Löwe Savio Nsereko: „Keinerlei Anzeichen von Bedauern“

Die 1860-Bosse Robert Niemann und Miki Stevic erklären, warum sie Savio fristlos gekündigt haben.
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Für Savio Nsereko ist das Kapitel 1860 Geschichte. Die Löwen feuerten den verschollenen Stürmer fristlos.
dpa Für Savio Nsereko ist das Kapitel 1860 Geschichte. Die Löwen feuerten den verschollenen Stürmer fristlos.

MÜNCHEN - Die 1860-Bosse Robert Niemann und Miki Stevic erklären, warum sie Savio fristlos gekündigt haben.

Aus und vorbei. Das Thema Savio Nsereko ist für den TSV 1860 beendet: Am Samstag teilte der Verein die schriftliche und fristlose Kündigung des problembehafteten Stürmers mit. Am Abend zuvor hatten sich Sportdirektor Miki Stevic und Geschäftsführer Robert Niemann mit dem 21-Jährigen getroffen. Und weil er dabei keine plausible Erklärung für sein fast zweiwöchiges, unentschuldigtes Fernbleiben genannt haben soll, sah sich der Verein zum drastischen Beenden der Zusammenarbeit gezwungen.

Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen zur Kündigung Savios.

Wie kam’s zum Treffen am Freitag?

Am Donnerstag meldete sich Savio bei Sportdirektor Stevic – 15 Tage, nachdem er zuletzt bei den Löwen gesehen worden war. Stevic bestätigte der AZ, dass sich Savio zuvor in England aufgehalten habe. Vermutlich in London, wo er im vergangenen Jahr acht Monate für West Ham United spielte. Am Freitagabend kam es zum Gespräch in Savios Haus in Allach.

Wie verlief das Gespräch zwischen Savio und 1860?

Als Stevic und Niemann Savio antrafen, waren sie überrascht, wie kleinlaut und schüchtern ihnen der zuvor verschollene Spieler begegnete. „Er war relativ ruhig und hat leise geredet. Er hat auf mich sehr verschlossen gewirkt“, berichtet Niemann. „Savio hat uns dann keinerlei Anzeichen von Bedauern vermittelt. Er hat auch auf nochmaliges Anbieten unserer Hilfe nicht reagiert. Außerdem konnte er uns keine für uns nachvollziehbare Begründung für sein Fernbleiben liefern."

Selbst die Anwesenheit der Mutter und einer der Schwestern des Fußballers sollen ihn nicht dazu bewegt haben können, „irgendeine Art von Kooperation mit uns einzugehen. Die beiden haben ihn gebeten, fast schon gebettelt, uns eine Chance zu geben, sein Verhalten nachvollziehen zu können. Doch das geschah nicht." Nach einem fast einstündigen Gespräch haben Niemann und Stevic das Haus verlassen. Niemann: „Uns blieb keine andere Wahl, als ihm schriftlich und fristlos zu kündigen." Für Stevic, der sich um Savio im Frühsommer heftig bemüht hatte, war es eine herbe Enttäuschung: „Es war eine Niederlage für den Mensch Stevic gegen den Sportdirektor Stevic.“

Welche Auswirkungen hat die Kündigung für die Löwen?

Ein Savio in Topform wäre eine Bereicherung für dieses Team gewesen, so aber sind die Profis froh, dass das Thema endlich beendet ist. Zumal Trainer Reiner Maurer nun verriet: „Wir haben nicht alles, was er sich hat zu Schulden kommen lassen, publik gemacht. Es ist so viel passiert, dass ich keine Details mehr brauche. Das Kapitel ist beendet, damit will ich es belassen."

Wie geht es mit Savio weiter?

Nach der Auflösung seines Leihvertrages bei den Löwen steht Savio wieder beim italienischen Erstligisten AC Florenz unter Vertrag. Dort ist er bis Juni 2013 gebunden. „Normalerweise ja", sagte Stevic zur Frage, ob Savio sofort wieder in Florenz erscheinen müsste. Die Italiener wussten am Sonntag allerdings noch von nichts. Dass der Stürmer wohl allein klarkommen muss, verriet er über „Facebook", wo er seinen Beziehungsstatus am Wochenende auf „single" veränderte.

Marco Plein

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