzt verletzt zuschauen musste?

Für jeden, auch für Daniel. Bei mir ist im Moment nur Benny Lauth gesetzt – und Michael Hofmann.

Interview: Oliver Griss

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